Sunday, 8. november 2009 7 08 /11 /Nov. /2009 07:44



Und sie fuellten die Plaetze,
Wo man Weiber hat und Wein,
Und sie fuehrten die Gesetze
Von ganz frueher wieder ein,
Stahlen auch mit langen Fingern
Land und Haeuser, Vieh und Brei,
Und ein Heer von Peitschenschwingern
Brachte uns Gehorsam bei.

Peter Hacks (aus: Die dreissig Tyrannen)

 
Verlockung

Die Tuer stand offen, doch das Haus
war fremd.
Beim Eintritt bemerkt`ich, dass die Tuere
klemmt.
Wohl dennoch drinnen, welch ein
Selbstgefall`n !
Da hoert ich seltsames Gelaechter
schall`n ...
Die Tuer war schon zu, verschlossen,
In einem fremden Haus voll fremder
Zeitgenossen.

Was bot ich feil ? Was hatte ich zu
bieten ?
In diesem Haus mit den fremden
Riten ?
So teuer nun bezahl ich, sitze drin.
Und die Gefangenschaft, sie ist mein
Hauptgewinn.
Geh nie durch fremde, offene, grosse
Tueren.
Sie sind als Grenze spaet, zu spaet
zu spueren.

E. Rasmus


geklaut bei: http://www.rotfuchs.net/Zeitung/Aktuell/RF-142-11-09.pdf   

 

__________________

update 6. Juli 2011:

 

E. Rasmus hat mich gerügt, weil ich den Wortlaut seines Gedichts nichtk orrekt wiedergegeben habe. Sorry. Der  von ihm übermittelte richtige Wortlaut steht jetzt oben, der fehlerhafte ist getiltet. 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: DDR - Community: Kritische Massen
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