Die Unruhen in Syrien sind ein Komplott

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Syrien - das nächste Ziel der NATO?
Von Gilles Munier

Vorbemerkung des Übersetzers: Die letzten Meldungen aus Syrien deuten darauf hin, dass die Ereignisse dort nach dem im nachfolgenden Text beschriebenen Muster bzw. Plan ablaufen. Dazu noch ein paar Beobachtungen, die mich auch zur Übersetzung und Veröffentlichung dieses Textes bewogen haben:

- vor wenigen Tagen zeigte Al Jazeera Heckenschützen in Syrien, darunter einen Jugendlichen - sie sahen nicht nach "in zivil gekleideten Sicherheitskräften" aus

- schon vor ca. 2-3 Wochen brachte das syrische Staatsfernsehen einen Bericht (über die in einer Moschee beginnenden Unruhen), in dem größere Mengen grüner Banknoten zu sehen waren

- in den letzten Tagen gab es auch Berichte über direkte Angriffe auf die Sicherheitskräfte

Auch wenn den Medien nicht immer zu trauen ist (und monopolisierte Staatsmedien im Allgemeinen wenig Glaubwürdigkeit besitzen), wirkten die erwähnten Berichte glaubwürdig. Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der deutschen Bundesregierung: während sie die Gewaltanwendung in Syrien wiederholt scharf verurteilte, wurden von ihr im Falle Bahrains (und zuvor schon Ägyptens, mit sehr viel mehr Toten und Verletzten als in Syrien) keine vergleichbaren Stellungnahmen abgegeben.

 


Wie die anderen arabischen Länder wird auch Syrien von Demonstrationen Oppositioneller erschüttert. Im Unterschied zu dem, was sich in Tunesien und Ägypten abgespielt hat, deren Revolutionen prowestliche Despoten gestürzt haben, kann man im Falle Syriens nicht von einer spontanen Erhebung sprechen, sondern von einer Destabilisierungsaktion, die in den Vereinigten Staaten und Israel geplant wurde.

Am 30. März prangerte Präsident Bachar al-Assad in seiner Rede vor den syrischen Parlamentariern eine "Verschwörung, die aus dem Ausland, aber auch aus dem Inland kommt" an. "Die hinter diesem Destabilisierungsversuch stehenden Personen mischen drei Elemente: religiöse Konflikte, Reformen und die alltäglichen Bedürfnisse des Volkes", und er klagte eine "Minderheit" an, Chaos zu säen.

Laut der unabhängigen Presseagentur Champress [1] gehen die für die Aufwiegelung der Bevölkerung in Deraa, in der Nähe der jordanischen Grenze, benutzten Agitationstechniken auf einen Plan zurück, der 2008 vom ehemaligen saudischen Botschafter in den USA, Prinz Bandar bin Sultan, und vom ehemaligen amerikanischen Botschafter im Libanon (2004-2008), Jeffrey Feltman, geschmiedet wurden. Erklärtes Ziel: Präsident Bachar al-Assad zu stürzen und Libyen zu teilen. Kosten der Operation: zwei Milliarden Dollar.

Versuchter Staatsstreich in Saudiarabien

In Washington erhielt Bandar bin Sultan den Spitznamen "Bandar-Bush", aufgrund seiner Verbindung zum früheren US-Präsidenten, der ihn noch vor Außenminister Powell in das Geheimnis des Plans der Invasion in den Irak eingeweiht hatte. Er ist mit Prinzessin Iffat verheiratet, der Tochter König Faysals, die dafür bekannt wurde, bedeutende Geldsummen an eine karitative Stiftung vergeben zu haben, welche danach auf dem Bankkonto eines der saudischen Luftpiraten vom 11. September wiedergefunden wurden.

Ende 2008 soll Bandar bin Sultan versucht haben, sich der Staatsgewalt in Saudiarabien mit Unterstützung amerikanischer Neokonservativer zu bemächtigen. Der Staatsstreich, der während des israelischen Angriffs auf Gaza geplant war, sollte sich in der Zeit der Machtübernahme zwischen George W. Bush und Barack Obama [2] abspielen. Alarmiert durch die russischen Geheimdienste habe der König von Saudiarabien Bandar bin Sultan verhaften lassen, genauso wie vier höhere Offiziere [3], und ihn dann aus dem Land aus "gesundheitlichen Gründen" entfernt. Er kehrte nach einer Begnadigung 2010 zurück.

Sein Komplize, Jeffrey Feltman, war Leiter der politischen Abteilung der US-Botschaft in Tunesien von 1998 bis 2000. Anfang 2004 vertrat er die Koalition in Erbil in Irakisch-Kurdistan. Nachdem er anschließend für den Libanon ernannt worden war, soll er an der Gründung und Finanzierung der palästinensischen Fatah al-Islam beteiligt gewesen sein, die vom früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri gesponsert wurde; er gehörte dann zu denen, die Syrien als verantwortlich für die Ermordung des Letzteren bezeichnet haben.

Instrumentalisierung der Unzufriedenheit

Bis in die Details setzen die syrischen Oppositionellen die Anweisungen des Plans von 2008 in die Tat um, was nicht weiter erstaunlich ist, weil Jeffrey Feltman heute amerikanischer Unterstaatssekretär für die Angelegenheiten des Nahen Ostens ist. Die Netzwerke von Unzufriedenen, deren Schaffung mithilfe des Internets empfohlen wurde, sind einsatzbereit. Kleine Versammlungen, die um Agitatoren herum organisiert werden, werden mit Handys gefilmt. Wenn sie nicht von der Polizei zerstreut werden, werden die Herumstehenden von Schlägern angegriffen, welche "in Zivil gekleidete Sicherheitskräfte" simulieren. Die im allgemeinen kurz gehaltenen Videos werden dann an den katarischen Fernsehsender Al Jazeera und an internationale Medien geschickt.

Man sollte beachten, dass unter den syrischen Oppositionellen, die an der Verschwörung teilnehmen, die "Reformpartei Syriens", die ihren Sitz in den USA hat, die am aktivsten über die Medien sich äußernde ist. Der amerikanischen proisraelischen Lobby AIPAC nahestehend, gibt sie sich als syrisches Äquivalent zum "Irakischen Nationalkongress" (CNI) von Ahmed Chalabi aus, welcher 1992 von der CIA gegründet wurde, um Saddam Hussein zu stürzen. Der Geschäftsmann Farid al-Ghabri, der sie leitet, machte sich bemerkbar, indem er zusammen mit Aktivisten des "American Jewish Committee" vor der syrischen Botschaft in Washington demonstrierte und dann 2007 auf Einladung des Likud vor der Knesset auftrat, wo ihn die arabischen Abgeordneten als Söldner beschimpften.[4]

Die letzten Phasen des Bandar-Feltman-Plans umfassen die Organisation ethnischer und religiöser Unruhen, von Zerwürfnissen innerhalb der Armee sowie die Schaffung eines politischen Rats, der dazu bestimmt ist, vom Westen und seinen arabischen Verbündeten anerkannt zu werden. Wenn, was hoffentlich nicht passiert, die Verschwörer ihr Ziel erreichen sollten, dann fehlen nur noch ein diensthabender Sarkozy und Bombenflugzeuge der NATO, um den Rebellen zu Hilfe zu kommen...

Wie Bachar al-Assad vor dem Parlament erklärte, durchlebt Syrien gerade "eine Ausnahmesituation, die wie ein Test seiner Einheit erscheint".

 

Fußnoten

1 Medienquellen decken Einzelheiten eines Komplotts von Bandar Bin Sultan und Feltman zur "Zerstörung" Syriens auf

2 Saudiarabien sieht sich einer doppelten Herausforderung gegenüber

3 Wo ist der saudische Prinz Bandar bin Sultan?

4. Arabische Knessetabgeordnete greifen syrischen Führer im Exil an

Übersetzung aus dem Französischen: Heinz Eckel, ag-friedensforschung.de/

france-irak-actualite.com

 

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Quelle: http://www.kominform.at/article.php/20110414060245853

 

 

Veröffentlicht in Naher-Mittlerer Osten

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