EU: Die Wertegemeinschaft auf dem deutschen Prüfstand

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Euro und EU sind ein Geschäft. Die hohen ideellen Werte, Beethoven und blaue Fähnlein mit einem Kranz von Sternen sind für die Erbauung des Publikums. Wenn Euro und EU kein Geschäft mehr sind, wird es für die hohen Werte brenzlig. Sie könnten ausgetauscht werden, Schwarzrotgold statt Blau, Raubvogel statt Sternenkranz.

 

In einem Artikel in der FAZ, den man wirklich lesen sollte, wenn man die Widersprüche verstehen will, die die deutsche Monopolbourgeoisie derzeit umtreiben, wird die Rechnung aufgemacht und geprüft, ob Euro und EU wirklich noch ein deutsches Geschäft sind.

 

http://www.faz.net/artikel/C30638/waehrungsunion-ist-deutschland-hauptprofiteur-des-euro-30476964.html

 

Die angeführten Zahlen deuten auf ein Sympathisieren des Verfassers auf die Wiederaufnahme eines deutschen Alleingangs hin. Die meisten Schätzungen des deutschen Exports in die EU-Länder liegen höher, im Bereich von über 50 %. Grob gesagt, stehen die Zahlen für Fifty-Fifty, was die Vorteile und Nachteile eines einheitlichen europäischen Wirtschaftsraums angeht. Was aber die Perspektive angeht, sind die deutschen Möglichkeiten einer Exportausweitung in Europa wirklich ziemlich schlecht. Die "Partnerstaaten" sind von der "deutschen Exportoffensive" schon dermassen an die Wand gefahren, dass nicht mehr viel geht. Die besseren Aussichten liegen in Asien und anderen aussereuropäischen Weltregionen. Ein Posten, den der FAZ-Autor nicht einkalkuliert, der aber gewichtig ist, sind die politischen Kosten einer Rückkehr zum deutschen Alleingang, die mit den Kosten der "Rettung des Euro" - und vielleicht letzten Endes der EU selbst - gegenzurechnen sind. - Alles in allem steht es wohl "Spitz auf Knopf". Oder, wie Lenin 1915 schrieb: Die Vereinigten Staaten von Europa sind entweder unmöglich oder reaktionär.

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