Alter Käse in neuer Verpackung: Keynes kontra "Neoliberalismus"

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Die mehr oder weniger keynesianistische Wirtschafts- und Ordnungspolitik der ersten Jahrzehnte nach dem II,. Weltkrieg wurde nicht von einer "neoliberalen Regulierung" abgelöst, weil mal wieder etwas Neues ausprobiert werden sollte. Sie wurde abgelöst, weil sie an ihre Grenzen gelangt war. Die Profitraten sanken. Neue Profitquellen sollten aufgetan werden.

 

Jetzt steht der "Neoliberalismus" vor dem selben Problem, vor dem der "Keynesianismus" vor drei Jahrzehnten gestanden hatte. Im Reich der Sepkulation entstehen auch keine Profite. Dort wird nur um deren Aneignung gehandelt und betrogen. Und der Rest des "Neoliberalismus", die neuen Profitquellen aus privatiserten ehemals öffentlichen Dienstleistungen, die Absenkung der Löhne, das Herabdrücken der, vom Kapitalstandpunkt aus gesehen, überflüssigen Teile der Bevölkerung in unmittelbare existentielle Armut, ist zwar noch im Gang und wird noch weiter forciert, aber der Preis wird auch schon sichtbar: Die Massenunterstützung für den Kapitalismus verflüchtigt sich, erste Massenbewegungen zeigen, dass es für die Geldsäcke gefährlich werden könnte.

 

Hohe Zeit, die alte keynesianistische Schimäre wieder aus der Mottenkiste zu holen - nicht, um irgendetwas davon wieder zu realisieren, sondern um die sich ausbreitende Verdrossenheit der maulenden Bürger mit "Alternativen" zu beschäftigen, die erstens zu nichts führen und zweitens, wo doch, für die kapitalistische Ordnung jedenfalls ungefährlich sind. Tante FAZ, die verschlagene alte Vettel, lässt heute zu diesem Zweck einen USamerikanischen Professor zu Wort kommen, der gnadenlos mit den "Finanzhaien" abrechnet - um die alten Illusionen wiederzubeleben:

 

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/oligarchie-der-finanz-der-krieg-der-banken-gegen-das-volk-11549829.html

 

 

Veröffentlicht in Weltwirtschaftskrise

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