Der deutsche Staat profitiert von der Krise

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die seit 2008 andauernde Weltwirtschaftskrise, die sich in der EU unter anderem als "Schuldenkrise" abbildet, ist nicht für alle schlecht. Sie hat Gewinner und Verlierer. Innerhalb der EU erweist sich, dass die "Integration" nicht zu einer Angleichung zwischen den Mitgliedsstaaten führt, sondern zu grösser werdender Ungleichheit. Starke Rückgänge des BIP und ein untragbar werdendes Ansteigen der Staatsschulden in den schwächeren Mitgliedsstaaten stehen ein - wenn auch sehr "moderates" - Wachstum und verbesserte Finanzierungsbedingungen stärkerer Staaten gegenüber. Der Hauptprofiteur des Elends der anderen ist Deutschland. Die "Schuldenkrise" ist das Vehikel des Ausbaus der deutschen Dominanz über Europa.

 

Dazu hat Fred Schmid (isw München) einige interessante Fakten zusammengestellt:

 

http://www.kommunisten.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3731:krisenprofiteur-deutscher-staat-milliardengewinne-aus-der-schuldenkrise-&catid=39:kapital-a-arbeit&Itemid=87

 

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landbewohner 11/28/2012 14:53


der profiteur der krise ist nicht deutschland. davon zeugen verfallende schulen, löcherige strassen usw. profiteur ist lediglich eine bande asozialer deutscher gierpötte, die den deutschen staat
quasi vereinnahmt haben.

Sepp Aigner 11/28/2012 20:01



Ich meinte mit Deutschland den deutschen Staat, Den haben die von Dir Bezeichneten nicht nur vereinnahmt, sondern das ist schlicht ihrer. Wennwir was zu sagemn haben wollen, müssen wir
denabschaffen und einen neuen eigenen aufmachen. Billiger ist das bnicht zu haben.



gkb 11/28/2012 13:34


Das deutsche Kapital ist erstmals seit der Debatte zur Wirtschafts- und Währungsunion 1989/90 tief gespalten über den künftigen Kurs hinsichtlich Europa.


Die eine Fraktion sagt: Man soll den Euro und den untauglichen Teil seiner Inhaber zum Teufel gehen lassen und sich auf die ökonomische Erpressungsmacht der Berliner Republik verlassen.


Die andere Fraktion sagt: Unseren freien Zugang zu allen nationalen Märkten in der EU gibts nicht ohne Euro. Ohne das kommen wir nicht weiter.


Beide Fraktionen beklagen, dass beim Ausbau der deutschen Militärmacht keine Emanzipation zu den ökonomischen Hauptkonkurrenten in Sicht ist. Frankreich demütigt angesichts wachsender
ökonomischer Konkurrenz-Unfähigkeit Deutschland derweil militärisch mit 'Initiativen' in Libyen, Syrien und Mali.


 


Gauck hat die die neuen militärischen Leiden des schrecklichen D. als zweites Staatsoberhaupt zum Hauptthema seiner Präsidentschaft gemacht. Dass der ideell erste Soldat des Landes ein Pfaffe und
Nachkomme eines Nazi-Offiziers ist, führt bei vielen Linken allerdings zu den üblichen reflexhaften Blödheiten. Statt sich mit der Wucht dieses deutschen Ehrgeizes zu befassen, wenn Israel von
Guido zur Mäßigung aufgerufen wird, dem angesichts der strategischen Zwickmühle Berlins seit langem ersten Außenminister, der nicht mehr die Top-Plätze der Beliebtheitsskala gepachtet hat.


 


Die genannten Punkte und ihre öffentliche Aufbereitung summieren sich zu einem brausenden Ruf wie Donnerhall. Wohlbetreut von einem fanatischen demokratischen Medienwesen geht ein enormer
nationalistischer Ruck durchs Land sowie - kleinzellig - eine extreme Zuspitzung der Individuen auf Durchsetzungs-Fertigkeiten - in Vorstellungsgespräch, Talkshow und U-Bahnhof. Aus diesem
gesellschaftlichen Fluidum kommt faschischtische Kritik der Zustände, als Überhöhung demokratischer Ansprüche, nicht als deren von irgendeiner reaktionären Kapitalistenclique angestiftete
Kündigung.


 


Vor diesem Szenario auf gut ISW ein paar Milliarden zusammenzuzählen, einen "Profit" des deutschen Staatswesens herauszufinden und seinen "eigentlichen" Zweck zu beschwören, ist so sachfremd wie
die Klage, man habe die Banken gerettet, die Proleten, Armen und Prekären aber nicht. Oder so klärungsneutral wie die Ansage, es handle sich bei all dem um Folgen einer "Überproduktionskrise" und
des Scheiterns eines "Akkumulationsmodells". Man fängt mit all solcher Antikritik nichts anderes als enttäuschte Nationalisten. Menschen, die selber mal ordentlich nachdenken lassen, würden scih
auch nicht fangen lassen.


 


Keine Bange, du wirsts nicht kapieren, obwohl du nicht doof bist, sondern nur gern doof fragst. Ich schreibs grad nur mal für mich auf, und weil ich die Staatsversöhnung des ISW einfach nicht
abkann. Zur Ertüchtigung zu Selbsthilfeprojekten kann das ISW-Geraune allerdings tauglich sein, gebe ich zu.

Sepp Aigner 11/28/2012 20:25



Ein wichtiges Hetzmittel der von Dir beschworenen "demokratishen Faschisten" ist, dass "Deutschland" für die Hungerleider im Süden ganz viel zahlen muss. Die isw-Zahlen zeigen das Gegenteil.
Deswegen ist isw an dieser Stelle mal nützlich.


Übrigens sind andere Leute nicht zwangsläufig doofer oder klüger als Euereeins. Es geht mehr um richtig oder falsch. Deine ersten zwei Absätze sind gar nicht übel, finde ich. Danach kommst Du in
den Wald, vielleicht, weil Du Dich von Deiner Wut hinreissen lässt.