Der Finanzkapitalismus frisst seine Zocker

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Als in den 1990er Jahren die Spekulation auszuufern begann, entstand eine neue Schicht - die "Golden Boys", die Erfinder der Schwindelpapiere, die vornehm Derivate genannt werden und die, die mit den "innovativen Finanzprodukten" handeln. Für Berufseinsteiger lagen die Jahresgehälter bei 60 000 Euro, die der schon berufserfahrenen Kolleginnen und Kollegen bei 150 000, die kleineren Führungspositionen bei 300 000 und mehr. Sie Kolleginnen und Kollegen zu nennen, würden sich die meisten dieser Leute verbeten haben. Wenn man in einem vornehmen Viertel wohnt, in teueren Restaurants verkehrt, ein schickes Auto der Oberklasse fährt, seinen Urlaub auf Mauritius verbringt, ist man doch was Besseres. Jetzt wird dieses Bodenpersonal des hochprofessionellen Schwindels abgewickelt. Massenentlassungen. Wen es trifft. für den geht es ganz schnell. In diesem Monat könnennoch zehntausend Euro aufs Konto fliessen - und im nächsten Monat nichts mehr. Wer sein Schärflein nicht schon im Trockenen hat, wird lernen müssen, dass er doch eine Kollegin oder ein Kollege ist, möglicherweise ein arbeitsloser.

 

Die FAZ konstiert kühl, wie in der Welt des Fressens und Gefressenwerdens der soziale Absturz für privilegierte Lohanhängige geht:

 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/investmentbanker-absturz-der-golden-boys-11987113.html

Veröffentlicht in Westliche Werte Boerse

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