DKP: Ein Artikel, ein offener Brief und eine Stellungnahme von Hans-Peter Brenner

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Bei RedGlobe ist vor zwei Wochen dieser Artikel über die Auseinandersetzungen in der DKP vor dem 0. Parteitag erschienen: http://www.redglobe.de/deutschland/opposition/5740-dkp-richtungsstreit-bestimmt-parteitagsvorbereitung#comments . Darauf gab es einen "offenen Brief", der nicht sonderlich offen war, sondern eher versteckt auf die innerparteilichen Gegner zielte: http://www.redglobe.de/deutschland/opposition/5749-offener-brief-an-die-mitglieder-der-dkp-aufforderung-zur-umkehr .Dazu hat jetzt Hans-Peter Brenner Stellung genommen:

 

Wortmeldung aus der DKP | Drucken | E-Mail

 

 
Geschrieben von: Dr. Hans-Peter Brenner
Dienstag, den 05. Februar 2013

Deutsche Kommunistische ParteiDie RedGlobe-Redaktion erreichte heute mit der Bitte um Veröffentlichung nachstehende »Wortmeldung« von Dr. Hans-Peter Brenner, der dem DKP-Parteivorstand angehört, zu dem von uns am 1. Februar dokumentierten »Offenen Brief« zweier DKP-Mitglieder an die Partei (Hier klicken). Wir kommen der Bitte gerne nach.

Der »offene Brief« der Genossin I. Paape und des Gen. W. Lutz leistet bei aller Wertschätzung für ihr kulturpolitisches Engagement wegen der darin ausgedrückten Einseitigkeit und Übererregtheit der DKP keinen Gefallen.

Die Pauschalaussagen bleiben inhaltlich nebulös und ergehen sich in Andeutungen und Verdächtigungen - und zwar nur in eine, den beiden Autoren sicher als »ultralinks« erscheinende, Richtung. Die wirklichen Inhalte der gegenwärrtigen Meinungsunterschiede in der DKP verblassen davor und werden nicht greifbar.

Aber es geht um diese Inhalte und nicht vorrangig um Personen, »Fraktionen« oder Befindlichkeiten.

Im Kern handelt es sich dabei um die Frage, ob die DKP sich in ihrer Programmatik als eine autonome und selbstbewusste Partei der marxistisch-leninistischen Weltanschauung mit einer klaren Klassenorientierung, einer Strategie des antimonopolistischen Kampfes und des revolutionären Bruchs mit dem kapitalistischen System versteht oder lediglich als Teil einer »Mosaik-Linken« oder eines »sozialen Netzes«, in dem sie primär als »Lernende« (so L. Meier) in einer Art gruppentherapeutischen Zusammenhangs als »Gleiche unter Gleichen« agiert und sich dabei in eine »transformatorische Kraft« im Sinne des »demokratischen Sozialismus« verwandelt.

 

Dr. Hans-Peter Brenner, Mitglied des Parteivorstands der DKP

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andreas 02/05/2013 23:04


...und ich erwarte eine klare Entscheidung über den zukünftigen Kurs der Partei.


IBei einer "Mosaik-Linken" bin ich raus.


P.S. Ich frage mich wirklich, warum die "Reformer" nicht zur Linken gehen?!

Sepp Aigner 02/06/2013 09:40



Die "Reformer" sind ja keine monolithische Einheit. (Die bisherige "Opposition" ist das übrigens auch nicht.) Ich denke, es gibt einen harten Kern, der vielleicht wirklich nur noch aus
"taktischen Gründen" in der Partei ist. Andere meinen wirklich, der Mayer-Kurs wäre ein Ausweg aus Kleinheit und Erfolglosigkeit. Ich habe mit ein paar Genossen zu tun, die sich Mayer zurechnen,
die ich aber trotzdem nicht aufgebe. Wenn die ideologische Vorherrschaft der Mayer-Gruppe in der Partei gebrochen werden kann - und nach meinem Eindruck ist er bereits stark zurückgedrängt und
Mayer ist zunehmend isoliert - , wird auch ein Teil seiner Sympathisanten wieder umdenken, hoffe ich. Eine Haltung "na, dann haut doch ab" (oder, wenn es anders herum ausgeht, "dann hauen wir
ab") finde ich falsch. Ich bin inzwischen einigermassen zuversichtlich, dass das Kräfteverhältnis auf dem 20. PT sich inRichtung ML verschoben haben wird. Auf dem 19. PT hat sich schon gezeigt,
dass da was im Gang ist, und es hat nur knapp nicht gereicht (Mayer hat sich z. B. als stellvertr. Vorsitzender nur mit einem Vorsprung von 2 Stimmen gegen Brenner druchgesetzt und nicht einmal
die Hälfte der Delegiertenstimmen gewonnen, sondern bloss eine relative Mehrheit.) Hätten wir nach dem 19. PT aufgegeben, wäre die Partei - oder deren Rest - in der Hand der Mayer-Gruppe. Aber
wir haben eben nicht aufgegeben, sondern uns nocheinmal zwei Jahre lang einen HaufenProvokationen gefallen lassen, während wir für die Veränderung des Kräfteverhältnisses gearbeitet haben. Und
diesmal könnte es reichen.  



andreas 02/05/2013 21:27


Ich will eine DKP die eine


  "autonome und selbstbewusste Partei der
marxistisch-leninistischen Weltanschauung mit einer klaren Klassenorientierung, einer Strategie des antimonopolistischen Kampfes und des revolutionären Bruchs mit dem kapitalistischen
System !"


darstellt!


 


Wer das nicht will - der ist bei der Linken ganz gut
"aufgehoben".

Sepp Aigner 02/05/2013 22:18



HP wird wieder für den PV kandidieren. Ich würde ihn wählen, wenn ich Delegierter wäre.