China: 160 Millionen Beschäftigte in der Privatwirtschaft

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

German.china.org hat heute eine Meldung auf seiner Internet-Seite stehen, die über den Umfang der Privatwirtschaft, mithin des kapitalistischen Elements in der chinesischen Wirtschaft Auskunft gibt. In dem Artikel heisst es, Staatsbetriebe spielten immer noch "eine bedeutende Rolle".

 

Das ist untertrieben. Wenn 160 Millionen im kapitalistischen Sektor arbeiten, bedeutet das, dass die überwiegende Mehrheit der Berufstätigen nach wie vor in Staatsbetrieben arbeitet. Dazu kommt, dass ein Grossteil der grossen Privatbetriebe über staatliche Beteiligungen indirekt vom Staat kontrolliert wird.

 

Andererseits ist das staatliche Eigentum nicht mit Sozialismus gleichzusetzen. Soweit nicht geplant für den Bedarf produziert wird, sondern für den Markt, handelt es sich um Staatskapitalismus. Soweit das so ist, besteht das "sozialistische" daran nur darin, dass die kommunistische Führung die Wirtschaftssektoren nach einem makro-ökonomischen Plan lenkt und proportioniert, der nicht den maximalen Profit, sondern die wirtschaftliche Entwicklung des ganzen Landes im Auge hat. In diesen Rahmen sind allerdings auch die Privatunternehmen eingebunden, einschliesslich der Investoren aus dem Ausland.

 

Hier der Text von german.china.org:

 

http://german.china.org.cn/fokus/2011-02/07/content_21874742.htm

 

 

 

 

Veröffentlicht in China

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S
<br /> <br /> <br /> Dieser Kommentar hatte sich in einen anderen Blogeintrag verirrt. Ich geleite ihn hiermit dahin, wo er hingehört - hierher:<br /> <br /> <br /> "Ich würde die Frage nach dem Charakter der Wirtschaftsordnung nicht in erster Linie an der Frage Plan vs. Markt festmachen (auch in einer Planwirtschaft kann Warenproduktion stattfinden),<br /> sondern daran, ob die  Mehrwertaneignung überwiegend privat oder gesellschaftlich erfolgt und wer die Macht im Staate hält - die Arbeiterklasse, oder die Bourgeoisie.<br /> <br /> <br /> Der Unterschied des chinesischen Modells gegenüber einem Staatskapitalismus liegt gerade darin, dass der Staat eben nicht als "praktischer Gesamtkapitalist" (mit anschließender<br /> Umverteilung der staatlich eingetriebenen Profitmasse auf einzelne Kapitalisten) agiert, sondern Elemente der marktwirtschaftlich regulierten Warenproduktion zur makroökonomischen<br /> Planung einsetzt. Die neu entstehende chinesische Bourgeoisie ist (derzeit, und hoffentlich auf Dauer...) politisch vollkommen machtlos.<br /> <br /> <br /> <br /> Kommentarnr1 gepostet von secarts vor 2<br /> tagen à 13h40"<br /> <br /> <br /> secarts: Deine Klarstellung halte ich für richtig. Das ist in meiner Vorbemerkung zum german.chin.org-Artikel ein wenig schief geraten.<br /> <br /> <br /> <br />
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