Daimler boomt. Die Löhne boomen nicht.

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Daimler im Höhenflug

 

Autobauer mit bestem Quartalsergebnis. Gewinn steigt deutlich, Beschäftigung geringfügig

 

Karl Neumann

 

In: junge Welt vom 28.07.2011

 

 

 

Auf die tiefste Krise folgt der steilste Anstieg: Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal dieses Jahres in fast allen Bereichen Rekordwerte verbucht. Wie Konzernchef Dieter Zetsche am Mittwoch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt berichtete, hat Daimler zwischen April und Juni weltweit 527 600 Fahrzeuge ausgeliefert und damit das Vorjahresniveau um sechs Prozent übertroffen. Die Gewinne vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterten von 2,1 auf fast 2,6 Milliarden Euro.

 

»Unser Unternehmen hat sich im zweiten Quartal bei Absatz, Umsatz und Ergebnis sehr dynamisch entwickelt«, freute sich Zetsche. »Die sehr gute Ergebnisentwicklung spiegelt in erster Linie höhere Fahrzeugauslieferungen in nahezu allen Geschäftsfeldern wider. Mercedes-Benz Cars verbuchte sogar das volumenstärkste Quartal mit dem höchsten EBIT aller Zeiten.«

 

Insbesondere in den sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Rußland, Indien und China finden die Nobelkarossen mit dem Stern am Kühler reißend Absatz.

 

Allein in der Volksrepublik steigerte das Unternehmen den Verkauf binnen Jahresfrist um mehr als 50 Prozent.

 

Auf zehn Prozent Umsatzrendite soll Mercedes-Benz Cars bis 2013 kommen.

 

Diese von Zetsche vorgegebene Marke wurde im zweiten Quartal 2011 schon mal übersprungen. 10,7 Cent pro investiertem Euro fuhr das Unternehmen in diesem Bereich ein - eine Gesamtsumme von über 1,5 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte die Rendite noch bei »nur« 9,8 Prozent gelegen. Die Steigerung ist umso bemerkenswerter, als die Entwicklung der Rohstoffpreise und der Wechselkurse dieser entgegengewirkt haben.

 

Das Management versucht zwar, der rasant gestiegenen Nachfrage vor allem durch die Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse zu begegnen. Ganz kommt Daimler aber nicht um die Einstellung neuer Mitarbeiter herum - zum Teil erzwungen durch die Belegschaftsvertreter. So setzte der Betriebsrat des Untertürkheimer Komponentenwerks die Schaffung von mehr als 600 unbefristeten Stellen in diesem Jahr durch (siehe jW vom Montag).

 

Angesichts des Booms in den Schwellenländern und des geringen Wachstums auf dem Heimatmarkt - hier legte der Absatz im ersten Halbjahr lediglich um 0,5 Prozent zu - müsse man sich um die hiesigen Standorte und Arbeitsplätze Sorgen machen, warnte der Betriebsrat des Sindelfinger Werks in der aktuellen Ausgabe der Betriebszeitung Brennpunkt.

 

via http://www.triller-online.de/index2.htm

 

 

 

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U


Luxus-Versorgung


Dax-Chefs winken Pensionen von 580 Millionen Euro


Die 30 Dax-Konzerne haben mehr als  eine  halbe  Milliarde  Euro  für die Altersversorgung ihrer Spitzenkräfte zurückgestellt. Trotz neuer Gesetze sind die
Pensionszusagen laut manager magazin extrem hoch. Daimler-Chef Zetsche führt die Liste der künftigen Luxus-Ruheständler an.


... Gleichzeitig können sie zum großen Teil noch die Versorgungssysteme der alten Deutschland AG in Anspruch nehmen.


 





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Josef Ackermann etwa, Chef der Deutschen Bank , hält derzeit mehr als 560.000 Aktien seines Arbeitgebers im Gesamtwert
von rund 23 Millionen Euro. Zugleich hat die Deutsche Bank 13,2 Millionen Euro für die Altersvorsorge des Vorstandsvorsitzenden zurückgestellt.


Damit zählt Ackermann jedoch noch nicht zu den Dax-Chefs mit den am höchsten dotierten Pensionsrückstellungen. Diese Liste führt Daimler -Vorstandschef Dieter Zetsche mit 22,7 Millionen Euro an, gefolgt von Volkswagen -Lenker Martin Winterkorn (17,9 Millionen Euro) und
Werner Wenning, dem ehemaligen Bayer-Chef (14,7 Millionen Euro).


Quelle:


http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,775969,00.html



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S


Danke für die Ergänzung. Wenn ich an meine künftige Rente denke - die Herren gönnen sich was, Respekt.