Deutschland

Tuesday, 24. april 2012 2 24 /04 /Apr. /2012 17:40

Falls es zwischen dem Sudan und Südsudan zum Krieg kommt, wird Deutschland Kriegspartei sein. Deutschland hat geholfen, den Südsudan abzuspalten und "hilft" dort beim Aufbau eines eigenen Staatsapparats. Im Südsudan stehen Militärs der Bundeswehr. Es geht um die Projektion deutscher Macht nach Afrika und um den Zugriff auf Ressourcen, hauptsächlich das sudanesische Öl. Unaufhaltsam zieht die imperialistische deutsche Aussenpolitik die Verwicklung in immer mehr militärische Konflikte nach sich. - Unaufhaltsam, so lange sich nicht in Deutschland selbst ein Widerstand gegen die Kriegspolitik bildet, der mächtig genug ist, dies zu unterbinden.

 

"Von Deutschland darf nie wieder Krieg ausgehen !" - Das war nach dem Hitlerkrieg ein Schwur, in dem sich ein Grossteil der Bevölkerung einig war. Heute steht wieder deutsches Militär im ehemaligen Jugoslawien und in Afghanistan als Besatzung. In einer ganzen Reihe von Staaten macht sich die Bundeswehr als"komplementäres Element" deutscher Aussenpolitik zu schaffen. Deutschland ist wieder unter den grössten Waffenproduzenten und -händlern. Von Deutschland geht wieder Krieg aus. Das "humanitäre" Gesülze, mit dem diese Tatsache propagandistisch gedeckt wird, ändert daran nichts. Aber viele Menschen lassen sich davon fangen.

 

Bundeswehr raus aus Sudan !

 

German Foreign Policy zum drohenden Sudan-Krieg:

 

Am Rande des Krieges
mit deutscher Hilfe abgespaltener Südsudan provoziert neuen Konflikt
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KHARTUM/JUBA/BERLIN (20.04.2012) - Der mit deutscher Hilfe von Sudan abgespaltene Südsudan provoziert einen neuen Krieg. Das Regime im südsudanesischen Juba hat seine Truppen vor einigen Tagen ein Erdölfeld besetzen lassen, das der Internationale Gerichtshof in Den Haag schon vor Jahren Khartum zugesprochen hat. Es lieferte zuletzt gut die Hälfte der sudanesischen Gesamtfördermenge und ist für Sudan unverzichtbar, da das Land ohnehin rund drei Viertel seiner Erdölvorräte an den losgelösten Südsudan verloren hat. Khartum schlägt jetzt zurück und sucht die Kontrolle über das Erdölfeld wiederzugewinnen; die Kämpfe drohen zu einem umfassenden Krieg zu eskalieren. Für Deutschland hat dies nicht nur deswegen Bedeutung, weil in Südsudan Soldaten der Bundeswehr stationiert sind, sondern auch, weil Berlin schon seit mehreren Jahren den Aufbau eines funktionierenden Staates in Südsudan vorantreibt. Südsudan soll mit seinen riesigen Vorräten an Erdöl und anderen Rohstoffen an Kenia und Uganda angebunden werden, die, im Gegensatz zu Sudan, als prinzipiell prowestlich und leichter kontrollierbar gelten.

Blutige Kämpfe

In den letzten Tagen sind die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Sudan und Südsudan eskaliert. Die Lage war schon vor der offiziellen Sezession des Südsudan aufs Äußerste gespannt; Ursache ist, dass die staatliche Zugehörigkeit diverser Gebiete entlang der neuen Grenze bis heute umstritten ist. Bereits kurz nach der Abspaltung des Südsudan musste die UNO beispielsweise gut 4.000 Soldaten in der Region Abyei stationieren, weil Khartum und Juba zu keiner Einigung über sie fanden. Hinzu kommt, dass auch innerhalb Südsudans zahlreiche Milizen und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sich blutig bekämpfen. Anfang Januar etwa sollen binnen weniger Tage bei Fehden zwischen verfeindeten südsudanesischen Stämmen rund 3.000 Menschen ums Leben gekommen sein[1]. Die jüngste Eskalation hat Sudan und Südsudan nun an den Rand eines Kriegs gebracht; Sudans Präsident hat mit dem Sturz des südsudanesischen Regimes gedroht.

Das Erdölfeld Heglig

Objekt der Kämpfe ist das Erdölfeld Heglig im sudanesischen Bundesstaat Süd-Kurdufan. Dabei handelt es sich um das größte Erdölfeld des Sudan. Es lieferte zuletzt gut die Hälfte der nationalen Fördermenge - eine Tatsache, die umso schwerer wiegt, als Sudan bei der Spaltung des Landes im letzten Jahr bereits drei Viertel seiner Vorräte verlor, da sie sich auf dem Territorium des Südsudan befinden. Sollte Khartum auch noch die Kontrolle über Heglig verlieren, besäße es kaum mehr als ein Zehntel seiner ursprünglichen Volumens; die Überlebensfähigkeit des Staates stünde endgültig in Frage. Genau dieses Ölfeld haben nun aber südsudanesische Truppen vor einigen Tagen besetzt, worauf Khartum, auch wegen der besonderen Bedeutung des Feldes, mit Gegenangriffen reagiert. Dabei kann es sich auf ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs berufen: Während die staatliche Zugehörigkeit diverser Gebiete an der Grenze zwischen Sudan und Südsudan heftig umstritten ist, hat Den Haag bereits 2009 geurteilt, dass Heglig nicht zu der umkämpften Region Abyei, sondern zu Süd-Kurdufan gehört und damit Khartum untersteht. Bei der Besetzung des Ölfeldes durch die Truppen des Südsudan handelte es sich damit eindeutig um eine kriegerische Aggression, offenbar mit dem Ziel, Sudan in existenzbedrohender Weise zu schwächen.

Waffenlager

In die Auseinandersetzungen zwischen Sudan und Südsudan ist Berlin gleich auf mehrfache Weise involviert. Zum einen gehören der UNO-Truppe "United Nations Mission in the Republik of South Sudan" (UNMISS), die "Frieden und Sicherheit" in Südsudan sichern soll, auch deutsche Soldaten an. Ein UNMISS-Camp ist schon letzte Woche unter sudanesischen Beschuss geraten. Daneben ist Deutschland auch im Rahmen bilateraler Vorhaben mit dem südsudanesischen Militär in Kontakt. Schon letztes Jahr hat das Bonn International Center for Conversion (BICC) begonnen, im Auftrag des Auswärtigen Amts südsudanesische Stellen über Techniken für die sachgerechte Lagerung von Waffen und Munition zu instruieren. Das Projekt soll der Rüstungskontrolle dienen - in Südsudan sind nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg zahllose Waffen in Umlauf -, es sichert aber gleichzeitig Bestände, auf die Militär und Milizen im Kriegsfall verlässlich zurückgreifen können.

Der Pipeline-Streit

Auch die Spaltung des Sudan selbst, die 2011 die zwei jetzt kurz vor dem Krieg stehenden Staaten hervorgebracht hat, ist seit den 1990er Jahren von Deutschland gefördert worden - mit zahlreichen Maßnahmen, die von der Erstellung von Verfassungsentwürfen bis hin zu Infrastrukturmaßnahmen reichten (german-foreign-policy.com berichtete[2]). Ziel dieser mit den USA abgestimmten Politik war es stets, das arabisch dominierte, dem Westen nicht willfährige Khartum zu schwächen. Dieser Plan gelang letztes Jahr mit der Abspaltung Südsudans, die Khartum die Kontrolle über drei Viertel des Erdöls und über umfangreiche weitere Rohstoffe entriss. Dennoch ist die Operation keinesfalls abgeschlossen: Zum einen verlaufen sämtliche Erdölpipelines aus Südsudan über Territorium des Sudan, der mit Durchleitungsgebühren möglichst hohe Summen abzuschöpfen sucht. Ende Januar hat Südsudan aus Protest seine Lieferungen eingestellt. Der Bau alternativer Pipelines kostet Zeit - und erfordert eine funktionierende Verwaltung. Diese ist - ein zweites erhebliches Manko - in Juba nicht vorhanden; dasselbe gilt für so gut wie alle Formen staatlicher sowie baulicher Infrastruktur.

Staatsaufbau

Den "Staatsaufbau" in Südsudan treibt Berlin schon seit Jahren voran - vor allem mit Hilfe der bundeseigenen Entwicklungsorganisation GIZ und seit 2005 auch mit offizieller Entwicklungshilfe (german-foreign-policy.com berichtete[3]). Während Juba einen beträchtlichen Teil seiner Mittel in das Militär investiert, das jetzt Sudan überfallen und dessen größtes Ölfeld okkupiert hat, finanziert Berlin Maßnahmen der Not- und Übergangshilfe und widmet sich schwerpunktmäßig neben dem Aufbau der Wasserversorgung vor allem der Errichtung grundlegender staatlicher Strukturen ("Verwaltungsreform"). Entwicklungsminister Dirk Niebel hat schon im April 2011, noch vor der offiziellen Sezession des Südsudan, Juba besucht und künftige deutsche Projekte besprochen. Auch die EU unterstützt Südsudan mit umfangreichen Mitteln und hat Ende 2011 Gelder in Höhe von 80 Millionen Euro zur Förderung der Landwirtschaft zugesagt. Die Entwicklungskooperation mit dem Sudan ist demgegenüber bis heute eingefroren; Ursache ist das besondere geostrategische Interesse Berlins an Südsudan.

Ein neuer Transportkorridor

Laut den aktuellen Plänen, die von Deutschland schon seit fast zehn Jahren vorangetrieben werden[4], wird Südsudan nach seiner Trennung von Sudan nun eng an die englischsprachige East African Community (EAC) und insbesondere ihre Mitgliedstaaten Kenia und Uganda angeschlossen. Kenia hat vor kurzem mit dem Bau eines Tiefseehafeens in der kleinen Küstenstadt Lamu begonnen. Dort soll ein Transportkorridor enden, der in Südsudan beginnt und eine Eisenbahnverbindung wie auch eine Erdölpipeline umfassen soll. Auf diesem Weg sollen die Rohstoffvorräte des Südsudan auf die Weltmärkte transportiert werden, ohne sudanesisches Territorium nutzen zu müssen. Der arabische Sudan verlöre damit weiter an Bedeutung; die EAC, insbesondere Kenia und Uganda, gelten als prinzipiell prowestlich und kontrollierbar. Obwohl der Transportkorridor jetzt im Bau ist, läuft aus deutscher Sicht nicht alles rund. Ursprünglich sollte das Vorhaben zugleich mit der Entmachtung des Sudan auch China schwächen, das zuletzt eng mit Khartum zusammengearbeitet hat. Allerdings sind chinesische Unternehmen inzwischen auch in Südsudan stark präsent und werden vermutlich auch vom Bau des Korridors nach Lamu profitieren, während deutsche Unternehmen bislang noch keine großen Geschäfte verzeichnen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich letzten Juli bei ihrem Kenia-Besuch für eine stärkere deutsche Beteiligung eingesetzt - bislang noch ohne ein wirklich greifbares Ergebnis.


Anmerkungen:
-1 3000 Tote bei Massaker in Südsudan; www.dw.de 06.01.2012. S. auch The Day After (II)
-2 s. dazu Zerschlagen und neu aufbauen, Vom Nutzen der Sezession und Englisch statt Arabisch
-3 s. dazu Staatsaufbau und Nächstes Jahr ein neuer Staat
-4 s. dazu Die Bahn zur Unabhängigkeit und Die Bahn zur Unabhängigkeit (II)
 
von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Deutschland - Community: Kritische Massen
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Sunday, 22. april 2012 7 22 /04 /Apr. /2012 14:04

 

Der folgende Text steht auf der Internet-Seite des Arbeitskreises Darmstädter Signal  http://www.darmstaedter-signal.de/aktuell.php , einer Organisation demokratischer Soldaten und Offiziere.

   

 Rede Ostermarsch Duisburg 2012

 

"Clausewitz bis Aufstandsbekämpfung - Größenwahn unvollendet"

 

Eine Persönliche Meinung – Es gilt das gesprochene Wort.

 

IMPERIUM – MACHT – GEWALT !

 

Wussten Sie

 

 

, dass zu den 4 Verträgen von Lissabon auch ein geheimer von Velsen

existiert?

Darin wurde auf europäischer Ebene geregelt, worum sich zwei Senate des BVerfG

schon seit Monaten zanken, nämlich der „Einsatz im Inneren“. Hinter der Bezeichnung

EUROGENDFOR verbirgt sich eine paramilitärische Kriseneingreiftruppe, die aktuell

zum Abmarsch nach Griechenland vorbereitet wird. Es sind Polizisten in einer Form, die

es in Deutschland noch nicht gibt. Angesichts eines zunehmenden Wohlstandsgefälles

droht dies aber auch für unser Land. Ein Einsatz der Bundeswehr im Inneren ließe sich

hiermit leicht umgehen.

EUROGENDFOR ist alles zusammen: Polizei, Kriminalpolizei,

Armee und Geheimdienst. Die Kompetenzen dieser Truppe sind praktisch

unbeschränkt. Sie soll, in enger Zusammenarbeit mit europäischen Militärs, die

“Sicherheit in europäischen Krisengebieten” gewährleisten. Ihre Aufgabe ist es vor

allem, Aufstände niederzuschlagen.

 

Die Truppe kann auch Proteste niederhalten. Proteste z.B. wie diesen hier oder gegen

den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

Die 1. Lesung hierzu fand am 29. März im Bundestag statt. 1 Billion Euro soll die

Privatbank ESM erhalten. Nicht Europa und seine Völker profitieren davon. Nur wenige

Private. Sagen Sie Nein zum ESM !

Offiziere des

Darmstädter Signals schenken der Entwicklung zum „Einsatz im

Inneren“ ihre besondere Aufmerksamkeit !

Während wir noch fordern „Bundeswehr raus aus Afghanistan“ und während wir uns

eine Welt ohne Militär wünschen, wird hinter verschlossenen Türen bereits die

Privatisierung hoheitlicher Sicherheitsaufgaben beraten. Es ist leichter tote Söldner zu

beerdigen, als öffentliche Staatsbegräbnisse für Staatsbedienste zu zelebrieren. Und es

ist einfacher Söldner zu finden, weil sie besser bezahlt werden. Es ist leichter ihnen

einen Tötungsbefehl zu erteilen, weil sie „Quasi-Gesetzlose“ sind. Sie arbeiten unter

falschem Namen und für Privatunternehmen mit Sitz im Ausland. Das Geschäft mit der

Sicherheit ist skupellos.

50 km Luftlinie von hier in

 

Kalkar

sitzt das Kommando Operative Führung der Luftwaffe

(KdoOpFüLw). Erst kürzlich wurde die Kerntruppe von etwa 100 Soldaten für die NATOEingreiftruppe

(kurz: NRF) zertifiziert. Das Qualitätssiegel bescheinigt, dass Kalkar die

NATO-Führungsstandards beherrscht. In der Abschlussübung führten ca. 100 Soldaten

insgesamt etwa 9000 in einer virtuellen Krisensituation. Dabei wurde sogar ein

Flugzeug abgeschossen. Spätestens nachdem das BVerfG die Abschussbefugnis im

Luftsicherheitsgesetz (§ 14 III) kippte, ist uns allen klar, im Zweifel wird Recht

gebrochen.

In diesem Jahr, so denn NRF angefordert wird, wäre das Kommando in Kalkar für die

Einsatzleitung zuständig. Ich persönlich möchte dann lieber nicht in einem entführten

Passagierflugzeug sitzen.

 

 

  

Das

Darmstädter Signal  

fordert automatisierte Notlandeprogramme in

Zivilflugzeugen, um dem Problem zu begegnen.

 

 

In der Zertifizierungsübung in Kalkar Ende letzten Jahres wurde zwar mit

Fantasienamen aber mit der Topografie der Anrainerstaaten am Golf von Aden, in der

Nähe des Iran, geübt. Das Szenario wurde vom US-Militär entworfen. Ein Schelm der

 

 

 

 

 

Böses dabei denkt!

 

 

Kein Krieg gegen den Iran mit Soldaten des Darmstädter Signals !

Angriffskrieg ist immer ein Verbrechen !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erst kürzlich musste sich ein Kommandeur der Bundeswehr bei der russischen

Botschaft entschuldigen, weil in einem Planspiel seiner Dienststelle ein echter

russischer General mit Bild und Namen als Bösewicht dargestellt wurde. Das ist alles

hochsensibel! Einige von Ihnen erinnern sich an Abel Archer 1983. Eine Übung bis zur

Anwendung von Atomwaffen. Beinahe hätte es wirklich geknallt. Dank Oberstleutnant

Stanislav Petrov, der die sowjetischen Alarmsysteme richtig einschätzte, konnte der

Atomkrieg verhindert werden.

 

 

 

 

 

 

Das Darmstädter Signal fordert den Abbau aller

Massenvernichtungswaffen weltweit. JETZT SOFORT

Auslandseinsätze:

 

 

 

Seit 1990 haben alle deutschen Regierungen erhebliche Probleme, militärische

Auslandseinsätze zu rechtfertigen. Der originäre Verteidigungsauftrag der Bundeswehr,

ist angesichts von den deutschen Grenzen weit entfernter Konfliktherde nur mit

erheblichen Verrenkungen zu bemühen. Letztlich speist man uns stets mit den immer

gleichen drei Begründungsmustern ab:

 

Erstens

 

 

 

Deutschland müsse im Bündnis mitmachen

, andernfalls werden UNO, EU

und NATO geschwächt.

 

Zweitens

 

 

 

der Rückgriff auf die deutsche Geschichte

. Bis zum Kosovo-Krieg wurde

deutsches militärisches Engagement damit abgelehnt,

unter der Regierung Schröder

aber zum Argument

für

ein militärisches Eingreifen umgestaltet – es gälte, einen

Völkermord zu verhindern bzw. zu beenden, mit anderen Worten, eine sich andeutende

Wiederholung der Exzesse des Zweiten Weltkriegs zu bekämpfen.

 

Drittens

 

 

 

bleibt das Begründungsmuster des humanitären Notstandes

, den es zu

lindern gälte, ein Gesichtspunkt, der bei nahezu allen Auslandseinsätzen Verwendung

findet.

 

Das beunruhigt uns !

Die Ausgestaltung von Auslandseinsätze erfolgt im Regelfall in enger Abstimmung,

zuweilen auch auf Druck wichtiger Partnerstaaten und –organisationen. Erst dieser

Umstand vermag zu erklären, weshalb deutsche Kampftruppen z.B. in Afghanistan und

nicht im Sudan eingesetzt werden, zu welchem Zeitpunkt eine Operation beginnt und

beendet wird, welche Taktik verfolgt wird und welche eben nicht. Gerade personal- und

materialintensive Bundeswehreinsätze folgen oft außenpolitischen Schwerpunkten der

USA

 

 

, die immer noch Besatzungsmacht

(andere sagen Schutzmacht) Deutschlands

und zugleich scheinbar der wichtigste Verbündete sind.

 

Die Bundeswehr eine US-amerikanische Hilfstruppe?

 

 

 

Das wird heruntergespielt,

weil es der deutschen Bevölkerung nicht zu verkaufen ist.

Mit keinen der drei Begründungsmustern können Regierungen hinreichend erklären,

warum die geographische Auswahl der Einsatzorte eben so und nicht anders erfolgt –

warum also im Kosovo ein neues Auschwitz drohte, gegen das auch die Bundeswehr

angehen müsste, in Nigeria, Ruanda, im Kongo und im Sudan (um nur einige Beispiele

zu nennen) aber nicht. Oder warum Brunnen- und Straßenbau, Mädchenschulen und

Demokratisierung in Afghanistan so wichtig sind, dass tausende deutscher Soldaten

dabei helfen müssen, die gleichen Dinge aber anderswo ohne Militär erfolgreich

vorangetrieben werden, was beispielsweise Frau Ursula Nolte und Dr. Reinhard Erös in

Afghanistan seit Jahren konditioniert belegen.

 

Militär ist das Gefährdungspotenzial.

Im April 2009 hob die Regierung heimlich, still und leise das Tötungsverbot für

Kommandosoldaten auf.

War bis vor kurzem die Anwendung tödlicher, militärischer Zwangsmittel in

Auslandseinsätzen nur in Notwehr oder Nothilfe gerechtfertigt, wurden die ohnehin

schon schwer erklärbaren Einsatzregeln kurzer Hand erweitert . So darf die Truppe in

Afghanistan seit Juli 2009 einem aggressiven Gegner bei dessen Flucht hinterher

schießen. Die Staatsanwaltschaft spricht von Stellungswechsel.

Bei der Piratenbekämpfung sollen deutsche Soldaten ab sofort mit Hubschraubern über

somalischen Strand schweben und mit Maschinengewehr gezielt feuern. Das dabei

Benzinfässer bersten, auslaufen, die Umwelt verschmutzen oder gar explodieren, geht

unserem Außenminister, der dem im März 2012 zugestimmt hat am Hintern vorbei.

Im Juni 2011 suchten Sie

 

in Afghanistan

verhandlungsbereite Taliban. Die USA

sprachen von „Versöhnung“ und formulierten konkrete Bedingungen für Gespräche.

Dabei fanden längst geheime Verhandlungen statt, wie Karzai später bestätigte.

 

Sie

sagen uns einfach nicht die Wahrheit !

 

Die Taliban fordern als Bedingung für Gespräche den vorherigen Abzug.

Die NATO-Militärstrategie ist gescheitert. Nur noch Schönrederei !

Nach der Tötung von Rabbani am 20. September 2011 verloren die afghanische

Regierung und ihre Verbündeten den Verhandlungsführer. Karzai räumte 2 Wochen

später ein, er „wisse nicht, mit wem er sprechen" und „an wessen Tür er klopfen

könne.“

Mitte Oktober lagen die Friedensgespräche offiziell „auf Eis“.

Die bisherige Friedens- und Versöhnungsstrategie wird seitdem „überdacht.“

 

Aber der

unsägliche Krieg geht weiter.

Sie morden auf beiden Seiten. Die NATO mit ihren völkerrechtswidrigen Drohnen und

nächtlichen Hausfriedensbrüchen. Die Aufständischen mit ihren Hinterhalten und

Raketenangriffen.

Beides ist Terror. Und mir ist es gleich, wer ursächlich den ersten Stein geworfen hat.

Lasst uns rufen:

 

 

„Schluss jetzt mit dem Wahnsinn!“

 

Um den innerafghanischen Versöhnungsprozess zu unterstützen, setzt die

Bundesrepublik große Hoffnungen auf das Konzept „Counterinsurgency (kurz: COIN)

zu deutsch

„Aufstandsbekämpfung“

.

Prof. Bernd Greiner weist nach und ich pflichte ihm bei: Das Konzept funktioniere

überhaupt nicht.

 

Etwa seit 2006 wenden die US-Truppen das Konzept in AFG an. Bundeswehroffizieren

war es verboten. Dann im Jahr 2010 definierte das deutsche Verteidigungsministerium

plötzlich die dazugehörigen Begriffe und führte US-amerikanische Vorschriften in die

hiesige Ausbildung ein.

 

Im Fokus stehe dabei die Zivilbevölkerung, deren Akzeptanz und Unterstützung zu

gewinnen sei. Wesentliche Elemente sind das Partnering und die Trennung der

Aufständischen von der Zivilbevölkerung. Blöd nur, wenn Aufständische zu Zivilisten

werden und umgekehrt.

 

In der Machtlosigkeit der Armee gegenüber der Guerilla und wegen des Erfolgsdrucks

werden dann im Zweifel durch NATO-Soldaten Zivilisten getötet.

  

 

Krieg hat seine eigenen Gesetze. Krieg ist nicht akzeptabel !

 

Immer mehr Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr verweigern den Kriegsdienst.

In den vergangenen sechs Jahren stieg die Zahl der entsprechenden Anträge

kontinuierlich von 15 (2006) auf 181 (2011). Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes

Ende 2001 verweigerten insgesamt 593 Offiziere und Unteroffiziere. Seit kurzem dürfen

auch Sanitäter einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen. Das musste hart

erstritten werden und zeigt, auch Ärzte müssen heutzutage zur Waffe greifen. Wo soll

das noch hinführen?

 

Nicht allein das Militär scheiterte. Die okzidentale Zweck-Ziel-Mittel-Relation, die

euroatlantischen Ziele und Denkweise sind ursächlich verantwortlich zu machen.

Greifbar wird dies u.a. durch vom Bundessicherheitsrat genehmigte Waffenexporte in

Krisenstaaten, durch zunehmendes Wohlstandsgefälle weltweit und Realitätsverlust in

der Wahrnehmung der Akteure.

 

Sie verbieten uns das Wort, schneiden uns, bezichtigen uns des Antisemitismus oder

verpassen unseren Abgeordneten im Berliner Parlament einen Maulkorb. Mit einem

aktuellen Entwurf zur Änderung der Geschäftsordnung des Bundestages versucht die

Regierung trickreich jede Opposition zu neutralisieren.

 

Der Schlüssel zum Frieden ist eine ausführliche Bedürfnisanalyse aller

Interessengruppen. Handlungsmöglichkeiten werden sich erst aus ehrlichen und

gleichberechtigten, offenen und ergebnisoffenen, direkten Verhandlungen aller Kräfte

im Raum eröffnen. Erst dies entmoralisiert den Krieg. Die Abschaffung von

Kriegswaffen über ein verbindliches Weltabrüstungsabkommen mit

Produktionsalternativen zum Wohle von Mensch & Umwelt für die Rüstungsindustrie

sollte parallel zu diesem Prozess vorangetrieben werden. Die Klage des Friedens

angeführt von Dr. Klaus Schlichtmann i.V.m. einer Konkretisierung des Artikel 26

Grundgesetz und § 80 Strafgesetzbuch frei nach Jürgen Rose sind jetzt die

wesentlichen Aufgaben der Friedensbewegung, um dem Angriffskrieg endgültig den gar

aus zu machen.

 

Das

Darmstädter Signal unterstützt Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel !

Unterstützen Sie uns !

IMPERIUM – MACHT – GEWALT !

 

V.i.S.d.P.: Leutnant Christian Neumann, Avenariusstr. 3a, 22587 Hamburg

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Deutschland - Community: Kritische Massen
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Wednesday, 11. april 2012 3 11 /04 /Apr. /2012 19:23

Wer von einem deutschen "Jobwunder" spricht, kennt entweder die Tasachen nicht, oder er ist ein Zyniker. Die offizielle Arbeitslosenquote ist nämlich nur deswegen im Vergleich zu anderen EU-Staaten relativ niedrig, weil es gelungen ist, ein "Arbeitsmarkt-Segment" zu schaffen, in dem die Menschen für Hungerlöhne und unter prekären Bedingungen arbeiten müssen. Das haben die Schröder und Fischer gemeint, wenn sie von "Flexibilisierung" sprachen, und das meinen heute Merkel und Rösler damit.

 

Diese Herrschaften haben die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen, die den Unternehmern die Lohndrückerei ermögichen. Auch in den Konzernbetrieben, in denen die Stammbelegschaften noch von Tarifverträgen geschützt sind und im letzten Jahrzehnt nur moderate Lohneinbussen hinnehmen mussten, wird dieser "Stamm" schon mit bis zur Hälfte von Kolleginnen und Kollegen aufgefüllt, die von den Leuteschindern der Zeitarbeitsfirmen zugeliefert werden und die gleiche Arbeit mit der Hälfte des Lohns tun müssen.

 

Die Konkurrenz zwischen den Lohnarbeitenden, mit der diese gespalten und gegeneinander ausgespielt werden,  wird aber nicht nur im nationalen Rahmen organisiert, sondern auch im Rahmen z. B. der EU. Die BLÖD-Leser, die zustimmend nicken, wenn gegen die griechischen Kollegen gehetzt wird, sie seien Faulpelze, die über ihre Verhältnisse gelebt haben, werden bald erfahren, dass mit den Faulpelzen sie selbst auch gemeint sind. Wenn in Griechenland von Staats wegen der Mindestlohn - den es dort immerhin gibt - von 650 auf 450 Euro gekürzt wird, wird bald der Sachzwang angesagt werden, auch in Deutschland gehe es mit den restlichen "hohen Löhnen" nicht so weiter, der Wettbewerbsfähigkeit in der Konkurrenz der Standorte wegen. Das Lohndumping und die grassierende Arbeitslosigkeit in den Peripheriestaaten der EU wird auch auf die Lohnarbeitenden in Deutschland zurückfallen.

 

Zum Stand der Arbeitslosigkeit in der EU schreibt Fred Schmid:

 

EU und Euro-Raum: Rekord-Arbeitslosigkeit

schlecker_nuernberg_ballin_P110074311.04.2012: Nach der Lissabon-Strategie des europäischen Rats vom Jahr 2000 sollte die EU bis 2010 zur dynamischsten, Technik basierten Wachstumsregion der Welt werden. Doch dynamisch wachsen allein Staatsschulden und Arbeitslosenzahlen. Kurz vor Ostern meldete die EU-Kommission die höchste Arbeitslosigkeit seit der entsprechenden Aufzeichnung in EU und Euroraum: 10,2% für die EU 27 und 10,8% für den Euroraum. Jeder neunte Einwohner von Euroland ist ohne Arbeit, die verdeckte Arbeitslosigkeit und Statistikmanipulationen noch gar nicht eingerechnet und auch nicht das zunehmende Ausmaß prekärer Arbeit.

Vor allem aber dies: Hinter den nüchternen Prozentzahlen verbergen sich Millionen von Einzel- und Familienschicksalen. In Europa sind inzwischen fast 25 Millionen Menschen (24,55 Millionen) ohne Arbeit. 25 Millionen – das entspricht dem Arbeitskräftepotenzial von ganz Frankreich. Konzentriert auf ein Land bedeutet diese Zahl, dass in ganz Frankreich kein einziger arbeitsfähiger Mensch einer bezahlten Arbeit nachgehen könnte. Ein Bruttosozialprodukt in der Größenordnung von zwei Billionen Euro würde nicht erstellt.

Die Arbeitslosenzahlen kennen seit der Finanz- und Wirtschaftskrise nur eine Richtung – nach oben. Im jetzt vergangenen Februar lagen sie um 8,4 Millionen höher (+52%) als vor vier Jahren im Februar 2008. Im Euroraum war in der gleichen Zeit ein Anstieg von 55% von 11,4 Millionen auf 17,1 Millionen zu verzeichnen.

Besonders gravierend das Problem der Jugendarbeitslosigkeit. Fast 5,5 Millionen Menschen unter 25 Jahren haben in der EU27 keinen Job (siehe Artikel: EU-Jugend: Zerstörte Lebensentwürfe; www.kommunisten.de). Die Quote liegt mit 22,4% (EU) und 21,6% (Euroraum) mehr als doppelt so hoch als die Gesamtarbeitslosigkeit. Sie ist den Krisen- und „Aufschwung“jahren um 7,3 Prozentpunkte gestiegen. In Spanien (50,5%) und Griechenland (50,4% bereits im Dezember) ist jeder zweite Jugendliche ohne Arbeit. In Italien (31,9%), Irland (31,6%), Portugal (35,4%), Belgien (32,2%) ist es fast jeder dritte.

Aber auch die Gesamtarbeitslosigkeit ist in den Peripherieländern inzwischen zwei- bis dreimal so hoch wie vor der Finanz- und Wirtschaftskrise: Spanien Anstieg von 9,0 auf 23,3 Prozent, Griechenland 7,7 auf 21,0 (Dezember 2011), Portugal 8,4 auf 14,8, Irland 4,9 auf 14,8 Prozent (jeweils Januar 2008 – 2012). In Griechenland, das immer tiefer in der Krise versinkt, ist die Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist um 6,3 Prozentpunkte gestiegen.

Es zeugt von einem perfiden Zynismus, wenn sich die Europäische Kommission jetzt „besorgt über die Entwicklung auf den Arbeitsmärkten“ zeigt. Eine Kommissions-Sprecherin erklärte: Bei aller Bedeutung von Einsparungen der öffentlichen Hand komme es darauf an, Wachstum und Arbeitsplatzbeschaffung besser miteinander zu verknüpfen. Wer nur auf Sparen setze, verschärfe die Rezession; daher müsse der Arbeitsmarkt stärker in Wirtschafts- und Finanzpolitik berücksichtigt werden (FAZ, 3.4.12). Das verkündet gerade die EU-Kommission, die im Rahmen der Troika (EU-Kommission, EZB und IWF) den südlichen Peripherieländern ein Spardiktat nach dem anderen aufoktroyiert hat und diese Länder unter der Losung „Wettbewerbsfähigkeit“ direkt in den Ruin und die Rezession getrieben hat. Wobei keiner der neoliberalen Politiker und Ökonomen erklären konnte, für welche angeblich unentdeckten Märkte diese Ökonomien denn wettbewerbsfähig werden sollten. Wo, bitteschön, sind die zusätzlichen Marktlücken, die es zu decken gilt. Ansonsten sind alles Nullsummenspiele: Einen Weltmarktanteil, den ein wettbewerbsfähigeres Griechenland erobern würde, ginge einem anderen Exportland verloren. Es sei denn, die kaufkräftige Nachfrage würde durch entsprechende Lohnerhöhungen und wirksame Besteuerung der Reichen, verbunden mit entsprechender öffentlichen Daseinsvorsorge erhöht.

So aber dürfte der „griechische“ oder „spanische Weg“ der Einsparung hunderttausender Stellen im öffentlichen Dienst, der Kappung öffentlicher Investitionen, der Lohn- und Rentenkürzungen … die Arbeitslosigkeit weiter verschärfen und in die Depression münden. Aber auch die anderen Eurostaaten ziehen die Bleigewichte Schuldenbremse und Fiskalpakt weiter in den rezessiven Abschwung. Die Gefahr einer lang andauernden Stagnation ist nicht von der Hand zu weisen.

 

Text: Fred Schmid, isw

 

http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=3350:eu-und-euro-raum-rekord-arbeitslosigkeit&catid=39:kapital-a-arbeit&Itemid=87

 

 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Deutschland - Community: Kritische Massen
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Friday, 23. march 2012 5 23 /03 /März /2012 06:52

 

Diese Woche ging durch die Medien, dass sich das Steueraufkommen im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um über 7 % erhöht hat. Damit wurde der Rückgang im Januar mehr als ausgeglichen. Der Zuwachs kommt vor allem aus der Lohnsteuer und der Mehrwertsteuer, Mineralöl- und Tabaksteuer. Seit Februar ist auch bekannt, dass die gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von 20 Milliarden Euro aufgehäuft haben. - All das fliesst vor allem aus den Taschen der Masse der Lohnabhängigen, denen bei Tarifverhndlungen gleichzeitig "Angebote" gemacht werden, die auf einen Netto-Lohnverlust hinauslaufen. Rückläufige oder bestenfalls stagnierende Löhne auf der einen Seite, steigende Belastungen auf der anderen - das ist die "Sozialpartnerschaft" in der Praxis.

 

Die Beteiligung an den ver.di-Warnstreiks zeigt, dass der Geduldsfaden der "Arbeitnehmer" dünn geworden ist. Wenn und wo die Gewerkschaften mobilisieren, trifft das auf die Kampfbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen. Wenn die ver.di-Führung fest bleibt und keine faulen Kompromisse eingeht und die "Arbeitgeber" stur bleiben, kann im öffentlichen Dienst und bei Telecom ein ernsthafter Streikkampf geführt werden. Die Forderungen können erzwungen werden, wenn der Wille dazu da ist. Das wäre ein Signal: Bis hierher und nicht weiter ! Schluss mit dem Lohnabbau !

 

Branchenstreiks zur Durchsetzung von Tarifforderungen genügen aber nicht, um den Trend zur Minderung der Lohnquote zu brechen. Das Lohnniveau kann nur verteidigt werden, wenn den Kapitalisten die Hauptmittel aus der Hand geschlagen werden, mit denen sie die Löhne drücken, und die zynisch "Flexibilisierung des Arbeitsmarkts" genannt werden - die Leiharbeit, die Mini-Jobs, die tariffreien Arbeitsverhältnisse.

 

Die Lohndrückerei mit diesen "arbeitsmarktpolitischen Instrumenten" ist politisch durchgesetzt worden. Sie kann auch nur politisch gebrochen werden. Die Lohnabhängigen müssen endlich aufhören, die Partei zu wählen, die die Lohndrückerei politisch durchgesetzt haben - CDU/CSU, FDP, aber nicht weniger auch die SPD und die Grünen. Diese Parteien sind Feinde der Lohnabhängigen. Sie zu wählen bedeutet, den Stiefel, der einen tritt, auch noch abzulecken. Kreuzchenmalen kann man nebenbei. Aber selbst 30 % für die Linkspartei würden allein nichts ändern. Um den Trend zu brechen, braucht es das stärkste Machtmittel, das die Lohnabhängigen haben - den politischen Streik. Dieses Mittel nicht anzuwenden, bedeutet unweigerlich, sich den Kapitalisten und dem Staat zu ergeben, bestenfalls unter Führung vereinzelter Rückzugsgefechte bei Tarifbewegungen.

 

Dieses Mittel nicht anzuwenden bedeutet heute schon, dass ein Drittel der Lohnabhängigen an die Armutsgrenze getrieben worden ist. Es weiterhin nicht anzuwenden bedeutet, dass auch die besser gestellten Kolleginnen und Kollegen immer schlechter leben werden. Das ist keine Schwarzmalerei. Das ergibt sich zwingend daraus, dass die Arbeitgeberverbände und ihre Handlanger in den Parlamenten und Regierungen ihre Ziele noch längst nicht als erreicht ansehen und ohne Gnade den Lohnabbau weiter betreiben werden, wenn sie nicht gestoppt werden.

 

Politischer Streik ist verboten ? Das Grundgesetz garantiert die Koalitionsfreiheit. Dessen willkürliche Einschränkung durch die Juristerei ist nur so lange wirksam, wie die Lohnabhängigen sich von Amtsschimmeln vorschreiben lassen, was Recht und Unrecht ist. Einen politischen Generalstreik von Millionen mit juristischen Mitteln zu brechen, ist in Wirklichkeit nicht möglich. Die willkürliche "Auslegung" des Grundgesetzes ist ein Popanz, mit dem ein Tabu errichtet worden ist. Wenn dieses Tabu in der Praxis gebrochen werden würde. würde sich seine Hohlheit erweisen.

 

Deutschland ist das einzige Land in Europa, in dem die Koalitionsfreiheit der Lohnabhängigen juristisch so eingeschränkt ist. Woanders würden sich die Kolleginnen und Kollegen an die Stirn tippen, wenn ihnen irgend ein Richter oder Politiker erzählt, der politische Generalstreik sei rechtswidrig. Das funktioniert nur bei vorauseilendem staatsbürgerlichen Gehorsam. Wo die Lohnabhängigen selbstbewusst auftreten, funktioniert es nicht. Die Griechen haben 2011 acht Generalstreiks durchgeführt. Gestern waren die Portugiesen landesweit im Ausstand. In Italien wird ein Generalstreik vorbereitet. Und kein Gericht der Welt kann das verbieten. 

 

Hier einige Infos zum gestrigen Generalstreik in Portugal:

 

http://www.kominform.at/article.php/20120322225639837

 

Bilder vom Streik:

 

http://www.pcp.pt/greve-geral-22-marco-2012

 

Das können die Lohnabhängigen in Deutschland auch. Sie müssen nur wollen. Und wir werden wollen müssen. Andernfalls kratzen sie uns die Butter vom Brot.

 

 

 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Deutschland - Community: Kritische Massen
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Wednesday, 21. march 2012 3 21 /03 /März /2012 17:42

 

Die deutsche Wirtschaft hat sich in der Krise bisher gut gehalten. Die angeblichen Wachstumszahlen stimmen zwar nicht mit der Alltagserfahrung überein, in der die meisten Leute schon spüren, dass "es immer enger wird". Aber offensichtlich gibt es einen riesen Unterschied zwischen Deutschland und Süd- und Osteuropa. Das hängt miteinander zusammen. Die rücksichtslose deutsche Exportoffensive ruiniert die Wirtschaften anderer EU-Staaten. Die von Deutschland durchgesetzte rigorose Rücknahme staatlicher Leistungen in den EU- bzw. Euro-Staaten bei gleichzeitig steigender Steuerlast für die Masse der Bevölkerung im Namen staatlicher Haushaltsdisziplin - in Wirklichkeit für die Übernahme der Schulden privater Banken und "Investoren" durch die Staaten - ruiniert sie zusätzlich.

 

Der Ruin der anderen bedeutet aber für Deutschland: bisher ziemlich glimpflich davongekommen. Für die mittlerweile 25 % der Lohnabhängigen, die unter 1000 Euro brutto verdienen, gilt das natürlich nicht. Sie sind an oder unter die Armutsgrenze gedrückt worden. Der Verarmung des unteren Drittels steht aber gegenüber, dass die beiden anderen Drittel, darunter der industrielle Kern der Arbeiterklasse, bisher von der Krise noch nicht wirklich "existentiell" betroffen sind. Verunsicherung und Angst sind da, einen gewissen Rückgang des eigenen Lebensstandards spüren auch die Noch-Normalverdiener, aber die meisten hoffen noch, relativ ungeschoren davonzukommen.

 

Die Merkel-Regierung bleibt deshalb, von der Schwindsucht der FDP abgesehen, bisher stabil. Sie scheint auf solidem festen Kurs zu sein. Fällt die FDP aus, wird halt grosse Koalition mit der SPD gemacht. Das ist einfach, weil, die demagogischen Sprüche fürs Volk in Abzug gebracht, die beiden "Volksparteien" einander witschafts- und sozialpolitisch gleichen wie eine Arschbacke der anderen.

 

Der "klare Kurs" ist auf Zeitgewinn berechnet. Seine Richtung ist aber die Richtung ins Desaster. Die Hoffnungen der Mehrheit der Lohnanbängigen und kleinen Selbständigen, trotz der tiefen Einbrüche überall rundherum werde ausgerechnet Deutschland verschont bleiben, sind trügerisch. Berechtigt sind sie nur für die Geldsäcke, die den Kurs der Merkel-Regierung bestimmen. Sie blähen sich auch und  erst recht, wenn die lieben Mitarbeiter baden gehen.

 

Hier eine Einschätzung von Foreign Policy zu den Aussichten:

 

 

 

Berlins europäische Rezession

 

16.03.2012

 

BERLIN

 

http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58292

 

 

 

(Eigener Bericht) - Das von Berlin und Brüssel verordnete Spardiktat treibt nahezu alle verschuldeten Länder Südeuropas immer tiefer in die Rezession. Dies zeigen neue Daten über die ökonomische Entwicklung Spaniens, Italiens, Portugals und Griechenlands. Demnach ist etwa die Wirtschaft Portugals im letzten Quartal 2011 um 1,3 Prozent eingebrochen und könnte in diesem Jahr um bis zu sechs Prozent schrumpfen. Die italienische Industrieproduktion verzeichnet starke Rückgänge. Die Umsätze im spanischen Einzelhandel - ein Indikator für den privaten Konsum - sind im Vergleich zu 2007 um fast ein Viertel gesunken. Griechenland nähert sich inzwischen dem ökonomischen Niveau von Staaten Lateinamerikas oder Südostasiens an, die bisher deutlich hinter europäischen Standards zurücklagen. Weil die massiven Einbrüche auch deutsche Exporte treffen, droht die Rezession auf längere Sicht auch auf Deutschland zurückzuschlagen - mit gravierenden Folgen.

 

"Auf dem richtigen Weg"

 

Berlin setzt seinen desaströsen wirtschaftspolitischen Sparkurs weiterhin in ganz Europa durch. Unbeirrt von der einbrechenden Rezession in Teilen der Eurozone sprechen sich führende deutsche Politiker und Funktionsträger ungebrochen für eine Fortführung der Austeritätspolitik aus, die mit der Unterzeichnung des EU-Fiskalpakts am 2. März für nahezu alle EU-Staaten verbindlich wurde. Am 6. März erklärte etwa Finanzminister Wolfgang Schäuble, Europa befinde sich nach der Unterzeichnung des Fiskalpakts auf "dem richtigen Weg".[1] Er hoffe, dass bald alle Mitglieder der EU das maßgeblich von Berlin formulierte Abkommen unterschrieben, ergänzte er unter Verweis auf Tschechien und Großbritannien, die sich dem eine schleichende Erosion staatlicher Souveränität bewirkenden Vertragswerk verweigert haben. Am 13. März hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann "härtere Reformen" und vermehrte Sparbemühungen von den südlichen Euroländern eingefordert, die derzeit nahezu geschlossen in Rezession übergehen.[2]

 

Rezession in Spanien

 

Eine dramatische Zuspitzung erfuhr etwa die Lage in Spanien, das seit dem Amtsantritt der Rechtsregierung um Ministerpräsident Mariano Rajoy einen strikten Sparkurs verfolgt. Aufgrund der bereits beschlossenen Sparmaßnahmen schrumpfte die Wirtschaftsleistung des Landes im vierten Quartal 2011 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Regierung Rajoy geht für dieses Jahr von einer sich verschärfenden Rezession aus, die zu einer Kontraktion der Wirtschaft um insgesamt 1,7 Prozent führen werde. Spanien wies im Februar die europaweit höchste Arbeitslosenquote von offiziell 21,2 Prozent auf, wobei die Jugendarbeitslosigkeit inzwischen sogar auf 46 Prozent gestiegen ist. Zum Vergleich: Vor Krisenbeginn, Mitte 2007, lag die Arbeitslosigkeit südlich der Pyrenäen bei rund acht Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit bei circa 15 Prozent. Der Abschwung auf der iberischen Halbinsel wird - ähnlich wie in Griechenland - durch eine aufgrund der Sparmaßnahmen einbrechende Binnennachfrage ausgelöst. So sanken die spanischen Einzelhandelsumsätze im vergangenen Januar um 4,8 Zähler gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wobei die ganze Dramatik des Einbruchs erst aus einer längerfristigen Perspektive sichtbar wird: Gegenüber März 2007 schrumpften die Umsätze im Einzelhandel sogar um 23 Prozent.

 

Weiter "sparen"

 

Die sich zuspitzende Wirtschaftslage nötigte die Regierung Rajoy, den von der EU vorgegebenen Sparplan infrage zu stellen. Ursprünglich wollte sie das spanische Haushaltsdefizit von 8,5 Prozent im Jahr 2011 auf 4,4 Prozent senken, doch die an Fahrt gewinnende Rezession ließ die spanische Defizitprognose auf 5,8 Prozent ansteigen. Nach kontroversen Verhandlungen in Brüssel am vergangenen Montag musste Madrid weitere Einsparungen in Höhe von 0,5 Prozent des BIP zusagen, um eine leichte Erhöhung der Defizitgrenze auf 5,3 Prozent eingeräumt zu bekommen. Spanien müsse dieses Jahr "größere Konsolidierungsanstrengungen" unternehmen, mahnte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker, der zugleich bekräftigte, das Land habe ab 2013 sein Haushaltsdefizit unbedingt unter die Grenze von drei Prozent des BIP zu drücken.[3]

 

Abschwung in Italien

 

In Italien vertieft sich ebenfalls der Abschwung, der bereits in der zweiten Jahreshälfte 2011 eingesetzt hat. Selbst die EU-Kommission geht in ihrer Prognose davon aus, dass die Wirtschaft südlich der Alpen im ersten Quartal 2012 um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal schrumpfen werde. Dabei könnte sich diese Prognose als zu optimistisch erweisen: Schon der jüngst gemeldete Einbruch der italienischen Industrieproduktion fiel mit rund 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat rund dreimal so hoch aus wie von Experten prognostiziert. Die Technokraten-Regierung um den von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy durchgesetzten Ministerpräsidenten Mario Monti hatte ebenfalls Austeritätsprogramme durchgepeitscht, die mit Mehrwertsteuererhöhungen, Rentenkürzungen und einer weiteren Deregulierung des Arbeitsmarktes einhergehen - und die, wie die Sparmaßnahmen in Griechenland, zum Einbruch der Binnennachfrage führen. So sanken die Pkw-Neuzulassungen in Italien im Februar um18,9 Prozent; dies traf übrigens auch deutsche bzw. in Deutschland produzierende Hersteller wie Audi (-35 %), Mercedes (-14%) und Opel (-40%). Die Einzelhandelsumsätze fielen in Italien bis zum Dezember noch relativ moderat - um 6,3 Prozent gegenüber dem Hoch vom Februar 2008; dies dürfte sich aber angesichts der noch bevorstehenden Umsetzung einiger Sparmaßnahmen wie etwa weiterer Mehrwertsteuererhöhungen rasch ändern.[4]

 

Portugal stürzt ab

 

Besonders hart haben die von Brüssel und Berlin oktroyierten Sparmaßnahmen Portugal getroffen, das eine rasante Beschleunigung seiner Rezession erfährt: Im dritten Quartal 2011 schrumpfte die portugiesische Wirtschaft um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, im vierten Trimester waren es schon 1,3 Prozent. Für dieses Jahr erwartet das verarmte Land unterschiedlichen Prognosen zufolge einen Wirtschaftseinbruch von 3,3 bis zu sechs Prozent.[5] Die Arbeitslosenquote stieg in Portugal inzwischen auf 14,8 Prozent, während die Rechtsregierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho alle Hebel in Bewegung setzt - Massenentlassungen und Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst oder überstürzte Privatisierungen -, um das Defizitziel von 4,5 Prozent für 2012 trotz Rezession zu realisieren.

 

Auf dem Weg in die "Dritte Welt"

 

Wohin diese von der deutschen Regierung ganz Europa verordnete Austeritätspolitik führt, illustriert der dramatische Zusammenbruch Griechenlands, das inzwischen buchstäblich in den Kollaps gespart worden ist. Das Land, das allen Prognosen zufolge 2012 das vierte Jahr in Folge in der Rezession verbleiben wird, nähert sich immer stärker dem ökonomischen Stand von Ländern der sogenannten Dritten Welt an. Sollte die Kontraktion der Wirtschaft anhalten, werden Länder wie Vietnam oder Peru an Griechenland vorbeiziehen, sagt die deutsche Wirtschaftspresse voraus. Bei einer stärkeren Rezession könnte sogar Bangladesch ein höheres Bruttoinlandsprodukt in Relation zur Kaufkraft als Griechenland aufweisen. Die Financial Times Deutschland spricht von einem "historisch beispiellosen" Kollaps der Wirtschaft: "Einige Experten fürchten, dass das BIP 2012 erneut um bis zu acht Prozent schrumpft nach voraussichtlich rund 6,5 Prozent 2011." Es handele sich "wohl um die schwerste Rezession der Nachkriegszeit in einem westlichen Land", urteilt Barry Eichengreen, Wirtschaftshistoriker an der Universität Berkeley.[6]

 

Rückschlag auf Deutschland

 

Dabei wird sich auch Deutschlands Exportindustrie dem Abwärtssog in der Eurozone auf lange Sicht kaum entziehen können - trotz steigender Ausfuhren in sogenannte Schwellenländer. Die Auftragseingänge der deutschen Industrie aus EU-Ländern gehen inzwischen dramatisch zurück: "Bereits ab der Jahresmitte waren die Neuaufträge aus den Ländern der Währungsunion immer weiter eingebrochen, nachdem im Sommer die Schuldenkrise erneut eskaliert war", berichtet die Wirtschaftspresse. "Zudem ging infolge starker Einsparungen in vielen Absatzmärkten die Nachfrage nach deutschen Produkten zurück."[7] Das Berliner Spardiktat droht letztlich auch die exportabhängige deutsche Volkswirtschaft in die Rezession übergehen zu lassen - und dann würde wohl auch die deutsche Bevölkerung mit ähnlichen Kahlschlagsprogrammen konfrontiert wie jetzt die Bevölkerungen Griechenlands, Portugals, Spaniens und Italiens.

 

Weitere Berichte und Hintergrundinformationen zur Euro-Krise finden Sie hier: Die deutsche Transferunion, Die Germanisierung Europas, Aus der Krise in die Krise, Steil abwärts, Der Wert des Euro, Die Widersprüche der Krise, Der Krisenprofiteur, Erkenntnisse einer neuen Zeit, Souveräne Rechte: Null und nichtig, Die Folgen des Spardiktats, Auf Kollisionskurs, Europa auf deutsche Art (I), Europa auf deutsche Art (II), Ausgehöhlte Demokratie, Jetzt wird Deutsch gesprochen, Ein imperiales System, Die USA Europas, Alte Dämonen, Va Banque, Va Banque (II), Europa: Am Rande des Abgrunds, aber deutsch und Europa: Am Rande des Abgrunds, aber deutsch (II).

 

[1] Germany Fin Min: EU On "Right Path" With Fiscal Compact; online.wsj.com 07.03.2012

 

[2] Weidmann fordert härtere Reformen von den Eurostaaten; www.focus.de 13.03.2012

 

[3] Eurozone knöpft sich Spanien vor; www.handelsblatt.com 12.03.2012

 

[4] Europas Sorgenkinder; www.handelsblatt.com 23.02.2012

 

[5] Europa spart sich in die Rezession; www.ftd.de 15.02.2012

 

[6] Dramatischer Wohlstandsverlust in Griechenland; www.ftd.de 13.03.2012

 

[7] Euro-Krise peinigt deutsche Exporteure; www.ftd.de 13.03.2012



via http://www.triller-online.de/index2.htm





von Sepp Aigner - veröffentlicht in: Deutschland - Community: Kritische Massen
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