Einladung zu einem gewerkschaftspolitischen Ratschlag im Herbst 2012

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

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Einladung zu einem gewerkschaftspolitischen Ratschlag im Herbst 2012


labournet

07.07.12
WirtschaftWirtschaft, Hessen, Arbeiterbewegung

 

von Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken

Am 22./23. September 2012 werden sich in Frankfurt/Main auf Einladung der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken, der AG Betrieb und Gewerkschaft der Partei Die Linke, der AG Betrieb und Gewerkschaft der DKP, des express und weiterer Initiativen und Netzwerke kritische GewerkschafterInnen zu einem gewerkschaftspolitischen Ratschlag treffen. Dazu sind interessierte KollegInnen herzlich eingeladen.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, zurzeit erleben die Kolleginnen und Kollegen in Griechenland auf ganz grausame Weise, wie sich die Troika aus EU, EZB und IWF die „Lösung“ der Euro-Krise vorstellen:
Mit einem rabiaten Kürzungsprogramm, Massenentlassungen und Verschleuderung von Staatseigentum sollen die Lohnabhängigen und Bedürftigen die Zeche bezahlen und ein bankrottes System retten. Und wie der Fall Italien nur allzu deutlich macht, geht es der Troika nicht nur um ein Diktat gegenüber Athen.
Auch die italienischen KollegInnen sollen künftig – nach deutschem Vorbild– bis 67 arbeiten, sie sollen schneller auf die Straße gesetzt werden können usw. Diesem Exerzierfeld schauen die Führungen des DGB und seiner Einzelgewerkschaften tatenlos zu.

Schlimmer noch:

Statt dieses Diktat anzuprangern und die Bankenrettungspolitik anzugreifen, appellierten sie an den deutschen Bundestag, dem Rettungsschirm zuzustimmen, der ein bis dato einzigartiges Lohnsenkungs- und Verelendungsprogramm für unsere Kolleginnen und Kollegen in Griechenland darstellt.

Dabei müsste eigentlich allen klar sein, dass gerade die Reallohnverluste in Deutschland und die damit geförderte Senkung der Lohnstückkosten im Vergleich zum Ausland zur Zuspitzung der Probleme in den südeuropäischen Ländern beigetragen haben. Statt aber für einen kräftigen Anstieg der Tariflöhne und einen akzeptablen Mindestlohn zu kämpfen, um Reallohnverluste auszugleichen und den Marsch in die Armut von Millionen Lohnabhängiger bei uns zu stoppen, halten unsere Gewerkschaftsvorstände an ihrer Standortpolitik fest.

Damit sind wir in Deutschland bei der sich anbahnenden Rezession denkbar schlecht gewappnet, uns gegen die auch in diesem Land zu erwartenden Angriffe zur Wehr zu setzen, von der notwendigen internationalen Solidarität ganz zu schweigen. Denn wenn die Herrschenden mit diesen Angriffen in Griechenland, Italien und anderen Ländern erst mal Erfolg haben, dann wird es für uns noch viel schwieriger, etwa die Rente mit 69 abzuwehren, die ja laut Focus im Finanzministerium schon mal durchgerechnet wurde.

Dieser selbstzerstörerischen Politik unserer Gewerkschaftsführungen muss ein anderes Konzept gegenübergestellt werden. Es muss geeignet sein, größere Kreise in unsren Belegschaften anzusprechen, um sie für eine andere Politik zu gewinnen. Dies kann keine der heute so zersplitterten kritischen und linken Zusammenhänge in den Gewerkschaften von sich aus alleine bewerkstelligen. Wir meinen, dass es dazu einer intensiven Beratung unter uns allen bedarf, um gemeinsam herauszufinden, wie eine andere Politik möglichst wirksam vermittelt werden kann.

Strategische Richtschnur für viele Gewerkschaftsführungen ist nach wie vor die Sicherung der Konkurrenzfähigkeit des Standorts Deutschland in teilweiser Wettbewerbsgemeinschaft mit den Unternehmen. Es wird Zurückhaltung bei der Frage geübt, wer die Lasten der Wirtschafts-und Finanzkrise zu tragen hat, und es wird Verzichtspolitik in Lohn-und Arbeitszeitfragen betrieben.

Eine Ursache dieser Entwicklung der Gewerkschaftspolitik dürfte sein, dass die Reichweite und Tiefe kritischer, linker Diskussionen und Einflussnahme auf den gewerkschaftlichen Willensbildungsprozess in den letzten Jahren - trotz des Einsatzes Vieler -durch eine gewisse Zersplitterung der linken gewerkschaftlichen Kräfte offensichtlich stark abgenommen hat. Dies konstatieren wir sowohl für „unseren“ Bereich, das Netzwerk der Gewerkschaftslinken, aber wir denken, dass auch Ihr mit einer ähnlichen Entwicklung in Euren Arbeitszusammenhängen konfrontiert sein dürftet.

Deshalb halten wir einen „gewerkschaftspolitischen Ratschlag“ für ein sinnvolles und hilfreiches Instrument, um die Diskussion über eine Neuaufstellung linker gewerkschaftlicher Kräfte voranzubringen. Für dieses Vorhaben haben sich schon eine Reihe von Zusammenhängen positiv geäußert und wir hoffen auf weitere Interessierte.

Der Ratschlag findet statt am 22. und 23. September in Frankfurt/Main im Bürgerhaus Gallus in der Frankenallee 111

Weitere Infos unter:

http://www.labournet.de/GewLinke/index.html

Infos und Anmeldungen bitte an:
HKroha@t-online.de

Gewerkschaftspolitischer Ratschlag
Solidarität statt Spaltung und Konkurrenz – wie die Burgfriedenpolitik durchbrechen?
Samstag, 22. September 2012 von 11.00 bis 19.00 Uhr
Sonntag, 23. September 2012 von 9.00 bis 13.00 Uhr
in Frankfurt/Main im Bürgerhaus Gallus in der Frankenallee 111

 

 

VON: INITIATIVE ZUR VERNETZUNG DER GEWERKSCHAFTSLINKEN

Veröffentlicht in Deutschland

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