Grüne Wendehälse, gut geschmiert

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

An der "Basis" strampeln sich immer noch Idealisten ab. Aber es sind wenige. Denn auch in den Gemeinden sind die Inhaber von Wahlmandaten die "eigentliche" Partei. Die Zeiten, in denen die Grünen meinten, das Wichtigste sei die "Basis", sind schon mangels entsprechender Mitgliederzahl längst vorbei. Je höher hinauf, desto mehr sind die Grünen inzwischen eine Honoratioren-Partei, die Mandatsträger genauso in das einst verachtete "Establishment" integriert wie die Mandatare jeder beliebigen anderen bürgerlichen Partei. Auf den oberen Ebene locken die Beziehungen und das Geld. Die "Überzeugungen" haben dagegen wenig Chancen. Hier einige Beispiele von grünen "Spitzenpolikern" (ja, nicht minder auch SpitzenpolitikerINNEN), die direkt die Seite gewechselt haben und sich heute von denen bezahlen lassen, gegen die sie einst "gekämpft" haben, sogar von der Atomindustrie. Die Liste liesse sich leicht stark verlängern und wird mit fast jedem ausscheidenden "Spitzenpolitiker" tatsächlich beständig länger. Die Postenversorgung nach dem Ausscheiden aus der "aktiven Politik" funktioniert prächtig. - Die Grünen sind inzwischen eine Partei, auf die ebensowenig Verlass ist wie auf CDU/CSU, FDP oder SPD. Sie sind in nichts mehr "alternativ", sondern gehören vollwertig" und "nachhaltig"  zum Parteien-Klüngel.

 

 

Grüne Wendehälse

In: unsere zeit vom 02.10.11

 



 

Die Bündnisgrünen werden von vielen Bürgerinnen und Bürgern als besonders "glaubwürdig" angesehen. Dabei stehen sie für Kriegspolitik und Agenda 2010. Was machen einige ehemalige führende grüne Politikerinnen und Politiker nach ihrem Abschied von politischen und Parteifunktionen. Wir haben bei Wikipedia nachgelesen.

war von 2001 bis 2005 Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Verbraucherschutz unter Renate Künast. Im Februar 2007 wechselte er zum US-Nahrungsmittel- und Süßwarenkonzern Mars Incorporated, um dessen Image in Europa zu verbessern. Im August wurde er dort zum "Global Head of Public Polica" befördert und weltweit für "Gesundheit, Ernährung und Nachhaltigkeit" zuständig.

 

einst Straßenkämpfer und Startbahngegner, war einige Jahre hessischer Ökologieminister, von 1998 bis 2005 Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler. Vom 1. Januar bis 30. Juni 1999 sogar Präsident der Europäischen Union.

 

Nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik ist er als journalistischer Kommentator und Unternehmensberater in verschiedenen Positionen der Wirtschaft tätig. Er ist unter anderem als Lobbyist für den Energieversorger RWE und OMV (Nabucco-Pipeline) tätig.

 

einst Vorzeigefrau aus dem Osten, war Mitbegründerin des Neuen Forums in der DDR und gründete mit anderen 1991 den sächsischen Landesverband der Bündnisgrünen. Im Dezember 1996 wurde sie Sprecherin des grünen Bundesvorstands, zunächst gemeinsam mit Jürgen Trittin und danach mit Anja Radcke.

 

Im Oktober 2000 wurde sie Managerin für Projektentwicklung und Unternehmensstrategie bei der E.on-Tochter Gelsenwasser. Seit 2004 ist sie kaufmännische Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden. Als Vertreterin des Landes Baden-Württemberg (!) wurde sie im April 2011 in den Aufsichtsrat des Atomkonzerns EnBW gewählt.

 

finanzpolitische Expertin der grünen Bundestagsfraktion, drängelt sich nun auch auf einen gutbezahlten Posten in der Wirtschaft. Ab Februar 2012 wird sie, trotz kritischer Stimmen aus ihrer Partei, in den Vorstand des hessischen Energieunternehmens HSE einsteigen und dort für Finanzen zuständig sein.

 

der Beinahe-Oberbürgermeister von Stuttgart, gehörte von 1984 dem Landtag in Stuttgart an und war von 1990 bis 1992 Vorsitzender der grünen Landtagsfraktion. 1994 gelangte er in den Bundestag, wo er zusammen mit Kerstin Müller grüner Bundestagschef wurde. Im Oktober 2002 wurde er unter Wolfgang Clement parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

 

Seit 2005 ist er wieder als Anwalt tätig. Zudem wurde er Mitglied im Beirat der Energie-Baden-Württemberg (EnBW), einem der größten Energieversorgungsunternehmen und Kernkraftbetreiber Deutschlands. Zwischen 2008 und 2009 versuchte er vergeblich, Milliardengeschäfte mit dem Stromanbieter Teldafax zu tätigen. Dabei ging es um Schweröl, Flüssiggas und südafrikanischen Zement.

 

war von 1985 bis 1989 Pressesprecherin und Geschäftsführerin der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Von 2001 bis 2002 war sie Referentin für Fundraising und Unternehmenskontakte beim grünen Bundesvorstand. Von 2002 bis 2005 war sie im Bundestag, danach Mitarbeiterin von Fritz Kuhn.

 

Quelle: http://www.dkp-online.de/uz/





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