Autoindustrie: Gefälschte Statistik

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Nach den offiziellen Meldungen verzeichnet die deutsche Autoindustrie Absatzeinbrüche in der Grössenordnung von zwischen zehn und zwanzig Prozent. Das hört sich dramatisch an, ist aber in Wirklichkeit noch geschönt. Ein Drittel der Neuzulassungen sind Tageszulassungen von Händlern. Diese in Wirklichkeit unverkäuflich auf Halde stehenden Fahrzeuge fallen aus der Statistik - bzw. stehen in der Statistik als Zulassungen. Die ohnehinstark rückläufigen Neuzulassungen sind also noch einmal um ein Drittel niedriger als die Statistik ausweist.

 

Dazu ein Artikel aus DWN:

 

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/09/warum-parken-tausende-neuwagen-heimlich-in-bayern/ 

 

Diese Zahlen sind auch ein Beispiel für die ungeheuere Verschwendung an Material und Arbeitskraft, die der Kapitalismus beständig hervorbringt. In den 1930er Jahren wurden in den USA Lokomitiven mit Weizen geheizt oder der Weizen ins Meer geschüttet, während Millionen Menschen hungerten. Heute werden z. B. Hundertausende Autos produziert, die, nagelneu, direkt in der Schrottpresse enden. Würde man sie so billig verkaufen, dass sie tatsächlich auchverkauft werden könnten, würde das die Preise verderben. Also ab in den Müll.

 

Das ist kapitalistische Logik. Das ist tatsächlich eine zwingende Logik. Das sind die "Sachzwänge", von denen die Merkels und Konsorten  andauernd reden. So funktioniert "Marktwirtschaft". Wer meint, Naturressourcen und menschliche Arbeitskraft dürfe nicht auf dem Müll landen, muss helfen, sie abzuschaffen.

Veröffentlicht in Weltwirtschaftskrise

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Dagmar Henn 04/19/2013 11:51


Ich fürchte, es geht nicht nur um Fälschung der Statistik. Auch in den Vereinigten Staaten wurde diese Strategie betrieben, dort nennt sie sich "channel stuffing". Es geht vor allem darum, noch
ein wenig länger als die Konkurrenten gut auszusehen, weil in der momentanen Vernichtungskonkurrenz der Anschein der wirtschaftlichen Gesundheit ein entscheidender Vorteil ist. Wie sähe denn das
Druckpotential der Bundesregierung gegenüber den anderern europäischen Ländern aus, wenn sichtbar würde, dass die deutsche Automobilindustrie nicht besser dasteht als etwa PSA in Frankreich oder
GM in den Vereinigten Staaten?

Sepp Aigner 04/19/2013 13:13



Da hast Du wohl recht.