Ein neues Buch über Stalin und die Sowjetunion

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Ein neues Buch von Domenico Losurdo über Stalin und die Bedingungen des sozialistischen AUfbaus in der Sowjetunion wird wohl der linken Diskussion über diese Zeit einen neuen Anstoss geben. Ich habe das Buchg noch nicht gelesen. Aber die Rezension von Andreas Wehr hört sich danach an.

 

Übernommen von http://www.kominform.at/article.php/20120915120130617 :

  

junge Welt: Neue Grundlage

Rezension. Der italienische Philosoph Domenico Losurdo hat ein Buch über Josef Stalin geschrieben. Es fragt systematisch nach den Bedingungen des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR und ist dazu angetan, linke Geschichtsdebatten zu beleben

Von Andreas Wehr


Forcierte Modernisierung gegen viele Widerstände: »Schwerindustrie« – Fotomontage von El Lissitzky, 1935 Foto: jW-Archiv
In der zweiten Oktoberwoche erscheint Heft 5/2012 der Marxistischen Blätter mit einem Schwerpunkt zur Parteienfrage auf nationaler und internationaler (Brasilien, Venezuela, Chile, Portugal und Griechenland) Ebene. Es schreiben neben Autoren aus den betreffenden Ländern Bettina Jürgensen, Hans-Peter Brenner, Willi Gerns und Helmut Peters. Das Heft kann über redaktion@marxistische-blaetter.de zum Einzelpreis von 9,50 Euro bestellt werden (weitere Informationen unter www.marxistische-blaetter.de).

Wir veröffentlichen daraus vorab eine Rezension zum soeben im Kölner PapyRossa Verlag erschienenen Buch Stalin - Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende. des an der Universität Urbino lehrenden Philosophen Domenico Losurdo. Am 11.8. erschien an dieser Stelle unter dem Titel »Vom Vorbild zum Verderber« ein Auszug aus dem Vorwort des Bandes.


Vorabdruck. »Stalin. Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende«

Veröffentlicht in Sozialismus

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Bernd 09/15/2012 19:09


Das Buch ist sehr gut. Ich kann es nur empfehlen. Andreas Wehr geht in seiner Rezension aber gar nicht auf den Stand der "Kommunismusforschung" ein, was sehr schade ist. Denn Losurdos Buch stellt
sie mit seiner vergleichenden Methode  vollkommen infrage - zumindest die deutsche Kommunismusforschung -, was gut ist.


Andreas Wehr geht auch nicht auf einen der Schwachpunkte des Buchs ein: Losurdo unterstellt dem Gulag, dass es keinen Tötungswillen gab. Doch die Zeit der Großen Säuberung übergeht er. Nach
amtlichen Angaben sind innerhalb dieser drei Jahre 681.000 hingerichtet worden.


Auch die antizionistische Politik der Sowjetunion hätte wesentlich stärker herausgearbeitet werden können. Damals sind viele Maßnahmen getroffen worden, die den Anschein des Antisemitismus haben.
Dabei hat die "Kommunismusforschung" auch versucht, eine Deportation aller sowjetischen Juden nachzuweisen. Aber eine ordentliche Quellenkritik deckt diesen Schwindel ganz schnell auf.