Japanisch-chinesischer Zahlungsverkehr ohne Umweg über den Dollar

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Eine Vereinbarung zwischen Japan und China, die kaum ans grosse Publikum gekommen, aber in den Wirtschaftsteilen der bürgerlichen Presse azfmerksam vermerkt worden ist, sieht vor, dass die Geldflüsse zwischen den beiden Staaten in den eigenen Währungen abgewickelt werden können - also nicht mehr (nur), wie bisher, auf dem Umweg über den US-Dollar. Wenn das zur Praxis wird, ist das ein schwerwiegender Rückschritt für die Funktion des Dollar als Weltgeld. Die beiden grössten Volkswirtschaften Asiens würden damit in ihren Austauschbeziehungen den "Dollar-Raum" verlassen. Auch die zweite "Reservewährung", der Euro, wäre davon betroffen.

 

Allerdings muss man erst sehen, wie weit das praktisch wird. Die USA versuchen gerade, die asiatischen Staaten mittels seiner "Transpazifischen Partnerschaft" noch enger an sich zu binden, nicht zuletzt, um dem wachsenden chinesischen Einfluss in der Region, der sich aus seinen wachsenden wirtschaftlichen Potenzen ergibt, entgegenzuwirken. China versucht dagegen, eine Freihandelszone zu entwickeln, unter Einschluss Japans und Südkoreas. Japan laviert zwischen den beiden einander entgegengesetzten Bestrebungen. Einerseits geht es auf das USamerikanische Werben ein, andererseits hält es sich die Option einer engeren wirtschaftlichen Verzahnung mit den asiatischen Nachbarstaaten offen.

 

Noch haben die USA die Oberhand und unternehmen neue Anstrengungen, dies auch militärisch noch stärker abzusichern. Aber die Wirtschafskraft der USA wird relativ schwächer. Der ökonomische Unterbau der militärischen Dominanz bröckelt. Die wahnsinnigen Aufwendungen für das weltweite Stützpunktsystem sind ein grosser Brocken im Staatshaushalt der USA, der beständig bis zum drohenden Zerreissen angespannt ist. Die wirtschaftlichen Tatsachen arbeiten für China. Gerade deshalb wächst auch in Asien die Kriegsgefahr. Es ist allein noch das Militärische, in dem die USA mit grossem Abstand überlegen sind.Zwangskäufig gewinnen "militärische Optionen" für die USA damit in der Staatenkonkurrenz an Bedeutung.

 

Hier ein Artikel in der FAZ zu den japoanisch-chinesischen Vereinbarungen:

 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/waehrungsabkommen-china-und-japan-ruecken-zusammen-11581745.html

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