Artikel teilen! Afrika: China als Alternative zum Neokolonialismus: Wenn überhaupt etwas über die chinesischen Beziehungen mit Afrika in die westlichen Medien ...
Wenn überhaupt etwas über die chinesischen Beziehungen mit Afrika in die westlichen Medien gelangt, ist gewöhnlich zu lesen, dass sich dort chinesische Konzerne genau so aufführen wie die westlichen. Das eignet sich gut für Meinungsmache, aber ein realistisches Bild von der tatsächlichen Entwicklung ist damit nicht zu gewinnen. Die Wahrheit sieht ziemlich anders aus.
Im Jahr 2004 hat Jean-Paul Pougala einen Artikel geschrieben, in dem er sich mit dem Umgang der alten europäischen Kolonialstaaten mit Afrika befasst und erläutert, was China in Afrika ganz anders macht als diese; neokoloniale Unterdrückung und Ausbeutung auf der einen Seite, gleichberechtigte Beziehungen zum gegenseitigen Nutzen auf der anderen. Obwohl der Artikel acht Jahre alt ist, ist er höchst aktuell. Die Dummheit und Arroganz der einen ist seitdem sogar noch gewachsen - und China hat inzwischen seine Beziehungen mit Afrika noch viel weiter vorangebracht als das 2004 schon abzusehen war. Der ganze Text Poulagas steht hier: http://antikrieg.com/aktuell/2011_11_28_chinabei.htm .
Der Teil, der sich mit China in Afrika beschäftigt ist hier gespiegelt:
... Und dann kam eines Tages China
China will Europa in den Herzen der Afrikaner ersetzen, und es ist dabei, dieses Ziel mit erstaunlicher Leichtigkeit zu erreichen. Es hat ein jährliches China-Afrika-Forum eingerichtet, bei dem sich einmal im Jahr alle afrikanischen Länder in Peking treffen. In diesem Forum erstellen die afrikanischen Länder eine Liste der möglichen Projekte, die gemeinsam in einem oder fünf oder zehn Jahren entwickelt werden sollen. Während in der Vergangenheit Europa seine gerade fertig ausgebildeten Ärzte schickte, um Erfahrungen mit der Medizin zu machen, hat China ein großes Kinderspital und ein Krebszentrum errichtet. Heute sind fast alle afrikanischen Universitäten mit chinesischen Universitäten verschwistert und der Austausch ist sehr intensiv.
Wo Europa die Entwicklung des Gemeinwesens seinen NGOs überlassen hat, die nach einem großmütigen Patent für Afrika suchen sollten, hat China die Praxis der Verschwisterung von Städten und Dörfern etabliert, und heute ist fast jede afrikanische Stadt mit einer chinesischen Stadt verbunden, und die meisten Projekte für die kommunale Entwicklung werden im Rahmen solcher Beziehungen abgewickelt. Die Afrikaner scheinen sehr interessiert zu sein an dieser neuen Form der Kooperation. Sportanlagen werden hier und dort in Afrika errichtet, und bei den nächsten Olympischen Spielen in Peking 2008 sollten Afrikaner in Disziplinen auftreten, die von ihnen üblicherweise nicht erwartet werden.
Was will China im Austausch dafür haben? All diese Großzügigkeit ist sicher nicht nur von philantropischen Absichten geleitet. China wird, wie Europa, angezogen von den natürlichen Ressourcen, die Afrika im Überfluss besitzt, aber es geht so vor, dass es sich den Afrikanern in einer Gestalt präsentiert, die sich total von der Europas unterscheidet. China scheint den Afrikanern sagen zu wollen, dass es nicht sein wird wie Europa, das nur die afrikanischen Ressourcen nehmen will und das Paradoxon schafft, dass letztlich Afrika es ist, das Schulden an Europa zahlen muss und dabei weiterhin arm bleibt. Offensichtlich ist China bestrebt, einige der immer wieder auftretenden Fehler in der Haltung Europas zu vermeiden. In verschiedenen Ländern kauft China Rohstoffe zu Preisen, die nichts zu tun haben mit denen der Londoner Börse, wo die Produkte ironischerweise als kolonial bezeichnet werden. Die Priorität in seinen Beziehungen zu Afrika liegt bei den erdölproduzierenden Ländern. Im Sudan, dem neuen Eldorado für Erdöl in Afrika, genießt China praktisch eine Monopolstellung.
Angola, das monatelang Europa um ein Darlehen gebeten hat, ohne eines zu bekommen, für einen Neustart seiner Wirtschaft nach Jahren des Bürgerkriegs, bekam von China die Zusage für einen Kredit von 3 Milliarden Dollars, ohne Zinsen und ohne irgendwelche Bedingungen, die sich in Angolas innere Angelegenheiten einmischten. Diese eine gute Atmosphäre verbreitende Operation wirkt sich sehr positiv auf die chinesische Diplomatie aus, die in Peking einen Aufmarsch von politischen Führern aus dem afrikanischen Kontinent verzeichnen kann.
Die Konferenz der chinesischen und afrikanischen Geschäftsleute wird in Afrika (Addis Abeba) abgehalten, parallel zur Konferenz der Minister des Kooperationsforums, die an den gleichen Tagen stattfindet. In gerade einmal zwei Treffen hat China, geht man vom Enthusiasmus aus, der in einigen afrikanischen Hauptstädten anzutreffen ist, in den Herzen der Afrikaner die Führung über Europa übernommen, auf Grund des bemerkenswerten Inhalts der Vereinbarungen, die erzielt wurden:
1. Seit Dezember 2003 können alle afrikanischen Länder ihre Produkte zollfrei nach China exportieren, ohne jegliche Unterscheidung, während die Abkommen zwischen ACP und EU ihre Grenzen erwiesen haben.
2. Der Aktionsplan 2004-2006 wurde angenommen, in dem die beiden Parteien sich in vielen Bereichen zu einer Zusammenarbeit verpflichten, die praktisch das gesamte wirtschaftliche, politische und kulturelle Leben eines Landes umfasst: Verkehr, Telekommunikation, Energie und Versorgung mit Wasser und Elektrizität.
Und zusätzlich gibt es die Streichung der Schulden von 31 afrikanischen Ländern durch China, die Anerkennung von 8 weiteren als touristische Destinationen, wodurch sie profitieren können von der Gottesgabe der neuen chinesischen Touristen, die schon begierig darauf sind, umso mehr Geld auszugeben, als ihr Lebensstandard steigt.
3. Afrika, das einen großen Nachholbedarf hatte im Bereich der Telekommunikation, erfährt heutzutage ein exponentielles Wachstum von neuen Telefonleitungen, dank chinesischer Technologie.
4. Während die afrikanischen Länder zu mehreren G8-Gipfeln nach Genua eingeladen wurden, die nie die Versprechen betreffend die Realisierung von NEPAD-Projekten hielten, stellt China finanzielle und materielle Beihilfen zur Verfügung, um seine Kooperation mit Afrika zu stärken in den Gebieten mit Priorität, die von NEPAD vorgegeben werden, in denen es geht um Infrastruktur, Prävention und Heilung von ansteckenden Krankheiten wie Aids und Tuberkulose, sowie um die Entwicklung von menschlichen und landwirtschaftlichen Ressourcen.
5. Während Europa die Entwicklung Afrikas den NGOs überlässt, die sich mit dieser oder jener sozial dringlichen Angelegenheit beschäftigen, ist China bestrebt, gemeinsam mit den Afrikanern die idealen Bedingungen zu entwickeln, damit chinesische Unternehmen aller Bereiche sich in Afrika ansiedeln können. Am 17. Dezember 2003 schlossen 17 chinesische Unternehmen Verträge im Gesamtwert von 460 Millionen Dollars über die Errichtung von Fabriken (für die Produktion von Zement, Zucker, Textilien), Wasserkraftwerken und pharmazeutischen Firmen mit Äthiopien, Nigeria, Kap Verde, Ruanda, Uganda, Sudan und Tansania ab. Bei der Vertragsunterzeichnung stellte der kapverdische Wirtschaftsminister Dr. Avelino Bonifacio fest, dass diese konkreten Projekte diejenigen sind, die „den Unterschied zwischen der afrikanisch-chinesischen Kooperation und der zwischen Afrika und den anderen Ländern der Welt offenkundig machen“.
6. China hat eine sehr eigenartige Initiative gestartet: es hilft den afrikanischen Ländern, die keine Mitglieder der WTO sind, dieser Organisation beizutreten, um gemeinsam dafür zu kämpfen, dass sich die reichen Länder an die Regeln halten, welche gerade von den Ländern übertreten werden, die eigentlich die Garanten für den Liberalismus im Austausch zwischen den Ländern sein sollten. Auf diese Weise könnte das Problem der afrikanischen Baumwolle endlich zu einer Lösung kommen.
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