Griechenland: Der Staatspraesident spricht - umgeben von der Militaerfuehrung

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Der griechische Staatspraesident Karolos Papoulias ist bisher in der "Griechenland-Krise" so gut wie nicht in Erscheinung getreten. Den Konsumenten der westlichen Massenmedien ist kaum sein Name bekannt. Jetzt hat er sich ins Spiel gebracht oder wird ins Spieel gebracht. Was er sagt, haben andere buergerliche griechische Politiker auch schon gesagt. Schaeuble beleidige Griechenland. Die Art des Umgangs mit Griechenland sei nicht akzeptabel. Der griechische Staat muesse vom Ausland respektiert werden.

 

Aufhorchen lassen weniger seine Worte als die "Umgebung", in der er  sie ausgesprochen hat. Die FAZ garnierte ihren Artikel mit einem Foto, das ihn umgeben von der Militaerfuehrung zeigt. Das ist wohl die eigentliche unausgesprochene Ansage: Zum "Parteiengezaenk", vor allem zu Neuwahlen, gibt es eine Alternative - eine "Notstandsregierung" unter Einbeziehung des Militaers oder direkt eine Militaerdiktatur. In diesem Blog ist schon mehrfach auf die Gefahr eines Putsches hingewiesen worden. Der Auftritt von Papoulias gibt jetzt einen konkreten Hinweis, dass diese Moeglichkeit "ventiliert" wird.

 

Es faellt auf, dass sich der Schwerpunkt der "Kritik an den griechischen Verhaeltnissen" von seiten der Glaeubigermaechte, vor allem Deutschlands und Frankreichs verschoben hat. Dass die griechischen Politikaster so ziemlich alles unterschreiben, was man ihnen vorlegt, ist nicht mehr der Punkt. Der Tenor liegt darauf, dass das nichts nutzt, wenn die unterschriebenen Zumutungen nicht auch zuverlaessig "implementiert", d.h. gegen die Bevoelkerung durchgesetzt werden. Der willfaehrigen Unterschrift der Fuehrer von PASOK und ND unter die Verpflichtung, die erzwungenen Vetraege auch nach Neuwahlen einzuhalten, wird der Kommentar nachgereicht: Aber wer weiss denn, ob sie nach Neuwahlen ueberhaupt noch etwas zu sagen haben werden ?

 

Wie also koennte denn gesichert werden, dass die Unterwerfung nicht durch demokratische Einmischungen des Volkes in Gefahr geraet ? Durch die Verschiebung von Wahlen auf den regulaeren Termin von 2013 ? Dann hat man die Massen jede Woche auf der Strasse. Durch Neuwahlen, bei denen man ND und PASOK so massiv sponsert, dass ihr Wahlsieg herauskommt ? Da wird vielleicht alles Sponsern nicht helfen. 

 

Wie also ? Durch eine Regierung, die erstens die Durchsetzung der Verarmung ("die Rettung vor dem Staatsbankrott") sichert, zweitens vom Willen des Volkes unabhaengig ist und drittens dem Volk im Notfall mit Hilfe von Panzergranaten das Maul stopft. Auch eine solche Regierung braeuchte eein "politisches Prrofil", das verbal an vorhandene Massenstimmungen anknuepft, z.B. am Thema Korruption, z.B. an die Wut ueber die auslaendischen und speziell die deutschen Unverschaemtheiten. Auf diesem Klavier wird von der Rechten schon gespielt. Aber die Melodie zieht nicht recht, so lange sie von Politikastern des "kritischen Sektors" der ND und den Faschisten gespielt wird, die doch selber Teil des Sumpfes sind. Also Militaer, das in die politischen Spielchen nicht verwickelt ist, sondern nur den nationalen Notstand im Auge hat und fuer Sicherheit und Recht und Ordnung sorgt ?

 


 


Veröffentlicht in Griechenland

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