Indien und Lateinamerika

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Übernommen von http://www.granma.cu/aleman/internationales/24dic-Lateinamerika.html : 

 

Indien und Lateinamerika
umwerben sich

 

Claudia Fonseca Sosa

 

IM Verlaufe dieses Jahres kam das Interesse Indiens an der Erweiterung seiner Wirtschaftsbeziehungen zu den Ländern Lateinamerikas stark zum Ausdruck. Angesichts der schweren Krise, die die Eurozone durchlebt, und der Verlangsamung der Wirtschaft der USA zeigen die Länder südlich des Río Bravo eine größere makroökonomische Stabilität und stellen einen im Wachstum begriffenen Markt dar.

 

Brasilien zum Beispiel, Hauptkäufer indischer Produkte in der Region und zweitgrößter Lieferant jenes Landes, erweiterte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2012 die Exporte in diesen asiatischen Giganten um 66,2 %. Ebenso erhöhte Mexiko, der zweitgrößte Importeur und viertgrößte lateinamerikanische Exporteur nach Indien, im ersten Halbjahr seine Lieferungen in dieses Land um 72,1 %.

 

Andere lateinamerikanische Länder, die im Wesentlichen Rohstoffe exportieren, haben in Zeiten der finanziellen Instabilität in Indien ebenfalls einen sicheren Markt für ihre Produkte. Die indischen Unternehmer sehen vor, dass sich der biregionale Handel im Jahr 2014 im Vergleich zum Jahr 2011 verdoppeln wird.

 

Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Indiens ist jedoch der Meinung, dass sich die Wirtschaftsbeziehungen mit Lateinamerika noch viel mehr ausbauen lassen und somit über das gegenwärtige Handelsvolumen von 25 Milliarden Dollar hinauswachsen könnten; eine ungenügende Zahl, die nur 10% des Handelsaustausches der Region mit China entspricht.

 

Historisch basiert die Wirtschaft dieses südasiatischen Staates auf Manufakturwaren und Landwirtschaft, wobei es eines der weltweit wichtigsten Produkteure von Zuckerrohr, Tee, Baumwolle und Jute sowie anderer Agrarprodukte ist. In den letzten Jahrzehnten jedoch hat es Indien geschafft, ihre Industrien in Zweigen wie der Raumforschung, dem Flugwesen, der Informatik, dem Fernmeldewesen, der Elektronik, der Medizin, des Erdöls und Erdgases zu vervielfachen.

 

In der Tat hat die dynamische industrielle Entwicklung Indiens die Aufmerksamkeit aller großer Unternehmen der Welt auf sich gezogen, die bereits Filialen in diesem Land errichtet haben, wo sie reichlich qualifizierte Arbeitskräfte vorfinden.

 

Als Mitglied der Gruppe aufstrebender Wirtschaften, BRICS, trägt Indien gemeinsam mit Brasilien, Russland, China und Südafrika zur Hälfte des globalen Wirtschaftswachstums bei. Sein Bruttoinlandsprodukt wuchs 2011 um mehr als 8 %.

 

CELAC AUF DER VORHUT

 

Mitte dieses Jahres organisierte eine Vertretung der Lateinamerikanischen und Karibischen Staatengemeinschaft (CELAC) eine Ministerberatung in Neu Delhi mit Vertretern der Indischen Regierung, in der beide Seiten ein gegenseitiges Interesse zur Erweiterung der politischen, aber besonders der ökonomischen Beziehungen zum Ausdruck brachten. Zum ersten Mal präsentierte sich die CELAC, ein Mechanismus, der aus 33 Ländern der Region besteht, als solcher, um mit dem Ausland zu verhandeln.

 

Am Treffen nahmen die Außenminister Chiles, Alfredo Moreno, Venezuelas, Nicolás Maduro, und der kubanische Vizeminister Rogelio Sierra teil, die sogenannte Troika der CELAC; während an der Spitze der indischen Delegation Außenminister S.M. Krishna stand.

 

Das Treffen in der indischen Hauptstadt endete mit der Unterzeichnung einer Gemeinsamen Erklärung, in der die Schaffung eines Unternehmensrates Indien- CELAC sowie eines wissenschaftlichen Forums zur gemeinsamen Untersuchung auf Gebieten der Medizin, Agronomie, Astronomie, Informationstechnologie und erneuerbarer Energien beschlossen wurde.

 

Die interessierten Seiten erkannten an, dass die energetische Sicherheit der Schlüssel für die wirtschaftliche Entwicklung ist und vereinbarten in dieser Hinsicht die Teilnahme von Unternehmern an Messen, Foren und in Handelsmissionen.

 

Auf der Beratung wurde ebenso beschlossen, die multilaterale Zusammenarbeit zwischen Indien und der CELAC zu stärken. Dies soll mittels der Koordinierung von Antworten zu regionalen Themen und bei der Behandlung solcher internationaler Herausforderungen wie der Finanzkrise, des Klimawandels und des Terrorismus geschehen.

 

Die Möglichkeiten zum Austausch sind unendlich. Experten stimmen darin überein, dass die Umwerbung zwischen einem aufstrebenden Land wie Indien und einem Regionalblock wie der CELAC, die darauf setzt, sich in der Welt unter Bedingungen des Gleichgewichts und der Gleichheit zu integrieren, sehr gute Früchte tragen könnte.

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