In Syrien gibt es eine authentische Opposition

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In Syrien gibt es eine authentische Opposition zur Baath-Partei Assads. Dazu gehört die SSNP - Syrische Soziale Nationalistische Partei. Sie ist sich mit dem Assad-Regime darin einig, dass die ausländischen Söldnerbanden niedergeschlagen werden müssen, als Voraussetzung für einen nationalen Dialog und die Austragung der politischen Gegensätze mit politischen Mitteln unter Ausschluss von Gewalt. Die SSNP hat zwei Abgeordnete im syrischen Parlament. Und sie stellt den Minister des neu eingerichteten Ministeriums für Angelegenheiten der nationalen Versöhnung.

 

Hier ein sehr interessantes Interview, das Karin Leukefeld für junge welt mit Ali Haidar, eben diesem Minister und Vorsitzenden der SSNP geführt hat: 

 

http://www.jungewelt.de/2012/08-18/001.php

Veröffentlicht in Naher-Mittlerer Osten

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Toto 08/20/2012 11:05


Die SSNP ist ehemals pro-italienischen faschistische Partei, wobei deren damaligen Führer sich auch mit Hitler getroffen hatte und kooperieren wollte. Hitler nahm aber den syrischen SSNP nicht so
ernst. Mit der Schwäche des italinischen Imperialismus, wendet sich die Partei von dem Faschismus als Ideologie. Sie behält aber weiterhin großsyrische Lösungen (das klingelt bei Haidar am Ende
mit Syrien, Libanon, Jordanien und Palästina). In den 40iger und 50iger Jahre lieferte die Partei Straßenschlachten mit den syrischen KP, aber ähnlich wie die Muslimbrüderschaft und die
Baath-Partei. Aller diese drei Parteien teilten den Kampf gegen den Kommunismus miteinander.


In den 60iger vollzieht sich eine Wende bei dieser Partei, es wird auf die Blutsideologie verzichtet. Ende der 90iger und ab 2000 tritt den einen Teil dieser Partei (Haidar informiert über die
Spaltung) in dem Nationalen Progressiven Front ("Blockparteien") und wird Regierungspartei. Der andere Teil, dem Haidar angehört, bleibt in der Opposition. Mit der Zeit gibt es eine Annährung der
syrischen Kommunisten um die damaszener Zeitung (Kassioun), die Annährung vollzieht sich an mehrere inhaltlichen Punkte: Ablehnung der neuen Wirtschaftspolitik, Ablehnung der politischen
Unfreiheit, Ablehnung den Einfluss des Imperialismus und Säkularismus sowie Ablehnung der innersyrischen ethnischen/"nationalen" Diskriminierung. In Libanon vollzieht sich ein ähnlichen Prozess,
die KP Libanon und die libanesischen SSNP nähren sich anhand dieser Punkte, die Gemeinsamkeiten sind größer als den schiitischen Hizbullah oder seinem christlichen Bündnispartner Tayyar um Michel
Aoun. In Rahmen der syrischen Krise bilden die syrischen Oppositionskommunisten und die oppositionellen Teil der SSNP ein Front, Volksfront für Wandel und Befreiung, mit Einzelpersönlichkeiten
mit den genannten Prinzipien. Sie unterstützen den Verfassungsreform (mit Vorbehalte), beteiligen sich an der Parlamentswahlen und werden Teil der neuen "kleinen Regierung der nationalen
Einheit". Ihre Oppositionspolitik bleibt wie es ist, das heißt, sie beteiligen sich weiterhin an friedliche Demonstrationen und boykottieren Parlamentssitzungen und haben ganz anderen
Ministerstil (tatsächliche Volksnähe, dem Beispiel von Anruf während Interview ist nicht gespielt! Direkte Gespräche vor Ort mit Betroffene Bürger und und, aber auch Kritik als Minister an das
Regime. Ein Sat1-Reporter interviewte Haidar und war überrascht über die offene Kritik an das Regime seitens dem Minister Haidar)...


 


Die Syrischen Kommunisten und ihren Bündnispartner leisten unglaublich realistischen Arbeit bei den Versuch die Krise zu bewältigen, ausgehend von der Tatsache, dass die Krise eine SYRISCHE Krise
und eine SYRISCHE Lösung verlange.


 


ein deutscher Kommunist mit syrischen Hintergrund

Sepp Aigner 08/20/2012 11:55



Vielen Dank Toto. Hast Du Links, über die man mehr nachlesen kann ?