Einigung der deutschen Kommunisten ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

2008 ist in Deutschland eine "Kommunistische Initiative" gegründet worden, mit dem erklärten Ziel, eine "einheitliche kommunistische Partei" schaffen zu wollen oder dazu beizutragen. Die Resonanz war nicht gross. 2010 spaltete sich diese neue Organisation schon wieder. Ein Teil firmiert seitdem unter Kommunistische Initiative (Gera 2010).

 

Meine Meinung zu diesen ständigen Organisationsgründereien ist, dass man das lassen, sich in der DKP organisíeren und dort die revisionistische Tendenz überwinden sollte (S. link ). Das wäre m.E. der einfachste und aussichtsreichste Weg, die Spaltungen zu überwinden und eine einheitliche kommunistische Partei zu schaffen. Aber es ist nun einmal so, dass andere Kommunisten das anders sehen. So bleibt nur der Weg, den die RotFüchse (http://www.rotfuchs.net/ ) zu ihrer Parole gemacht haben: "Einigung mit dem Ziel der Vereinigung". 

 

An der KI (Gera 2010) finde ich "sympathisch", dass sie keinen "Führungsanspruch" aufmacht und wirklich auf die Verbesserung der Zusammenarbeit der Kommunisten orientiert. Die Gruppe hat diese Orientierung aktuell noch einmal mit einigen Änderungen in ihrem Grundsatzdokument bekräftigt. Das Dokument kann hier nachgelesen werden: link .

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Herbert 08/05/2012 12:53


Bei Bernstein und seinen Jüngern beinhaltet es etwas anderes - sogar unterschieden von Engels Bemerkung in den Grundsätzen des Kommunismus. Bei Abendroth sieht das schon anders aus. Man kann
diesen Gedanken fortführen. Aber ich denke, wir sind doch in der Sache der Eigenständigkeit der Demokratiefrage beieinander. Deinen Einwand verstehe ich.


Zu früh - ich fürchte es auch. Ein einmalige geschichtliche Chance ist uns verloren gegangen. Was andere "Ostalgie" nennen ist in Wahrheit die schmezhafte Erkenntnis eines gewaltigen Verlustes,
der uns enorm zurückgeworfen hat, denn so mußte es nicht enden. Erwähnenswert übrigens: Geschichtskorrespondenz des Marxistischen Arbeitskreises zur Geschichte der deutschen
Arbeiterbewegung, Juli 2012. Inhalt: "Sozialismus in Deutschland? 60 Jahre nach der 2. Parteikonferenz der SED. Erfahrungen und Lehren". Der Beitrag von Ekkehard Lieberam war in der JW als
Vorabdruck.


Wenn ich einen Kommentar falsch eingeordnet habe, bleibt es mein Fehler. Du wirst das schon richten.


Herbert

aurorakater 08/04/2012 22:41


Nein Herbert, Du hast wohl Deinen Kommentar unter einem anderen Beitrag geschrieben, einfach verwechselt. Ich habe da so etwas gelesen und mich schon gewundert, da es nicht passt .

Herbert 08/04/2012 21:35


Das wäre ein großer Fehler, wenn die Verbindung von Sozialismus und Demokratie, wenn demokratischer Sozialismus per se identisch mit der Sozialdemokratie, identisch mit Reformismus wäre. Diese
Argumentation, die bisher den Kommunisten eher geschadet als genutzt hat, lenkt vor allem vom Problem der Demokratie auf der Basis sozialistischen Eigentums ab, wie es ja dann auch
tatsächlich geschehen ist (bei der Linkspartei wie bei den "Marxisten-Leninisten"). Lenin z.B. (er war schon praktisch mit dem Problem konfrontiert) hat da keineswegs einfach etwas vorausgesetzt
- für ihn war klar, daß es sich bei der Verbindung von Zentralismus und Demokratie um einen dialektischen Widerspruch handelt. Die bekannte Identitätsdoktrin, die das Staatsrecht der DDR
bestimmte, vertrat er nicht - auch nicht im Anti-Kautsky. Es ist nun mal so - Sepp -, verloren hat nicht Heuers Doktrin´, sondern die Doktrin von Pollack. Heuer stand am Rande, seine Auffassung
war in der DDR nie bestimmend. Bestimmend war die These von der Identität von Sozialismus und Demokratie, die keinen Raum für die Widersprüche ließ - ein hervorragendes Einfallstor der
Konterrevolution. Schon Stephan Heym hat das sehr frühzeitig und gut beschrieben.


Ich denke schon, dass Kommunisten auch Reformer sind, sonst wären sie hoffnungslos verloren - insbesondere auch nach einer siegreichen sozialistischen Revolution. Eben- die Gegenüberstellung ist
es, die abzulehnen wäre - siehe Rosa Luxemburg "Sozialreform oder Revolution". Aber die Kommunsiten sind als Reformer keine Reformisten, denn  sie plädieren für die Revolution, also die
Änderung der Gesellschaftsordnung, die mann natürlich nicht machen kann, für die aber die Massen aufzuklären sind. So sehe ich das.


Sepp - sollten wir beide noch eine sozialistische Revolution in Deutschland erleben, dann würden wir in der Sache der Verbindung von Sozialismus und Demokratie auf Basis des
gesellschaftlichen Eigentums und der Macht der Arbeiterklasse schon wieder zusammenfinden - spontan funktioniert es nicht (wozu dann auch die Frage nach der Rolle des Staates, der Partei, der
Politik etc.?). Da bin ich ganz optimistisch, schon deshalb, weil andere Versuche, mit dem Demokratieproblem fertig zu werden, doch sehr kläglich wirken. Der Sozialismus hat nun mal seine eigenen
Gesetze.


Herbert - beim Kommentar habe ich dann sicher einen Fehler gemacht.

Sepp Aigner 08/05/2012 12:10



Das Konzept "Demokratischer Sozialismus" beinhaltet einfach etwas anderes als die Frage nach "Demokratie in einer sozialistischen Gesellschaft". Das sind zwei verschiedene Themen, die man
nicht unter der selben Überschrift verhandeln sollte.


Was uns zwei und den Sozialismus betrifft, fürchte ich, dass wir zu früh geboren sind.



Herbert 08/04/2012 17:04


So einfach ist das? War es das jemals in der Geschichte? Müssen Kommunisten, um nicht der Revolution verlustig zu gehen, die sie ja nicht machen, sondern in deren Sinn sie unter allen Bedingungen
Aufklärung betreiben, nicht auch Reformer sein. Gehören sie deshalb in die Linkspartei? Ist demokratischer Sozialismus nur ein Pleonasmus? Sepp - du hast mal Uwe-Jens Heuer gewürdigt. Er hat
gelehrt, dass das Demokratieproblem ein eigenständiges Problem ist. Gescheitert sind aber diejenigen, die das vehemnent bestritten haben und anlaog Proudhon die Gesellschaft in ein Subjekt
verwandelten, wogegen Marx heftig wetterte.


Auch die Gründungsgeschichte der KPD von 1918 und die Geschichte ihrer Entwicklung zeigt, wie schwierig das mit den Strömungen und der Einheit ist.


Herbert


PS. Ich habe mich übrigens gewundert, dass du einen von mir abgeschickten Kommentar nicht veröffentlicht hast.

Sepp Aigner 08/04/2012 19:54



Hallo Herbert.


Ich veröfffentliche alle Deine Kommentare. Wenn einer nicht gekommen ist, muss beim Versenden was schiefgegangen sein.(Ich bin ziemlich sicher, dass ich auch nicht aus Versehen einen gelöscht
habe, weil ich das ohnehin nur in ganz seltenen Ausnahmefällen mache und nie, ohne das im Blog mitzuteilen.)


"Demokratischer Sozialismus": Da sind wir wohl in der Sache tatsächlich auseinander. Nicht, dass ich einen Sozialismus will, der nicht demokratisch ist. Sozialismus geht gar nicht anders als
demokratisch. Wo das ausgehöhlt wurde, haben wir dafür bezahlt. Das Label "demokratischer Sozialismus" steht für mich für etwas anderes: Sozialdemokratie.


Müssen Kommunisten Reformer sein ? Ich meine nicht. Sie müssen immer die Interessen der Arbeiterklasse zur Richtschnur nehmen. Dazu gehört natürlich auch deren Fortkommen unter kapitalistischen
Verhältnissen. Und wenn irgendwo eine Verbesserung ihrer Rechtsstellung etc. erreicht werden kann, muss das natürlich verfolgt werden. Aber in jedem Moment haben Kommunisten m. E. das Interesse
an einer revolutionären Überwindung des Kapitalismus zu verfolgen. Zwischen Reform und Revolution gibt es einen DIALEKTISCHEN Zusammenhang. Eine GEGENÜBERSTELLUNG - etwa heute Reform, morgen
Revolution - führt m.E. zum Reformismus.


Ich schätze Heuer tatsächlich. Viel Kluges, das wir uns merken müssen. Das heisst aber nicht, dass ich in allem mit ihm einverstanden bin. (Das bin ich nicht mal mit Marx ...  )


 



andreas 08/02/2012 21:34


Aber wie werden die marxistisch-leninistischen Kräfte gestärkt?


Die "Reformer" sollten sich wirklich ernsthaft überlegen, ob sie zur Linken gehen...


Oder sollten sich die Marxisten-Leninisten aus der DKP anderweitig zusammenschließen?


Letztendlich ist der "Kampf der Fraktionen" innerhalb der DKP zermürbend - die hierbei verbrauchte Energie sollte man besser woanders "anlegen".


 


Ich sehe weiterhin "dunkelschwarz" für eine "vereinte KP", und auch für eine marxistisch-leninistische DKP...

Sepp Aigner 08/03/2012 14:08



"Die "Reformer" sollten sich wirklich ernsthaft überlegen, ob sie zur Linken gehen...": Dein Wort in ... Ohr !