Ein Hungertoter in Deutschland

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Vor einiger Zeit machte der Hungertod einer Frau für ein paar Tage Schlagzeilen. Jetzt gibt es einen neuen Fall. - Einzelfälle, sicher. Der Junge hätte nicht verhungern müssen, wenn er fähig gewesen wäre, sich um Hilfe zu bemühen. Aber die Tatsache bleibt: Vor zwanzig Jahren hätte niemand auch nur daran gedacht, dass es in Deutschland wieder Hungertote geben könnte. Jetzt gibt es die ersten wieder. Nicht so weit weg sind es schon keine Einzelfälle mehr. In Griechenland und Bulgarien sterben Menschen, weil sie lebensnotwendige Medikamente nicht bezahlen können. Dort fallen Kinder während des Schulunterrichts vom Stuhl, weil sie vor Hunger ohnmächtig werden. Ein Drittel aller Säuglinge in Griechenland ist unterernährt. In Spanien bringen sich Menschen zu Tode, weil ihnen das Dach überm Kopf weggepfändet wird.

 

Die letzten beissen die Hunde. Aber die, die sich mitten in der Meute noch einigermassen sicher fühlen, sollten sich nicht täuschen. So viel braucht in einem gewöhnlichen Leben nicht passieren - und schon kann man bei den "letzten" sein. Und in jedem Fall ist es eine zivilsatorische Schande, wenn in einem vor Reichtum strotzenden Land wie Deutschland Menschen an Hunger sterben.

 

Die Welt berichtet über den neuen "Fall" - mit, wie mir scheint, einem besorgten Unterton:

 

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