Ein SPD-Bürgermeister kriegt mit, was ein Jobcenter ist

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Ein Duisburger Bezirksbürgermeister hat einen jungen Mann bei einem Jobcenter-besuch begleitet. Jetzt ist der gute Mann erschüttert: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/nord/jobcenter-visite-in-duisburg-erschuetterte-bezirks-buergermeister-id7533247.html 

 

Der Herr Bürgermeister ist von der SPD. Dass er sich trotzdem um einen Menschen kümmert, der so gut wie nichts zum Leben hat, ist ja nett. Aber einige Fragen müssen ihm und all den übrigen SPD-Mandataren - und all denen, die diese immer noch wählen - schon gestellt werden:

 

1. War es nicht der SPD-Kanzler Schröder, der Hartz IV eingeführt hat ?

 

2. Ist es nicht ein wenig spät, zehn Jahre nach dessen Einführung dessen Wirkung zu bemerken ?

 

3. Wie viele Tausend SPD-Mandatare gibt es, die von Hartz IV durchaus nicht "erschüttert" sind wie der Herr Bezirksbürgermeister, sondern die von der SPD eingeleitete Verarmungspolitik als notwendig und richtig ansehen ?

 

4. Warum bleibt der erschütterte Bezirksbürgermeister trotzdem in der SPD ? Und wird  im bevorstehenden Bundestagswahlkampf für den "Spitzenkandidaten" Peer Steinbrück werben, der genau dieser Typ SPD-"Volksvertreter" ist, der Hartz IV ersonnen und durchgesetzt hat ?

 

Man könnte noch viele solcher Fragen stellen. Zusammengefasst käme dann heraus, dass die SPD eine fragwürdige Partei ist. Aber das wäre ein falsches Ergebnis. Die SPD ist keine fragwürdige Partei. Sie ist fraglos eine Partei des Grosskapitals, die "die Banken rettet" und die Menschen im Notfall dafür verrecken lässt.

 

Ob das den Herrn Bezirksbürgermeister und all die Damen und Herren SPD-Mandatare erschüttert oder nicht, ist ziemlich egal. Ihre Wählerinnen und Wähler sollte es aber schon endlich erschüttern, und zwar so, dass sie endlich aufhören, ihre Wahlkreuzchen bei dieser Partei zu malen, weil ab und zu einer ihrer Vertreter "erschüttert" ist - über die Folgen der eigenen Politik.

 

 

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