Die Mitleidsindustrie

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die Mitleidsindustrie hat eine kleine Hochkonjunktur. Die desolaten Verhältnisse am Horn von Afrika und eine jahrelange Dürre haben zu weit verbreitetem Nahrungsmangel und in einigen Regionen wohl auch zu einer regelrechten Hungersnot geführt. Die FAZ beschäftigt sich heute in einem längeren Artikel mit den Hintergründen der zur Zeit umgehenden Aufrufe zu "Spenden für die Hungernden". Dass ich der FAZ einen Artikel finde, dem ich zustimme und zu dessen Verbreitung ich beitragen möchte, passiert extrem selten. Der hier verlinkte ist eine der Ausnahmen.

 

http://www.faz.net/artikel/C30350/humanitaere-hilfe-vom-geld-kommt-kaum-etwas-an-30475069.html 

 

Hilfe für Arme und gar Verhungernde ist natürlich ein ehrenwertes Motiv. Aber, von einzelnen besonders verheerenden Naturkatastrophen abgesehen, grassiert lebensbedrohendes Elend nur dort, wo der "Westen" sich wirtschaftlich, politisch und/oder militärisch einmischt. Somalia ist das schlagende Beispiel. Die westlichen Interventen haben in den 1990er Jahren den somalischen Staat zerstört und mischen sich seitdem ununterbrochen in die dortigen Verhältnisse ein. Das Ergebnis sind die Elendsgestalten, die uns heute aus den Werbeprospekten der sogenannten Hilfsorganisationen angucken. Selbst als Verhungernde sind diese Menschen noch Opfer von Geschäften und politischen Machtspielchen.

 

Wenn jemand den Elenden in den Armutsregionen der Welt wirklich helfen will, kann er seine Spende sinnvoller verwenden als für die sogenannten Hilfsorganisationen, von denen sehr viele zum Tross westlicher Intervention gehören und hunderttausende gut bezahlter "Spezialisten" gut leben. - Er kann für die Befreiungskräfte in solchen Regionen spenden, die die Voraussetzung für ein besseres Leben schaffen wollen, von denen eine unabdingbare ist, die imperialistischen Geschäftemacher und Militärinterventen und ihren Tross aus "Nicht-Regierungsorganisationen" hinauszuwerfen. Auch da gilt es natürlich genau hinzusehen. Aber das ist ohnehin, und erst recht bei den "NGOs", notwendig, wenn man sich nicht veräppeln lassen und für den eher gegenteiligen Zweck spenden will als für den, den man zu unterstützen meint.

Veröffentlicht in Westliche Werte Boerse

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