Aegypten: Das Regime erodiert

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

 

 

In Aegypten mehren sich die Anzeichen, dass politische Veraenderungen bevorstehen. Mubaraks Regime, da sich auf Armee, Geheimdienst und seine Quasi-Staatspartei NDP stuetzt, wird schwaecher. Seine politische Anlehnung an die USA und Israel ist unpopulaer. Das Leben der Masse der Bevoelkerung wird schlechter. Immer wieder kommt es wegen steigender Lebensmittelpreise zu Unruhen. Mubarak selbst ist alt, und die Aspiranten auf seine Nachfolge bginnen, sich in die Startloecher zu begeben, so der ehemalige Chef der Internationalen Atomaufsichtsbehoerde, Herr Barnabei.

 

Die eiserne Hand des Regimes kann nicht verhindern, dass sich Teile der unteren Klassen und Schichten illegal organisieren. Von den Muslimbruedern wird gesagt, dass sie bei freien Wahlen eine Mehrheit haetten. Die kommunistische Partei muss im Untergrund arbeiten. Aber die Arbeiterbewegung regeneriert sich und ist im Aufschwung. Eine junge Generation hat begonnen, sich in Gewerkschaften zu organisieren. Einige wichtige Streikkaempfe wurden gewonnen.

 

Hier steht ein Interview mit einem Gewerkschaftsfunktionaer, das nicht nur dessen persoenliche Geschichte beleuchtet, sondern auch einige Einblicke in die allgemeine aktuelle Lage gibt:

 

http://www.almasryalyoum.com/en/news/labour-leader-nagi-rashad-profile

 

Wie es in Aegypten weitergeht, hat einige internationale Bedeutung. Mit 83 Millionen ist es das bei weitem volkreichste Land in Nordafrika und unter den arabischen Staaten. Das Land hat die fast dreifache Flaeche Deutschlands. Seine geopgraphische Lage geben ihm strategische Bedeutung - Suezkanal, Nachbarstaat Israels, einer der bedeutenden Staaten Afrikas. Vor der aussenpolitischen Umorientierung in den 1970er Jahren war Aegypten neben dem damaligen Indonesien und Jugoslawien ein wichtiger Protagonist der Blockfreien Staaten, die sich im Schutz der SU eine Zeitlang einige Bewegungsfreiheit gegenueber den Dominanzanspruechen der USA und des "Westens" verschaffen konnten.

 

In diesem Artikel macht sich DIe Zeit gewisse Sorgen um die Zukunft:

 

http://www.zeit.de/2005/36/Mubarak 

 

 

 

Veröffentlicht in Naher-Mittlerer Osten

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