Gold - ein sicherer Hafen ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

 

Vor einigen Tagen hat Gold den Preis von 1 200 Dollar/Feinunze ueberschritten. Das ist ein historisches Hoch. Die Tendenz ist: weiter steigend.Vergleich: Im Jahr 2000 lag der Preis noch bei 300 Dollar.

 

Diese Graphik zeigt den Preisverlauf der juengeren Zeit: http://www.research.gold.org/prices/

 

Und hier ist der Verlauf seit 1900 zu sehen: http://www.research.gold.org/prices/annual

 

Bei der letzten Graphik faellt ins Auge, dass der Golpreis etwa 1970 zu klettern beginnt. Das liegt daran, dass Anfang der 1970er Jahre das Waehrungssystem von Bretton Woods aufgegeben werden musste. Es hatte den US-Dollar an Gold gebunden, und damit die anderen wichtigen Waehrungen auch, weil diese in einem festen, staatlich vorgeschriebenen Austauschverhaeltnis zum Dollar gehalten worden waren. "Nach Bretton Woods" ist alles anders. Die Waehrungen sind nicht mehr durch irgendeine physische Ware "gedeckt". Ihr Austauschverhaeltnis folgt Angebot und Nachfrage nach den verschiedenen Waehrungen. Die Waehrungen sind eine gewoehnliche Ware, deren Preis sich auf dem Markt bildet. Und da Gold nicht mehr die "Geldgarantie" ist, gilt das auch fuer das Gold.

 

Die obige Graphik laesst sich uebrigens auch anders lesen: Die Explosion de Goldpreises veranschaulicht den Wertverfall der Waehrung, in der bepreist wird, also des US-Dollars.

 

Flucht ins Gold

 

Gerade im Moment treiben einige Internet-Medien, die mit dem Gold- und Edelmetallhandel verbunden sind, ihre Spaesschen mit dem Publikum. Sie nutzen die wachsende Furcht vor einem moeglichen allgemeinen Zusammenbruch der Wirtschaft und des Waehrungssystems fuer die Steigerung der Umsaetze der Haendler. Eine "Goldplattform" ging sogar so weit, die Wiedereinfuehrung der DM fuer den 15./16. dieses Monats vorherzusagen. Am Montag wird sie Luegen gestraft sein. Aber dann sind die bis dahin getaetigten Umsaetze schon im Sack. (s. dazu auch den Artikel von Jens Berger, Wirres zum Vatertag, http://www.spiegelfechter.com/wordpress/ ).

 

Zweifellos gibt es den "Trend ins Gold". Wer ihm folgt, sollte allerdings aufpassen. Wie in allen anderen Maerkten, haben auch im Goldmarkt die Spekulanten maechtigen Einfluss auf die Preisentwicklung. Ueber der physischen Ware Gold ist laengst ein spekulativer Zettelberg errichtet. Diverse Zertifikate versprechen Golddeckung, die sie aber im Ernstfall nicht einloesen koennen, weil die Zettel nur zu einem geringen Teil wirklich mit Gold "unterlegt" sind.

Wer seinen sonstigen papierenen Wertanlagen nicht mehr traut, muss schon wirkliches, physisches Gold kaufen, wenn er meint, dass das "sicherer" ist. Kauft er Gold-Zettel, hat er bloss die einen Zettel gegen andere getauscht, und das auch noch zu einem historischen Hoechstpreis.

 

Wenn die Unsicherheit ueber den Euro anhaelt, wird physisches Gold allerings eine knappe Ware werden. Im Herbst 2008, nach dem Boersen-Crash, waren die Lager zeitweilig leergekauft, und es gab Wartezeiten, weil man mit dem Nachschub nicht nachkam. Zu einer solchen Situation koennte es auch jetzt wieder kommen. - Goldene Zeiten fuer Zettelverkaeufer. 

 

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update

 

Das mit den Zetteln geht so:

 

 http://www.goldreporter.de/goldblog/index.php?rs_id=view&s=460#40

 

 

Veröffentlicht in Weltwirtschaftskrise

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S
<br /> <br /> Sie glauben ganz bestimmt an "Apfelbäumchen"!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Selbst hochbegabte Menschen wagen es kaum, die Allgemeine Relativitätstheorie (Albert Einstein, 1915) anzuzweifeln. Doch jeder dahergelaufene Besserwisser bildet sich ein, er könnte die<br /> Natürliche Wirtschaftsordnung (Silvio Gesell, 1916) kritisieren.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Tatsächlich hat Silvio Gesell eine mindestens ebenso große Leistung vollbracht wie Albert Einstein, denn es erfordert mindestens ebenso viel Vorstellungskraft, in einer seit jeher ungerechten<br /> Makroökonomie das Prinzip der absoluten Gerechtigkeit zu erkennen, als das Wesen von Raum und Zeit zu verstehen!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Aber wie gesagt: Wer noch an "Apfelbäumchen" glaubt, wird das bis zum jüngsten Tag nicht verstehen.<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Gut, dann bleibe ich lieber ein dahergelaufener Besserwisser. Aber an den Osterhasen glaube ich nicht. Und an das Apfelbaeumchen auch nicht. Darauf moechte ich schon bestehen.<br /> <br /> <br /> <br />
S
<br /> <br /> Durch den Kauf von Goldklötzchen schafft man gar keine Werte!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Es geht einzig und allein darum, die parasitäre - der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden - Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes durch eine staatliche Liquiditätsgebühr auf alles<br /> Zentralbankgeld zu neutralisieren, damit sich das "liebe Geld" auch ohne Liquiditätsverzichtsprämie (klassisch: "Frucht vom Baum der Erkenntnis") für realwirtschaftliche Investitionen zur<br /> Verfügung stellt. Das schafft dann Werte!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Wer aber noch an "Apfelbäumchen" glaubt, wird das vor dem jüngsten Tag nicht mehr verstehen:<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> http://www.deweles.de/files/suendhaftigkeit.pdf<br /> <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Was mich betrifft, glaub ich weder an das Apfelbaeumchen noch an den Osterhasen.<br /> <br /> <br /> Was die Goldkloetzchen betrifft, haette ich schon gern ein paar, ohne mir einzubilden, dass ich mit ihrem Kauf Werte geschaffen haette. Genaugenommen ist es ja so: Durch den Kauf (oder Verkauf,<br /> also durch Handel) wird generell kein Wert geschaffen, egal, ob es sich um Goldkloetzchen oder Klopapier handelt. Wert entsteht nur aus Arbeit. Im Handel werden diese Werte nur getauscht.<br /> <br /> <br /> Uebrigens, falls das der Bezugspunt sein sollte: Gesell hat die Kapitalfunktion des Geldes nicht kapiert oder jedenfalls gemeint, man koenne diese durch irgendwelche Vorschriften oder moralisches<br /> Betragen ausser Kraft setzen. Das war kein Erkenntnisfortschritt, sondern ein Irrtum.<br /> <br /> <br /> <br />