Saturday, 31. october 2009
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21:50
(erstes und viertes Link: Es erscheint UPS! ... Dort einfach auf die Adresse clicken - dann kommt der Text)
In den Reaktionen auf die "AmSeL-Geschichte" faellt mir auf, dass bei vielen Leuten die Vorstellungen ueber Faschismus, deutsche Geschichte und dem Zusammenhang
beider eher verschwommen sind. Mir scheint, dass Rechte und Faschisten auch deswegen oft leichtes Spiel haben, weil zu wenig gewusst wird. Hier einige informative Links:
Christina Kaindl, Antikapitalismus als soziale Bewegung von rechts
http://www.labournet.de/diskussion/rechten/allg/kaindl.html
Stefan Brandhuber, Nazis und die soziale Frage
http://www.buendnis-gegen-rechts.net/?Aktuell:Nazis_und_die_soziale_Frage
Fuelberth, Nationalsozialismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus
Kurt Gossweiler, Faschismus ud herrschende Klasse gestern und heute
http://www.kurt-gossweiler.de/artikel/faschhkl.pdf
von Sepp Aigner
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veröffentlicht in: Gegen Rechts
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Hallo Sepp,
zwei Deiner Links funktionieren nicht, einmal der erste und letzte, ansonsten scheint ja die Diskussion sich wieder zu beleben.
Gute Nacht
Thomas
Bona nit
Sepp
http://www.kurt-gossweiler.de/artikel/faschhkl.pdf <- dies ist der richtige für die pdf datei
Er beschreibt den Faschimus als eine Instrumenalisierung der Herrschenden. Somit sind die Herrschenden auch faschisten. Der Instrumentalisierte Faschimus hat sich in seiner Form kaum geändert sowie damals als auch heute, um auf Bauernfang zu gehen.
Das Problem ist nur, daß das latente braune immer mehr an Macht gewinnt, wenn es Deutschland immer weiter schlechter geht (wir sind auf dem besten Weg) ! Bis dann wieder einer aus Österreich kommt und die braune Glut wie ein Waldfeuer entfacht.
Würde die Leute endlich dieses dialektische Dilemma erkennen, dann wäre sehr schnell eine "revolution" im gange, die endlich mal zu einer richtigen gemeinschaftlicher demokratie führen würde.
Den Hirnis, die faschistischen Ideologien anhaengen und diese ,sozusagen im Wartestand fuer einen Einsatz, der kommen mag oder nicht, pflegen und propagieren, ist in der Masse, denke ich, nicht bewusst, worum es eigentlich geht. Die Ideologie hat im Lauf der Geschichte auch eine gewisse Eigenstaendigkeit gewonnen. Es handelt sich nicht immer um direkte "Auftragsarbeit", sondern auch um Sektenueberzeugungen, vergleichbar mit den Spinnereien religioeser Sekten. Das allein waere wenig relevant. Gefaehrlich werden Faschisten dann, wenn ihre Ideen fuer die Herrschenden eine zentrale Funktion gewinnen.
Was ist uebrigens eine "richtige gemeinschaftliche Demokratie" ?
dürfen Sie, Sepp Aigner, jetzt also folgenlos als
"Depp Aigner"
öffentlich bezeichnet werden - wie kürzlich in "mein parteibuch" geschehen ?
fragt Anon
Das wars dann aber auch. Der naechste Spam wird gecancelt.
Hallo Sepp,
den Text von Kurt Gossweiler finde ich gut, richtig und passend, wobei ich etwas suchen musste,
bis ich den Richtigen gefunden hatte. In diesem Zusammenhang würde ich diesen Beitrag als Ergänzung empfehlen.
Eine Anmerkung werde ich aber zu Deiner Antwort an Traum noch machen. Du schreibst von der faschistischen Ideologie und ziehst den Bogen über das Sektierertum bis zum Gebrauch durch die Herrschenden. Nun ist auch die faschistische Ideologie nur ein Bestandteil der bürgerlichen Ideologie, was nicht vergessen werden sollte, vergessen werden sollte aber auch nicht, wer sich den Faschismus als Werkzeug geschaffen hat? Er ist eine Schöpfung des Imperiums, zur Spaltung und Unterdrückung der Arbeiterklasse. In diesem Zusammenhang verweise ich gern auch auf Georgi Dimitroff und was dieser schon 1935 feststellte.
Solidarischen Gruß
Thomas
Ja, Deine Verweise sind sehr gut. Ich bin erade dabei, ein paar Links zusammenzustellen, die die schon gebrachten ergaenzen sollen. Den Rauschendorf stelle ich dazu. Dimitroff/VII. Weltkongress wird schon einem anderen Text verlinkt, an dem ich gerade arbeite.
Warum das Gossweiler-Link (und das erste) nur ueber Umweg funktionieren, weiss ich auch nicht.
Was ist uebrigens eine "richtige gemeinschaftliche Demokratie" ?
nun ich beziehe mich auf einer wahren Demokratie, die der gesamten Gesellschaft zu gute kommt, also nach der Idee Sokrates -> nur leider ist dies fast Utopie, sofern der Mensch es nicht schafft Neid, Missgunst, Konkurenzdenken, Materialismus, ect. abzuschaffen (diese Faktoren sind alles durch das Bürgertum geschürt und ausgebaut worden)
Ich für mein Teil versuche entgegen des materialistischen Denkens zu wirken, um meinen kleinen Teil zum weiteren Kollaps des kranken Systems beizutragen.
Wenn du die maslowsche Bedürfnispyramide anschaust wirst du erkennen das gehobene Bürgertum (herrschende Klasse) eine andere Pyramide aufweisen sollte als die breite Masse. Die herrschende Klasse missbraucht das 2. Grundbedürfnis, nähmlich die Sicherheit. Diese wiederum wird mit einem Angstgefühl unterbewusst gesteuert,damit man die breite Masse lenken kann. Dann kommt man gleich auf die Frage wer bzw. warum schürt man die Angst? Weil derjenige Böse ist (der auf den kleinsten nenner reduzierten Verursacher)! Und damit lande ich wieder bei dem Thema Ponerologie (sprengt hier den Ramen um das zu erklären)
Benjamin Franklin sagte mal "Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren."
Denn Freiheit heißt auch Verantwortung und Selbstverwirklichung auf dem höchsten Maße ohne dabei einen anderen Menschen zu verletzen.
Deshalb sagte ich auch wer instrumentalisierten Faschismus bewusst schürt, ist auch ein Faschist. Das beides schlecht ist, ist mir durchaus bewusst aber dennoch muss man hier die Wirkungsweise des Faschismus trennen (Bsp. Hitlerfaschismus <-> Brit. Imperialismus), genauso wie die Wissenschaft über das Böse gemacht hatte.
@Thomas
wenn Genosse Stalin erkannt hatte, worin das Übel liegt! Warum hatte er es nicht geschaft was besseres aufzubauen?
Aber wie sagt man so schön: "Geschichte ist eine Lüge, auf die man sich geeinigt hat."
Gruß Pedro
Hallo Pedro,
etwas verwirrend, Deine Vorstellungen und um sie zu verstehen möchte ich Dich bitten, einige verwandte Begriffe zu erklären. Deine Sichtweise auf Demokratie ist mir durchaus verständlich und ich würde darauf eingehen, hätte vorher aber gern geklärt, was Du im gegebenen Zusammenhang unter Materialismus verstehst. Da Du versuchst „entgegen des materialistischen Denkens zu wirken“, wäre gerade eine Klärung dieses Begriffes notwendig. Meinst Du den Materialismus in seiner vulgären Form, oder als weltanschauliche Kategorie (Grundfrage der Philosophie)?
Was nun die Maslow’sche Bedürfnispyramide (eigentlich: Bedürfnishierarchie) betrifft, so ist diese zwar nicht unumstritten, aber die Ebenen sind nicht umsonst auf einander aufgebaut, ein Überspringen, Auslassen ist nicht.
Körperliche Existenzbedürfnisse: Atmung, Schlaf, Nahrung, Wärme, Gesundheit, Wohnraum, Sexualität.
Sicherheit: Recht und Ordnung, Schutz vor Gefahren, fester Arbeitsplatz, Absicherung.
Soziale Bedürfnisse (Anschlussmotiv): Familie, Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Intimität, Kommunikation.
Individualbedürfnisse: Höhere Wertschätzung durch Status, Respekt, Anerkennung (Auszeichnungen, Lob), Wohlstand, Geld, Einfluss, private und berufliche Erfolge, mentale und körperliche Stärke.
Selbstverwirklichung: Individualität, Talententfaltung, Perfektion, Erleuchtung.
Über die erste Ebene brauchen wir sicher nicht zu streiten, aber warum legt das Kapital soviel Wert auf die zweite Ebene? Es ist doch so, bevor sich der Mensch mit der zweiten Eben beschäftigt, muss er erst einmal die erste Ebene gesichert haben, wenn er dieses getan hat, kann er sich der zweiten Ebene zuwenden und dann erste der dritten usw. usf. Mit erreichen der dritte Ebene beginnt es für Machtstrukturen gefährlich zu werden, die vierte Eben verstärkt die Gefahr und ist sogar geeignet Konkurrenz aufzubauen, mit erreichen der vierten Ebene wird es richtig lustig, wer sich nämlich selbst verwirklicht, lässt sich eigentlich nicht mehr steuern. Die erste Ebene muss erfüllt sein, sonst ist der Mensch schlicht weg nicht, auf diesen kann aber nicht verzichtet werden, die zweite Ebene taugt am besten zum Erhalt der Macht, so ist man bestrebt dort die Menschen festzuhalten und jene, welche die Ebene in Richtung 3,4,5 verlassen haben und nicht dem Machtzirkel angehören, zumindest partiell dort zu binden. Die dritte Ebene ist zwar notwendig, aber keiner sollte sich in dieser wirklich einrichten, so die Intention der Mächtigen, (welche letztendlich den Menschen nicht in seiner Komplexität benötigen, sondern nur dessen Arbeitskraft) und die vierte und fünfte Ebene soll nur einen gewissen Kreis an Auserwählten vorbehalten bleiben. Die herrschend Klasse missbraucht das zweite Grundbedürfnis nicht, sonder es gebraucht es, um die Beherrschten auf der zweiten und dritten Eben festzuhalten, am liebsten wohl zwischen beiden Ebenen.
Aber wie schon gesagt, diese Pyramide ist selbst umstritten. Ich stimme Dir zu, wenn Du zum Ziel schreibst: „damit man die breite Masse lenken kann“. Was nun aber Gut und Böse anbelangt, so sind diese Begriffe relativ und entsprechende Einschätzungen sehr vom Standpunkt des Betrachters abhängig, letztendlich sind sie untauglich gesellschaftlich Verhältnisse zu beschreiben. Und was ist eigentlich „Ponerologie“?
„Benjamin Franklin sagte mal "Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren."“ Ja, was ist Freiheit, Du hast dazu etwas geschrieben, das ist sie auch, aber sie ist das Verlassen der dritten Stufe in Richtung vier und fünf! Nur welche Freiheit hat Franklin gemeint, wohl eher die Freiheit der Klasse, wessen Vertreter er war und welche, wie Du richtig festgestellt hast, die Menschen auf Ebene 2/3 binden wollen.
Und zum letzten Deiner Punkte: wir sollten Faschismus als das sehen was er ist, ein Instrument in den Händen der Herrschenden in dieser Gesellschaft, aber nicht das einzige Instrument. Faschismus kommt nicht irgend woher, es ist auch nicht einfach so dar und bietet sich zu Instrumentalisieren an, sondern er entspringt realen Umständen, realen Verhältnissen, mit realem Hintergrund und realer Aufgabe, er wird als Instrument geschaffen. Somit muss Faschismus nicht instrumentalisiert werden, es ist ein Instrument welches mit unterschiedlicher Intensität ein eingesetzt wird.
Was Stalin erkannt hat kann ich nicht sagen, dazu habe ich zu wenig von ihm gelesen, aber worin besteht den eigentlich das Übel?
Und ist Geschichte wirklich eine Lüge, auf die man sich geeinigt hat? Und wer sollte sich da mit wem geeinigt haben?
Hier einmal ein andere Aussage zur Geschichtsschreibung, denn um diese geht es letztendlich: „Die Bourgeoisie macht alles zu einer Ware, also auch die Geschichtsschreibung. Es gehört zu ihrem Wesen, zu ihren Existenzbedingungen, alle Waren zu verfälschen: sie verfälscht die Geschichtsschreibung. Und diejenige Geschichtsschreibung wird am besten bezahlt, die im Sinn der Bourgeoisie am besten verfälscht ist.“ F. Engels, Material for the History of Ireland, Aus den Fragmenten zur „Geschichte Irlands“, 1870 – MEW Bd. 16, S. 499 – 500.