Artikel teilen! Griechische Wissenschaftler fordern Schuldenmoratorium und Austritt aus dem Euro: Die sozialdemokratische griec ...
Die sozialdemokratische griechische Regierung agiert wie eine Provinzverwaltung der maechtigsten EU-Staaten und des IWF. Wenn ihre Politik, die von der rechten Neo Demokratia und der faschistischen LAOS faktisch unterstuetzt wird, durchkommt, werden die griechischen Lohnabhaengigen bedeutend aermer werden und die griechische Wirtschaft noch weiter ruiniert.
PASOK hat mit dem Versprechen die Wahlen gewonnen, unter ihrer Regierung wuerden die Lohnabhaengigen besser gestellt werden. Wie so oft und auch in anderen Laendern tun die Sozialdemokraten genau das Gegenteil dessen, was sie versprochen haben.
Der Widerstand gegen die von aussen aufgezwungene Verarmungspolitik ist bisher nicht gebrochen. Im ersten Halbjahr haben maechtige Streikbewegungen gezeigt, dass ein Teil der Lohnabhaengigen und des Kleinbuergertums die Vershlechterung des Lebens nicht hinnehmen will. Aber es ist bisher auch nicht gelungen, die auslaendshoerige Regierung zu stoppen.
Eine Entscheidung reift heran. Versiegt der Widerstand ? Laeuft er sich tot ? Wirken die Drohungen mit offener Gewalt, die mit den von Geheimdienst und/oder LAOS inszenierten Gewaltakten angedroht werden ? Kommt die PASOK-Regierung mit ihren Eingriffen in die Tarif-Freiheit zugunsten des Grosskapitals durch ? - Oder wird die Massenbewegung machtiug genug, um den Angriff auf das Volk zu stoppen ?
Jetzt haben Wirtschaftswissenschaftler und Akademiker mit einem Aufruf in die Auseinandersetzung eingegriffen, in dem sie klarstellen, dass die PASOK-Politik nicht alternativlos ist, sondern dass es einen Ausweg gibt.
Die attack-Seite Sand im Getriebe hat die deutsche Uebersetzung des Aufrufs ins Internet gestellt. Hier ist der Wortlaut:
Aussetzen der Zahlungen – Ausstieg aus der Eurozone
Mit dem Ausbruch der Krise und der anfänglichen öffentlichen Reaktion gegen die Regierung, den IWF und die EU haben 30 griechische Wirtschaftswissenschaftler und Akademiker einen
Forderungsrahmen aufgestellt. Ein gemeinsames Merkmal dieser Forderungen ist, dass ein Weg aus der Krise gefunden wird, von dem die erwerbstätige Bevölkerung profitiert. Nach der ersten Salve, die auf die Durchschnittsbevölkerung abzielte (Mehrwertsteuererhöhung, Gehaltskürzungen für den öffentlichen Dienst usw.) hat die PASOK Regierung im Eiltempo ein Memorandum durch das Parlament geschleust, nach dem Tarifverhandlungen abzubrechen sind, Sozialversicherungen bis zur Bedeutungslosigkeit reduziert würden, Kündigungen vereinfacht würden und dadurch die Arbeitslosigkeit in neue Höhen getrieben würde, weil noch mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt entstünde und anderes mehr. Die PASOK Regierung wurde im Oktober 2009 in einem erdrutschartigen Sieg gewählt, mit unter anderem Versprechungen einer Einkommensumverteilung zugunsten der Erwerbstätigen, aber die momentan eingesetzten Maßnahmen bewirken das genaue Gegenteil. Daher kann sie auch kein von der Bevölkerung gestütztes Mandat vorgeben, um die Arbeiter dem IWF Schlachthof zu verdammen und den Bedingungen der (sogenannten) EU Rettungsmechanismen zu unterwerfen. Die Einmischung des vielgehassten IWF wird zu einem sozialen Armageddon führen, in dem Armut sich ausbreitet und eine Sparmaßnahme die nächste jagt, während die Wirtschaftsdepression das Staatseinkommen weiter reduziert. Kann die griechische Regierung auf irgendetwas Positives verweisen, das sich in Ungarn, Lettland, der Ukraine, der Türkei oder einem der vielen anderen Länder ergeben hat, die schon der Schocktherapie des IWF unterzogen wurden? Nach der Entscheidung der EU am 9. Mai verschärft sich die Kritik an der PASOK Regierung, denn es wurde klar, dass es andere Lösungen gibt, als die griechischen Arbeiter als Versuchskaninchen für die Einführung dieser neuen Maßnahmen zu benutzen. Solche Wendungen der Dinge helfen Griechenland die Maßnahmen, die den Interessen der Bevölkerung schaden, zurückzuweisen. Die neue Internationale Zwangsbewirtschaftung ist keine Einbahnstraße.
Von Anfang an hatte die griechische Regierung andere Optionen, als das Land in den Abgrund zu stürzen, in dem nur gescheiterte Länder enden. Die Regierung hätte auf interne Kredite
zurückgreifen können (was sie jedoch nicht tat, denn Bankeinlagen zur Finanzierung der Schulden zu nutzen hätte den Banken missfallen), sie hätte günstige Kreditbedingungen bei der
EZB fordern können (1 % Zinsen, wie es auch den Banken gewährt wird), sie hätte sich an China wenden können (... ohne Goldman Sachs als Vermittler einzuschalten), an Russland oder die
arabischen Länder, sie hätte bilaterale Darlehen von anderen EU Ländern fordern können, sogar von Deutschland, mit den selben Zinssätzen, die Deutschland auch bekommt, als kleiner
Ausgleich für den Schaden, den Deutschland der griechischen Zahlungsbilanz seit 1981 zugefügt hat, sie hätte eine gemeinsame Front mit anderen südlichen Ländern aufbauen können, die
ähnliche Probleme haben (Spanien, Portugal, Italien usw.) und günstige Kredite beantragen, sie hätte gegen die Steuerhinterziehungen vorgehen können, die sich auf jährlich 19 Mrd.
Euro belaufen (8% des BIP), sie hätte die Griechisch-Orthodoxe Kirche, Banken, Reeder besteuern können, sie hätte den Waffeneinkauf dramatisch kürzen können und so weiter... Die Regierung nimmt also, unter Mittäterschaft der (extrem rechten Partei) LAOS und ausländischer Botschaften, unterstützt durch die stillschweigende Duldung seitens der (konservativen) ND und durch Anheizen von panikverursachenden Medienberichten eine riesige historische Verantwortung auf sich für den beispiellosen Niedergang der griechischen Wirtschaft und sozialer Rechte. Fremdbewirtschaftung hat auch dramatische Konsequenzen für demokratische Freiheiten, wie die Gewährung von Notfallbefugnissen für den Finanzminister unter Beweis gestellt hat, nämlich durch die Heftigkeit der Repressionsmechanismen und durch die Angriffe gegen Linke und gegen fortschrittliche Arbeiter wie Hafenarbeiter, die um ihre Rechte kämpfen. Unter diesen Umständen sagen wir als progressive Wirtschaftsexperten und Wissenschaftler, die wir unterschiedliche Ansichten haben und mit den unterschiedlichsten politischen Hintergründen: - wir fühlen uns verpflichtet, das übliche Schweigen zu brechen und den Kampf der erwerbstätigen Bevölkerung zu unterstützen, ihre Rechte beizubehalten und auszuweiten und die Anfänge eines neuen Mittelalters zu blockieren. – wir halten es für sozial notwendig, dass Griechenland den Euro und die Währungsunion verlässt, dass Schuldenrückzahlungen gestoppt werden und dass die Reduzierung oder sogar die vollständige Aufhebung der Schulden verhandelt werden. Es gibt keinen Grund, warum die erwerbstätige Bevölkerung Jahr für Jahr die riesige Last tragen soll, die mit dem Abtrag eines Schuldenbergs verbunden ist, den sie nicht verursacht hat und der jede für sie günstige Politik lähmt. Im ursprünglichen Budget Griechenlands (das nun nach unten korrigiert wurde) waren die Zinszahlungen (12,3 Mrd. Euro) doppelt so hoch wie die Rentenausgaben (6,4 Mrd.) und Schuldenrückzahlungen waren mit 29,1 Mrd. höher als die Personalkosten im gesamten öffentlichen Sektor (26,5 Mrd.). – wir fordern, dass die Regierung den unverantwortlichen Banken Disziplin auferlegt, um die Kapitalflucht zu verhindern, dass große Banken nationalisiert werden, dass die privatisierten strategisch wichtigen Unternehmen (OTE, Olympic usw.) wieder unter staatliche Kontrolle gebracht werden und dass eine langfristige Industriepolitik mit einem öffentlichen Investitionsprogramm auf den Weg gebracht wird. – als Sofortmaßnahme sollten Großunternehmen mit 45 % besteuert werden, wie es bis 1981 der Fall war. Nach Berechnungen des aktuellen Wirtschaftsministers hat die Reduzierung der Unternehmenssteuer (von 35 auf 25 %), die im September 2004 von der Karamanlis Regierung erlassen wurde, den öffentlichen Haushalt jährlich 5 Mrd. Euro gekostet. Das bedeutet, dass das entgangene Steuereinkommen in den letzten sechs Jahren exakt dem Haushaltsdefizit entspricht. Darum fordern wir eine sofortige Erhöhung der Kapitalsteuer zur Unterstützung des Gesundheitswesens und der Bildung. Wir fordern ebenfalls eine Reduzierung der Mehrwertsteuer und der indirekten Besteuerung sowie höhere Steuerfreibeträge für Erwerbstätige. Diese Maßnahmen könnten die griechische Wirtschaft finanzieren und die Umverteilung sozialen Reichtums beginnen, was für die erwerbstätige Bevölkerung eine Notwendigkeit ist. – Wir rufen das griechische Volk auf, diese neue Besatzungsmacht zu stürzen die Pläne zur Unterwerfung durch den IWF und die Vernichtungsmechanismen der EU zu blockieren, die menschenunwürdig sind und den Interessen der Bevölkerung entgegenwirken. – Schließlich, in dem Bewusstsein, dass eine breitere Front notwendig ist, erklären wir unsere Absicht, jede Initiative, die die Bemühungen des griechischen Volkes befürwortet und die Regierungspolitik verurteilt, so gut wir können zu unterstützen. Athen, 15. Mai 2010
1. Vatikiotis Leonidas |
http://sandimgetriebe.attac.at/9042.html
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