Griechenland: Barbarei oder Revolution

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Für die FAZ ist der hier verlinkte Artikel eine erstaunlich  nüchterne Analyse der griechischen Gesellschaft in der Krise. "Vergessen" wird bloss, dass dem Übergang zur Barbarei, die von Not und Elend notwendigerweise hervorgebracht wird, einen Gegenpol hat: Unter dem Druck der im Rahmen der bestehenden Ordnung auswegslosen Verhältnisse zerfallen auch die Illusionen in den Kapitalismus, entstehen Einsichten über die Natur dieser Gesellschaft - das, was man Klassenbewusstsein nennt - und Solidarität untereinander. Die Masse der von der Krise betroffenen Menschen, in gewisser Weise die ganze griechische Gesellschaft, steht zwischen diesen beiden Polen - Ausbreitung der Barbarei oder Entwicklung der revolutionären Kraft, die für die Durchsetzung einer besseren Gesellschaft notwendig ist. Wohin es geht, ist noch nicht entschieden. Das ist typisch für eine vorrevolutionäre Situation. Eien solche kann in der Revolution enden - oder in der finstersten Reaktion.

 

Abgesehen von diesem "kleinen Mangel" in der Betrachtung der Lage ist der FAZ-Artikel lesenswert, vor allem, weil er vor Augen führt, dass das von den Massenmedien vermittelte Bild an der Wahrheit ziemlich weit vorbeigeht und es den Konsumenten dieser Medien praktisch unmöglich macht, zu begreifen, was vor sich geht.

 

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/krise-in-griechenland-eine-gesellschaft-stuerzt-ins-bodenlose-11992352.html

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