China: "Die Partei hat aus ihren Fehlern gelernt"

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

... und muss weiter lernen:

 

Präsident Hu: Die Partei hat aus ihren Fehlern gelernt

 

Der chinesische Präsident Hu Jintao lobte vorgestern anlässlich des 90. Geburtstags der Partei deren Anpassungsfähigkeit. Nun müsse sie diese Fähigkeit nutzen, um die Korruption zu bekämpfen und die sozialen Konflikte zu überwinden. Die Reformen, welche China stark werden ließen, bringen auch Herausforderungen mit sich.

Eine Gruppe von Leuten, die für ihre außerordentlichen Leistungen für die Partei belohnt wurden, posiert vor der Großen Halle des Volkes für ein Foto. Die Partei zeichnete 250 Mitglieder und 500 Graswurzel-Komitees mit Orden aus.

"Wir haben allen Grund, stolz darauf zu sein, was die Partei und das Volk erreicht haben, aber wir haben keinen Grund, selbstzufrieden zu sein", sagte Hu bei den Feierlichkeiten zum 90. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas vor über 6000 Gästen in der Großen Halle des Volkes in Beijing.

Die Partei habe diese lange Zeit überstanden, weil sie aus ihren Fehlern gelernt habe. "In manchen historischen Perioden haben wir Fehler gemacht und mussten sogar deutliche Rückschläge hinnehmen. Der Grund dafür war stets, dass sich die Ideologie von der chinesischen Realität entfernt hatte. Unserer Partei gelang es aber, ihre Fehler zu korrigieren, wieder aufzustehen und weiterhin siegreich vorwärts zu marschieren", sagte Hu.

Nun seien die Bemühungen der Partei, die Korruption zu bekämpfen, auf Gedeih und Verderben mit der Zukunft der Partei verknüpft. "Die Partei ist sich der Gefahr der Korruption durchaus bewusst, die daraus entstanden ist, dass sie sich bereits eine derart lange Zeit an der Macht befindet", sagte Hu. "Wird sie nicht effektiv eingedämmt, kann die Korruption das Vertrauen und die Unterstützung des Volkes kosten. Die ganze Partei muss deswegen wachsam bleiben."

Hu erinnerte die führenden Funktionäre daran, dass ihnen die Macht durch das Volk anvertraut worden sei und sie diese deswegen nur in dessen Interesse nutzen dürfen. "Wir können unsere Macht nicht für die persönliche Bereicherung einer Handvoll von Einzelpersonen einsetzen", sagte er.

Die Partei sei mit vielen neuen Entwicklungen, Problemen und Herausforderungen konfrontiert. Sie muss sich mit der wachsenden Gefahr auseinandersetzen, dass ihr Energie fehlt, ihre Mitglieder inkompetent sind oder sich von dem Volk entfernen haben und zudem für einen Mangel an Eigeninitiative und Korruption anfällig sind, sagte Hu. Deswegen sei es für die Partei so wichtig, auf die innere Disziplin zu achten.

Hu betonte, dass das Land weiterhin der Reform- und Öffnungspolitik verpflichtet bleibe und sich auch in Zukunft für die wissenschaftliche Entwicklung und die Verbesserung des sozialistischen Systems mit chinesischen Eigenschaften einsetze.

"Ein Gleichgewicht zwischen Reform, Entwicklung und Stabilität zu erreichen, ist eine wichtige Leitlinie für die Realisierung des allgemeinen Erfolg in der sozialistischen Modernisierung Chinas", so Hu. "Die Entwicklung ist zwar wichtig, doch das Erhalten der Stabilität ist eine noch wichtigere Aufgabe. Ohne Stabilität funktioniert nichts und selbst die bereits erreichten Erfolge könnten verloren gehen."

China sei trotz bemerkenswerter Erfolge noch immer das größte Entwicklungsland der Welt. Die Entwicklung sei deswegen noch immer der Schlüssel zur Lösung der Probleme der Nation. Die Partei muss weiterhin dem Gedanken folgen, dass nur die Entwicklung zählt. Sie darf bei diesem Streben nicht wanken.

Die Jugend vertritt die Zukunft der chinesischen Nation, sagte Hu. Die jungen Leute stehen aber auch für die Zukunft und die Hoffnung der Partei. Deswegen müsse die Partei sie ernst nehmen und auf sie hören. Die Partei müsste ihr Wachstum beschleunigen und ihr Unternehmensgeist unterstützen.

Quelle: Xinhua

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gunther 07/03/2011 21:00



Ich stelle mir die Demokratie in China etwas anders vor...



Sepp Aigner 07/04/2011 14:13



Eine bürgerliche Demokratie ist das allerdings nicht. Ich hoffe, das wird es auch nicht werden.



gunther 07/03/2011 20:34



"Die Partei zeichnete 500 Graswurzel-Komitees mit Orden aus." Graswurzel-Komitees? Unglaublich!



Sepp Aigner 07/03/2011 20:40



"Graswurzel-Komitees? Unglaublich" - Was ist daran verwunderlich ?