Iran-Embargo: Wollen und Koennen

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

DEBKAfile, die aussergewoehnlich gut informierte Seite, die mit Mossad bestimmt nichts zu tun hat, nimmt in einem Artikel vom 15. Juli die russische Regierung aufs Korn. Diese Russen wagen es doch tatsaechlich, "Das neue US-Embargo auf Oel und Oeldestillate ggen den Iran" zu unteraufen. Der russische Energieminister habe gerade "eine Reihe weitreichender energiebezogener Vereinbarungen unterschrieben, einschliesslich eines Geschaefts, das den Verkauf russischer Petro- und petrochemischer Produkte an Teheran beinhaltet". Begleitende Bank- und Versicherungsgeschaefte unterliefen "die von Amerika gegen den Iran verhaengten Strafen".

 

- Die US-Embargopolitik gegen den Iran hat einen Haken. Es gibt Akteure, die nicht auf Befehle aus Washington hoeren. Im DEBKAfile-Artikel geht es um Russland. Aber ein aehnlicher koennte auch uber China geschrieben werden, und selbst der NATO-Mitgliedsstaat Tuerkei ist nicht mehr in der imperialistischen Phalanx zu halten (oder, soweit doch, nur noch mit Drohungen).

 

"Die russischen Sanktionsbrecher zu bestrafen koennte eine ernst Krise in den Beziehungen mit Russland nach sich ziehen", schreibt DEBKAfile. "Quellen von DEBKAfile sagen voraus, dass ein Zulassen der russischen embargobrechenden Geschaefte durch die USA auch andere ermutigen wird, dem russischen Beispiel zu folgen. ... Den neuesten auf den Maerkten umlaufenden Geruechten zufolge wollen China und die Tuerkei dem Iran helfen, den Sanktionen zu entkommen."

 

Die von israelischer Seite formulierten Sorgen sind auch interessant fuer die Bewertung der von den USA durchgesetzten juengsten UN-Resolution gegen den Iran. In den Kommentaren dazu war oft zu lesen, China und Russland seien zu Kreuze gekrochen. Aber dass die UN-Resolution ziemlich zahnlos ist, ist auf den Unwillen der meisten Sicherheitsratsmitglieder - darunter Russland und China - zurueckzufuehren, sich zum Deppen der US-Politik machen zu lassen. Im Ergebnis sind die USA gezwungen, "weitergehende" Sanktionen auf eigene Faust und ohne UN-Rueckendeckung zu betreiben und zu versuchen, ihre westeuropaeischen "Freunde" dazu zu noetigen, sich dem anzuschliessen.

 

Wie sich zeigt, ist die UN nur die Buehne. Die wichtigeren Sachen spielen sich in den Kulissen ab. Die wirklichen Machtverhaeltnisse und Geschaeftsinteressen sind nicht mehr so, dass der Hegemon befehlen kann und danach alle strammstehen. Auf diplomatischer Ebene muessen die USA drohen und bitten, strafen und betteln - und koennen doch nicht verhindern, dass gegenlaeufige Interessen die eigenen Absichten aushebeln. So hat die ungewoehnlich gut informierte DEBKAfile-Seite sogar an der irakisch-iranischen Grenze "Hunderte von Tanklastzuegen" ausgemacht, die, quasi unter den Augen der US-Besatzungstruppen, randvoll mit Embargoprodukten, auf ihre Abfertigung Richtung Iran warten. Armes Imperium.

 

Der DEBKAfile-Text steht hier:

 

http://www.debka.com/article/8910

 

 

Veröffentlicht in USA

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<br /> <br /> Der Aufmarsch von US/RAEL deutet schon auf einen Krieg hin, da gebe ich Fidel recht! Andererseits müsste dies ein distanzierter, klinisch-sauberer Krieg aus der Entfernung mit Luftwaffe, Cruise<br /> Missiles, Drohnen, etc. sein, denn der Iran ist topographisch, geographisch und von seiner Population her, für US/REAL uneinnehmbar! Ich glaube, es wäre der Irak "hoch drei" und somit ein<br /> unkalkulierbares Risiko. Der Größenwahn von US/RAEL ist allerdings unkalkulierbar und vielleicht glauben die ja, die könnten damit davon kommen? Ich vermute, dass im Falle eines Angriffs von<br /> US/RAEL der Brand gleichzeitig im Irak, dem Iran, in Afghanistan und – möglicherweise – in Pakistan ausbrechen könnte. Das käme einem Weltkrieg schon recht nahe, besonders wenn man die<br /> strategischen Interessen von Russland und China in dieser Region berücksichtigt!<br /> <br /> <br /> <br />
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