Atomwaffen raus aus Deutschland

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner



Auf dem Fliegerhorst Buechel in der Eifel lagern immer noch Wasserstoffbomben, die jederzeit einsatzbereit sind. Angeblich soll es sich um 20 Stueck handeln. Alle uebrigen Atomwaffen sollen in den letzten 20 Jahren angeblich aus Deutschland abgezogen worden sein, Buehel der einzige noch aktive Standort sein. Allerdings gibt es dazu keine offiziellen Angaben. Atompolitik ist Staatsgeheimnis.

Im aktuellen Zusammenhang mit den Diskussionen in Japan um die aufgedeckten Geheimvertraege mit den USA zur Stationierung von Atomwaffen auf japanischem Boden wird verschiedentlich die Meinung vertreten, es handele sich auch bei der Stationierung von Atomwaffen auf deutschem Boden um einen Ausdruck der Unterwuerfigkeit Deutschlands gegenueber den USA und um ein Abhaengigkeitsverhaeltnis. Das wird z.B. heute von Yavuz Oezoguz auf der Seite muslim-markt vertreten ("Wie funktioniert die US-Diktatur in Japan und Deutschland ?",
http://www.muslim-markt.de/forum/recent.htm )

Aber so einfach ist die Sache nicht. Es geht hier auch um originaeres Interesse des deutschen Staates, das dieser, unbekuemmert um die ueberwaeltigenden Mehrheiten in der Bevoelkerung, die gegen Atomwaffen sind, im Sinn seiner Machtentfaltung verfolgt. Deutschland kann sich aus politischen Gruenden nicht zur eigenstaendigen Atommacht aufschwingen. Die historische Schuld des Deutschen Reichs am II. Weltkrieg wirkt hier immer noch als Hypothek. Diese einfach zu ignorieren, haette immense politische Kosten zur Folge, die eine Status-Erhoehung als Atommacht kaum aufwiegen wuerde.

Daher sind dem deutschen Staat nur zwei Optionen geblieben:

Erstens, sich technisch in die Lage zu setzen, jederzeit eigene Atomwaffen bauen zu koennen. Das ist gegeben. Deutschland verfuegt sowohl ueber das notwendige Wissen als auch ueber das notwendige nukleare Material. Es befindet sich technisch unmittelbar vor dem Bau der Bombe - anders als etwa der Iran, der weit davon entfernt ist. Es beduerfte nur der politischen Entscheidung, die Bombe auch wirklich zu bauen - die, aus guten Gruenden, in absehbarer Zeit nicht getroffen werden wird.

Zweitens, so nahe wie moeglich an die Moeglichkeit des Einsatzes von Atomwaffen, also an einen Atommacht-Status, heranzukommen. Das war realisierbar ueber die sogenannte atomare Teilhabe im Rahmen der NATO, faktisch die gemeinsame Entscheidungsgewalt von USA und Deutschland, im "Ernstfall" USamerikanische Atomwaffen durch deutsche Traeger ins Ziel zu bringen.

Um diesen Status geht es, wenn heute noch an der Stationierung von USamerikanischen Atomwaffen auf deutschem Boden festgehalten wird.  Das ist nicht nur im Interesse der USA, die damit auch den deutschen Ambitionen so weit wie moeglich entgegenkommen, sondern auch im Interesse des deutschen Staates, der damit so nahe wie moeglich an Atomwaffen ist.

Hier einige Links zu weiterfuehrenden Infos:

Luftwaffenstuetzpunkt Buehel:

 
http://www.atomwaffena-z.info/atomwaffen-geschichte/atomwaffen-in-deutschland/standorte/index.html

http://www.atomwaffena-z.info/atomwaffen-glossar/b/b-texte/artikel/399/373b6be9f5/index.html

Moderniserung der Atomwaffen in Buehel ?:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,659950,00.html

Keine Atomwaffen in Ramstein ?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,493451,00.html

US-Atomwaffen in Europa, Stand 2007:

http://www.bits.de/public/stichwort/atomwaffen-d-eu.htm

Veröffentlicht in Vom Besten im Westen

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