Dreieinige Scheinheiligkeit

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die katholische Kirche hat zum Putsch der Militaers in Honduras kein Woertchen gesagt. Konnten gutglaeubige Glaeubige bis gestern noch unterstellen, die Kirche halte sich aus politischen Angelegenheiten heraus und schweige deshalb, sind sie seit gestern belehrt.

- Der Bischof von Tegucigalpa stellte sich vor die Mikrofone und forderte von Praesident Zelaya, nicht nach Honduras zurueckzukehren, weil er damit ein Blutbad verursachen wuerde. Es sind also nicht die Putschisten, die mit ihrem Streich ein Blutbad heraufbeschwoeren, sondern es ist der gewaehlte Praesident, den sie aus dem Land geworfen haben, und der sich nicht damit abfinden will. Es sind die Bauern und Arbeiter, die auf den taeglichen Kundgebungen Zelayas Ruekkehr fordern, die fuer ein moegliches Blutbad verantwortlich sein werden.

Wer wird das Blutbad anrichten ? Und wessen Blut wird fliessen ? Die Armen haben, leider, keine Waffen. Wenn es zum Blutbad kommt, werden sie es sein, die gemetzelt werden. Und daran sind sie, wenn es nach dem Bischof geht, auch noch selber schuld. Wer nicht aufhoert zu demonstrieren, muss eben eines Tages zusammengeschossen werden.

Die Soldateska, ausgeruestet und ausgebildet von den USA und gefuehrt von US-"Beratern", eine heruntergekommene Bourgeoisie, die Honduras seit Menschengedenken in Armut und Abhaengigkeit von den USA haelt, und ein katholische Hirarchie, die sich nicht der "Muehseligen und Beladenen" annimmt, sondern selbst Teil des Kluengels der Reichen ist: Das ist die dreieinige Scheinheiligkeit in Honduras, und nicht nur dort.


Veröffentlicht in Honduras

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post