Gekaufter Journalismus

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Viele Menschen wundern sich darüber, dass zu allen wirtschaftlich und politisch wichtigen Themen die Darstellung in den Medien so uniform ist. Der Verdacht, dass es steuernde Hände gibt, die dafür sorgen, dass aus Information Propaganda wird, ist verbreitet. Zu offensichtlich ist oft, dass die Medien-Darstellung und die Wirklichkeit weit auseinanderklaffen, dass Missliebiges verschwiegen, Marginales "hochgeschrieben" und direkt gelogen wird.

 

Beispiel Libyenkrieg: Gaddafi habe noch dreihundert Anhänger, wurde in der Vorbereitungsphase des Krieges verbreitet. Drei Monate später gehen in Libyen hundertausende Bürger auf die Strasse und bekunden der Regierung ihre Unterstützung. - Und die Mainstream-Medien bringen darüber praktisch nichts. Es ist Gaddafi, der ganz augenscheinlich die Masse der Bevölkerung hinter sich hat, und es sind die "Rebellen", die eben diese Unterstützung augenscheinlich nicht haben. Aber die Medien versuchen krampfhaft, die Wahrheit genau umzudrehen, den genau gegenteiligen Eindruck zu erwecken. - Und so ist es bei vielen Themen.

 

Wie funktioniert diese Uniformität, die dem Wort "Vierte Gewalt" einen ganz anderen Sinn gibt als den, der ursprünglich gemeint war - nämlich "Vierte Gewalt" als Korrektiv staatlicher Macht und Wächter der Meinungsfreiheit ? Wie wird die "Vierte Gewalt" zu einer solchen im Wortsinn, zur Abteilung der Staatsgewalt, die für die politische Ausrichtung der Bürger zuständig ist ? Wie funktioniert in "der Demokratie", was ein Hauptvorwurf gegenüber Diktaturen ist ?

 

Das hat damit zu tun, dass einige wenige Presseagenturen den Nachrichtenmarkt beherrschen und in der scheinbaren "Vielfalt der Medienlandschaft" hauptsächlich bloss abgeschrieben wird, was über deren Ticker kommt. Es hat zu tun mit den Eigentumsverhältnissen; - die Zahl der Zeitungsnamen (z.B.) verdeckt, dass nur einige wenige Grosskonzerne deren Eigentümer sind und damit die "politische Linie" vom schwäbischen Provinzblatt bis zur "Hauptstadtpresse" vorgeben. Diese wenigen Eigentümer sind eng verbandelt mit der übrigen "Wirtschaftselite" - und sei es nur über deren Anzeigenaufträge - und mit den Spitzen des Staatsapparats. Sie sind nicht "Vierte Gewalt" im ursprünglichen Sinn, sondern Teil der wirtschaftlichen und politischen "Elite". Ihre Macht - schlicht die Macht, willfährige Journalisten zu beschäftigen und andere nicht - prägt die "Medienkultur" und bringt den Journalistentyp hervor, den man besser Journaille nennt: Wortverdreher und Speichellecker, Bücklinge und Hofschranzen.

 

Es gibt aber noch einen anderen Strang, an dem die Mainstream-Uniformität hängt. Alle Staatsapparate lenken mehr oder weniger mit dem wirksamsten aller Lenkungsmittel, nämlich mit Geld und Karriereaussichten, die Journalistenheere und machen sie zu ihren Spezialtruppen für die Bearbeitung der Bürgerhirne. Das läuft über umfassende Netzwerke und Programme und strategische Zielsetzungen. Die USA sind nicht der einzige Staat, der sich so "seine" Medien macht. Aber er ist ein Beispiel, weil er die mafiöse Struktur dieser Sorte "Pressefreiheit" im Weltmassstab perfektioniert hat.

 

Dazu der folgende Text von Jeremy Bigwood, den ich (via http://leonorenlibia.blogspot.com/ - danke) hier gefunden habe:

 

http://www.inthesetimes.com/article/3697/no_strings_attached/

 

 

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