Agentenablösung bei Al Jazeera

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Al Jazeera-Chef Wadah Chanfar ist von seinem Posten zurückgetreten. Seine Agentenrolle ist zu peinlich geworden ( http://www.jungewelt.de/2011/09-22/024.php ). Wer die Informationspolitik dieses Senders in Sachen Libyen und Syrien verfolgt, kann leicht erkennen, in wessen Diensten er steht. Aber wenn allzu offen und direkt nachweisbar wird, dass sein Chef direkt "Kontakte" zur CIA pflegt, muss er ausgewechselt werden. Al Jazeera hat nämlich ein Problem: Die Hauptadressaten seiner Botschaften sind die Bürger arabischer und muslimischer Länder, bei denen ein "enges Verhältnis" zum "Westen" nicht gut ankommt. Deshalb gibt sich Al Jazeera z.B. auch betont "palästinafreundlich" und kritisiert das Imperium und die westeuropäischen Staaten häufig - bei Themen, die nicht weh tun, aber das Image als "unabhängiges" und "seriöses" Medium pflegen helfen.

 

Al Jazeera meldet den Rücktritt seines Direktors so: http://english.aljazeera.net/video/middleeast/2011/09/2011921121515194101.html 

 

In einem weiteren Beitrag zitiert der Sender seinen geschassten Chef mit einem unfreiwillig komischen Statement:

 

"State media was prevalent and was blatantly used for propaganda and misinformation. Within such an environment the public probably doubted that Al Jazeera would fulfill its promise of independent journalism. ...

 

 

"We managed to pleasantly surprise them by exceeding all expectations." 

 ( http://english.aljazeera.net/news/middleeast/2011/09/201192012481969884.html )

 

- So kann man es sagen.Herr Chanfar und seine Crew haben wirklich alle Erwartungen übertroffen. Bloss erwischen lassen hätte er sich dabei nicht sollen. Nach einem solchen Fehler wird man strafversetzt. Welchen Nachfolger Sheikh Ahmed bin Jassim bin Mohammed Al Thani, Herrscher von Dubai von US-Gnaden, jetzt ernennen darf, ist noch nicht bekannt. Aber sicher ist, dass die CIA-Seriösitat des Senders erhalten bleibt.

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