DER SPIEGEL und die spanische Bewegung des 15.Mai

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die Älteren werden sich noch erinnern, wie DER SPIEGEL in der Zeit der 1968er Bewegung das Thema "Generationenkonflikt" herauf und herunter gebetet hat, um diese Bewegung zu desorientieren und ihr Inhalte aufzudrängen, die mit ihren Anliegen nichts zu tun hatten. Die SPIEGEL-Manipulateure sind inzwischen auch älter geworden, aber gelernt haben sie nichts. Die alte Leier, wie vor vierzig Jahren, wird jetzt angesichts der politischen Unrihe in Spanien wieder angestimmt. Nemetico hat die SPIEGELLEIER heute in einem Text gewürdigt, der hier gespiegelt ist.

 

Vielleicht ist das für den einen und die andere eine Gelegenheit zu überdenken, ob man dieses, nun ja, Presseerzeugnis, nicht besser endlich sich selbst überlassen sollte, anstatt es weiter zu lesen und gar zu kaufen. Das wäre eine Entscheidung, die so mancher schon vor vierzig Jahren hätte treffen sollen. Aber besser bis als nie, nicht wahr ?

 

Samstag, 21. Mai 2011

Da der SPIEGEL imperialistisches Leitmedium ist, gebührt ihm natürlich die zweifelhafte Ehre, als erstes Nebelkerzen über die Revolte der "indignados" zu werfen. Dazu ist er ja schließlich da, um Nebelkerzen über aktuelle Ereignisse zu werfen.
Gewiss, die "Indignados"-Welle hat die kapitalistischen Medien überrascht. So richtig sich dagegen zu stellen wagt man bei den "Leitmedien" nun doch nicht, so was macht unpolulärer als man ohnehin schon ist.
Versetzen Sie sich in die Lage dieser Schreiberlinge, liebe Leser! Die "Kollegen" haben es ja nicht einfach. "Fakten" können und dürfen sie keine mehr liefern, denn die kommen ja alle von einem knappen Dutzend "Nachrichtendienste", sie dürfen nur "interpretieren", und wenn es der Stuß ist, den Firmen präsentieren, die Videos und Statments von "Al Qaida" liefern.
Doch diese Massenbewegung in Spanien ist eine viel ernstere Sache, sie ist eine verdammte Realität, und kein Fantasy-Produkt wie Al Qaida.
Was würden Sie tun, liebe Leser, wenn Sie so ein armseliger Kretin wären, der seine Seele verkauft und und auf Anforderung "Interpretationen" liefern muss?
Konkret am Beispiel der "Indignados" könnte es so aussehen: Die "Indignados" haben ja natürlich natürlich recht, wenn sie sich empören, aber sie machen ja alles nur noch viel schlimmer anstatt dem "Reformwillen" der Systemparteien zu vertrauen. Es gelte doch schließlich "Privilegien" abzubauen, welche "der Jugend" die "Zukunft" verbauen.
Als "Privilegien" müsste man dann nicht etwa die horrenden Superprofite der Konzerne, die Gehälter und Bonuszahlungen der skrupellosen Manager bezeichnen, nein, nein, nur das nicht, sondern die "üppigen Pensionen" der Rentner und die "veralteten" Arbeitschutzgesetze.
Das wäre doch eine "vernünftige" Linie im Sinne des Ausplünderer dieser Welt.
Und bestimmt findet sich unter den charakterlosen Schreiberlingen dieser Welt auch ein korruptes A++++++, das genau das schreibt.
Letztlich kommt es nur darauf an, diese gewaltige Bewegung zu spalten, solange sie noch so unklare Forderungen hat.
Mal schauen, was also der Spiegel zu den Indignados schreibt:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,763949,00.html
Ob es gegen Angela Merkel oder Ratingagenturen geht: Junge Spanier proben seit Tagen den Aufstand, mit einer beispiellosen Demonstrationswelle. Der Protest ist ein fatales Zeichen für die Krisenländer. Denn er richtet sich gegen Reformen, von denen vor allem die Jugend profitieren würde.
Die Krisenländer? Das sind wohl diese südeuropäischen Staaten, wo die Leute lieber in der Sonne liegen statt zu arbeiten, nicht wahr?
Was aber, wenn diese "beispiellose Demonstrationswelle" auch in Deutschland ankommt?
Nebelkerze: diese Welle richtet sich gegen "Reformen", von denen "vor allem die Jugend" profitieren "würde".
Gewissermaßen eine Dreifach-Nebelkerze. Muss ich es ausführen?
Als "Reformen" wurden (u.a. von "Leitmedien" wie dem SPIEGEL) die letzten Jahrzehnte vor allem gravierende Einschnitte in den Lebensstandard der arbeitenden Bevölkerung verkauft. Dass von diesen "Reformen" einzig und allein die Superreichen und die multinationalen Konzerne profitierten, weiss eigentlich jeder hinreichend gebildete Mensch, und dass "vor allem die Jugend" dabei leidtragend war, auch. Es gibt also keinen Anlass zu glauben, dass das bei den künftigen "Reformen" anders sein "würde".
Aber einen Versuch, das zu behaupten, ist es wohl wert.
Sie protestieren gegen eine Jugendarbeitslosigkeit von knapp 45 Prozent, gegen soziale Einschnitte im Zuge der Wirtschaftskrise und gegen jene, die ihnen all das ihrer Meinung nach eingebrockt haben: Banker, Ratingagenturen, Politiker.
Sind halt dumme Jungs und dumme Mädels, nicht wahr, mit ihrer Meinung, wer ihnen das alles eingebrockt hat. Banker, Ratingagenturen, Politiker sollen demnach an allem schuld sein, wie kommt man nur auf so was?
Der SPIEGEL (David Böcking heisst der famose Autor des Artikels) weiß es natürlich besser.
Neeein, nicht die Banker, Ratingagenturen und Politiker sind verantwortlich für die weltweite Krise, sondern...
Na wer?
Raten Sie mal!
Das liegt nicht zuletzt daran, dass in Spanien bislang ein rigider Kündigungsschutz galt.
oder
Mit anderen Worten: Weil die älteren Beschäftigten fest im Sattel sitzen, haben die Jungen keine Chance.
oder
Es ist also auch ein Generationenkonflikt, der die Krise in Spanien verschärft - und nicht nur dort.
(Na also. Die Rentner sind schuld!)
oder
In Griechenland ist mehr als jeder Dritte unter 25 arbeitslos, während viele Frührentner üppige Pensionen beziehen.
"Üppige Pensionen". Natürlich rechnet dieser Mensch, der das schreibt, darauf, dass seine Leser gar nicht wissen, wie hoch eine Durchschnittsrente in Griechenland in Euro wirklich ist.
http://www.readers-edition.de/2010/05/01/bild-luxus-renten-in-griechenland/
600 Euro also.
Fahren wir fort, das Elaborat des Herrn David Böcking durchzusehen.
Zwar ist der Zorn verständlich, schließlich treffen Steuererhöhungen oder Sozialabbau auch die Jugend. Doch im Gegensatz zur älteren Generation könnten die jungen Spanier vom Abbau von Privilegien profitieren.
Mit Privilegien sind natürlich wieder einmal die Arbeitslöhne, der Kündigungsschutz und die Renten gemeint.
Die spanische Regierung unter José Luis Rodríguez Zapatero hat versucht, an der Misere etwas zu ändern. Im vergangenen Sommer verabschiedete sie eine Arbeitsmarktreform, die eine Lockerung des Kündigungsschutzes und gesetzlich vorgeschriebener Abfindungen vorsah. Erklärtes Ziel: Die Unternehmen sollen ermutigt werden, jungen Arbeitnehmern mehr unbefristete Verträge zu geben.
Fragt sich nur, wie lange der Job von Herrn David Böcking noch sicher ist, die Kommentare unter seinem Artikel lassen nichts gutes vermuten.
Oder doch?
Verdient der SPIEGEl selbst mit solchen Stuß-Artikeln noch Geld, solange es Leser gibt, die sich darüber aufregen?
Nun, wollen wir nicht zuviel herumtheoretisieren.
Es muss doch schließlich auch Lösungen geben, oder?
Eine sinnvolle Lösung wäre beispielsweise die entschädigungslose Enteignung aller Großbanken, und zwar europaweit, und ihre Überführung in eine öffentlich kontrollierte Institution.
Nur mal um ein Beispiel zu nennen.
Das ist ein sehr komplexes Thema. Wie gestalten wir die Welt nach dem Kapitalismus?
Quelle: http://nemetico.twoday.net/stories/jugendrevolte-in-spanien-und-die-nebelkerzen-des-spiegel/

Veröffentlicht in Medien

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A
<br /> <br /> Hallo Sepp,<br /> <br /> <br /> dein Beitrag Putschszenario vom 22.05.2011 ist nicht erreichbar! Er wird auch nicht auf deinem Blog angezeigt. Was ist denn da los? Ein Putsch?<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Nein, eine Überarbeitung. Kommt später, och glaub, erst morgen. (Ich hatte versehentlich anstatt auf "Zwischenspeichern" auf "Veröffentlichen" geklickt.)<br /> <br /> <br /> Schönen Sonntag. Ich bin ein wenig gespannt auf die spanischen Wahlergebniss.<br /> <br /> <br /> Sepp<br /> <br /> <br /> <br />