Alle deutschen bürgerlichen Parteien haben einen Vogel, den sie lieber verschweigen

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In diesem Blogeintrag http://kritische-massen.over-blog.de/article-traditionsbewusstes-aussenministerium-115208624.html habe ich einen Artikel in der FAZ verlinkt, der sich mit der SOG (Südosteuropa Gesellschaft) und dem Mann, dessen Name gut zwei Jahrzehnte lang den von der SOG verliehenen Journalistenpreis "zierte", befasst: Robert Vogel. Die SOG ist nur der Form nach eine private Organisation. Sie wird vom Aussenmnisterium finanziert und funktioniert im Netz der deutschen Aussenpolitik. Die deutsche Regierung ist politisch dafür verantwortlich, wen sie finanziert. Ein trockenes Statement, man mische sich nicht in die SOG ein, hilft da nicht. Man mischt sich ja dadurch ein, dass man die SOG mit Steuermitteln am Leben erhält.

 

Was ist aber von einer Südosteuropa Gesellschaft zu halten, die ihren Preis nach einem Nazi-Propagandaisten benennt ? Dass man in der SOG und im Aussenministerium nicht gewusst hat, wer dieser Robert Vogel war, ist nicht glaubhaft. Man hat es gewusst und nicht geändert. Warum nicht ?

 

Die Affäre wirft ein Spotlight auf die Tradition der deutschen Aussenpolitik, darauf, dass die BRD unmittelbar an das Nazi-Erbe angeknüpft hat, mit dem alten Nazi-Personal. Robert Vogel ist hier nur ein Name unter vielen. Und wie in vielen anderen Fällen kann man nicht sagen, Vogel sei nur ein Mitläufer gewesen. Er war ein widerlicher rassistischer Hetzer und Hitler-Verehrer.

 

Hätte der Journalist, der in diesem jahr mit dem Robert-Vogel-Preis ausgezeichnet werden sollte, sich nicht geweigert, einen Preis anzunehmen, der den Namen eines Nazi-Propgandisten trägt, wäre nichts ruchbar geworden. Jetzt ist es ruchbar geworden - und die SOG findet kein Wort der Erklärung. Sie versucht, den Skandal zu übergehen. Sie versucht, ihre eigene Geschichte zu übergehen - die Geschichte einer "kulturpolitischen" Institution der BRD, die mit Nazi-Personal an die Nazi-Politik anknüpft.

 

Der Sozialdemokrat Gernot Erler ist der derzeitige Präsident der SOG. Der selbe Gernot Erler ist stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Und zur diesjährigen Preisverleihung der SOG kamen, wie immer, die Honoratioren der Republik, "Professoren,Bundestagsabgeordnete, Staatssekretäre", wie die FAZ schreibt. Und alle schweigen. Die bürgerlichen Parteien "kennen keine Parteien mehr", wenn es um die deutsche Aussenpolitik geht, die mit anderen Mitteln die imperialistische Aussenpolitik des "III: Reichs" fortsetzt. Die grosse völkische Koalition erstreckt sich von CDU/CSU und FDP über die Grünen bis zur SPD. Das Schweigen über Robert Vogel ist ein beredtes.

 

Die FAZ verfolgt die Affäre verdienstvollerweise weiter mit diesem Artikel:

 

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rudolf-vogel-medaille-durch-dick-und-duenn-mit-adolf-hitler-12057440.html

Veröffentlicht in Gegen Rechts

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