Ende des Guerillakriegs in Kolumbien ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Vielleicht gibt es jetzt die Chance, den Guerillakrieg in Kolumbien im Tausch gegen demokratische und soziale Garantien zu beenden. Misstrauen ist angebracht. Schon in den 1980er Jahren hatte die FARC auf Zusicherungen der damaligen Regierung hin den Kampf eingestellt und ihre Kader waren in die Legalität zurückgekehrt. Das war eine Falle gewesen. Die Regierung brach ihre Zusicherungen einfach und liess Tausende FARC-Kämpfer ermorden, worauf diese den bewaffneten Kampf wieder aufnahmen. Es gibt eine gewisse Hoffnung, dass es diesmal anders laufen könnte. Im Hintergrund wirken bei den Verhandlungen zwischen FARC und kolumbianischer Regierung Kuba, Venezuela, Norwegen und Chile mit.

 

Den USA wird diese neue Entwicklung aber kaum gefallen. Der "Kampf gegen die Narco-Guerilla", wie sie die FARC verleumderisch nennt, gab den USA die Gelegenheit, sich in Kolumbien auch militärisch breitzumachen. Wenn die kolumbianische Regierung nicht wieder blufft, kommt in einem echten Willen zur Beendigung des Krieges auch zum Ausdruck, dass sie sich nicht mehr völlig mit der Aufsichtsmacht identifiziert. Das wäre logisch, weil die kolumbianische Bourgeoisie mitansehen muss, wie sich in den Nachbarstaaten Venezuela und Ecuador die soziale Lage verbessert und die demokratischen Rechte erweitert werden. Auch im benachbarten Peru sind die Volkskräfte nicht weit von einem politischen Durchbruch entfernt. Daher könnten Teile der kolumbianischen Bourgeoisie es für angezeigt halten, die sozialen Gegensätze nicht weiter zuzuspitzen und ihrer Herrschaft ein breiteres soziales Fundament zu verschaffen.

 

Es ist jedenfalls etwas im Gang. Ein Zeichen dafür ist, dass Staatschef Santos führende Vertreter der kommunistischen Partei im Regierungspalast zu Gesprächenempfangen hat. Darüber berichtet RedGlobe:

 

http://www.redglobe.de/amerika/kolumbien/5448-kolumbiens-kommunisten-trafen-praesident-santos

 

 

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