Bundeswehr auf der Flucht

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Wie die grossen Medien uebereinstimmend melden, hat die Bundeswehr den afghanischen Stuetzpunkt Talokan "vorzeitig geraeumt". Richtiger ist wohl, dass die halbe Kompanie, die dort mit Raeumungsarbeiten beschaeftigt war, weil Talokan im Maerz aufgegeben werden sollte, aus Furcht vor dem Zorn der Afghanen regelrecht geflohen ist, unter Mitnahme der Fahrzeuge, Waffen und Munition, wie es heisst. Das verbliebene sonstige Material musste zurueckgelassen werden, und ob es noch geholt werden kann, bleibt nach der Aussage eines deutschen Offiziers "den Umstaenden ueberlassen".

 

So endet, was einmal mit hochtoenenden Worten "Friedensmission" und "Aufbauhilfe" genannt worden ist. Das gute Image, das Deutschland angeblich in Afghanistan einmal hatte, ist hinueber. Mit Steinen und Brandflaschen verjagt die Bevoelkerung die anmassenden Besatzer. Die spezielle deutsche Heuchelei, anders als die US-Truppen "nicht eigentlich" Krieg zu fuehren, sondern "der Bevoelkerung zu helfen", hat nicht hingehauen.

 

Die Bundeswehr wird aus Afghanistan gejagt werden, wie der Rest der Besatzer auch. Bis es so weit ist, wird es weitere Tote geben, auch tote deutsche Soldaten. Die, die schon gefallen sind und die, die noch fallen werden, die Krueppel, die ihre traurige Karriere bei der Bundeswehr schon beendet haben, und die, die man noch entsorgen wird, kommen fuer etwas zuschanden, das nicht ihre Sache ist. Die deutschen Soldaten geloben nicht, sich zum Instrument der Grossmachtambitionen deutscher Regierungen machen zu lassen. Sie geloben, Deutschland zu verteidigen. Das tun sie in Afghanistan nicht. Sie sind dort Kumpane bei der Besetzung eines fremden Landes. Dass Deutschland am Hindukusch verteidigt wird, behaupten bloss sozialdemokratische Politikaster, die selber sogar zum Radfahren zu bloed sind, nebst ihren schwarzen und gruenen Kumpanen natuerlich. Die Politiker verbrennen sich mit solchen irrwitzigen Konstruktionen hoechstens das Maul. Die deutschen Soldaten, die sich entsprechende Befehle gefallen lassen, verrecken daran.

 

Sterben fuer Merkel und den neuen deutschen Groessenwahn ? In einem Krieg, der verloren ist ? In einem Einsatz, der nicht das geringste mit der Verteidigung der eigenen Grenzen zu tun hat ?

 

Vor dieser Frage stehen die deutschen Besatzungssoldaten in Afghanistan, ob sie wollen oder nicht. Die falsche Antwort kann Gesundheit oder Leben kosten.

 


Veröffentlicht in Afghanistan

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K
<br /> Au Sepp,<br /> <br /> <br /> sterben für Größenwahn, dass hat Tradition in Deutschland, am besten bis zum letzten Atemzug! Dabei ist davon auszugehen, dass das ganze Gequatsche von der Verteidigung Deutschlands am Hindukusch<br /> und der Hilfe, welche das Militär dort erbringt, letztlich nur fürs eigne Volk gedacht ist. Es wird Krieg gespielt und aus dem Spiel wurde Ernst und um dem Ernst Rechnung zu tragen, wurde aus<br /> einer Wehrpflichtarmee eine Freiwilligentruppe, mit der Maßgabe Killer zu drillen, welchen die Verbindung zum eigenem Volk nach und nach genommen wird. Immerhin könnte ja sein, dass die Truppe<br /> auch gegen diesen zum Einsatz kommt, Vorbereitungen sind ja im vollen Gange.<br />
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A
<br /> Du drückst es zwar drastisch aus, Sepp, aber so ist es wohl gewesen! Beim Lesen Deines Textes kam mir der Gedanke, den ich als militärischer Laie nicht 'ad hoc' beantworten kann, ob denn die<br /> Ausweitung der NATO-Doktrin überhaupt vom Eid des Soldaten abgedeckt ist? Von der Verteidigung des geographischen Staatsgebietes Deutschlands bis zur impertinenten Lüge des Peter Struck, dass<br /> Deutschland am Hindukusch verteidigt werden würde, ist ein weiter Weg. Ich würde gerne wissen, ob ein Rekrut bei der Vereidigung einen Blanko-Scheck auf sein Leben unterschreibt...<br />
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S
<br /> <br /> Hallo almabu.<br /> <br /> <br /> Es gab ja mal die Doktrin vom "Buerger in Uniform", deren Hauptanspruch war, dass ein Soldat sein Hirn nicht beim Feldwebel abgibt, sondern selber verantwortlich denkt und handelt. Das war immer<br /> eine Schaufenstergeschichte. Mit den heutigen "out-of-area"-Einsaetzen waere die Einloesung dieses Anspruchs gleichbedeutend mit massenhafter Befehlsverweigerung, naemlich bei jedem Einsatz, der<br /> nicht der Verteidigung dient. Wenn die Soldaten ihr Geloebnis selber als Blankoscheck betrachten, wird er vom Staat gern als solcher genommen werden. Und das ist, was praktisch passiert. Letzten<br /> Endes ist das keine juristische Frage, sondern eine Frage des Selbstbewusstseins der Soldaten. Wenn sie nicht als Staatsbuerger handeln, die sich weigern, an der Besetzung fremder Laender<br /> teilzunehmen, muessen sie halt z. B. nach Afghanistan.<br /> <br /> <br /> <br />