Japanische und chinesische Marine im Vergleich

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In den westlichen Medien ist öfter einmal von der "besorgniserregenden chinesischen Aufrüstung" die Rede. Die chinesischen Aufwendungen für Militär wachsen in diesem Jahr um zehn Prozent, erreichen aber damit immer noch nicht mehr als um die zehn Prozent der USamerikanischen. Die chinesische Marine wird rasant modernisiert und vergrössert. Aber bisher ist nur allenfalls ein Gleichstand mit der japanischen erreicht. Die japanische und USamerikanische Kriegsmarine zusammen ergibt eine grosse "westliche" Überlegenheit im chinesisch-japanischen Seeraum.

 

Hier die japanische und chinesiche Kriegsmarine im Vergleich:

 

 

http://german.china.org.cn/international/2013-03/29/content_28397201.htm

Veröffentlicht in China

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post

Bandolero 03/29/2013 21:02

Die Zahlen von der AG Friedensforschung (CAWAT) sind völlig veraltet, nämlich vom Jahr 2009. Hier mal ein paar Zahlen von 2013: Zu China: Xinhua: China defense budget to grow 10.7 pct in 2013:
report "China plans to raise its central government defense budget by 10.7 percent to 720.2 billion yuan (114.3 billion U.S. dollars) in 2013, according to a budget report submitted to the national
legislature for review on Tuesday." Zu USA: Bloomberg am 05.03.2013: "The military outlays is in contrast with the U.S., where defense expenditures totaled $677.2 billion in inflation- adjusted
dollars in 2012, down 3 percent from 2011. In December, congressional negotiators agreed on $640.7 billion in defense spending for this year." Die Zahlen sind allerdings, wie ich oben schon gesagt
habe, nur schwer vergleichbar. Der wichtigste Punkt dabei ist regelmäßig, inwieweit die Altersversorgung von Militärs in den Ausgaben enthalten ist. Andere Dinge, wo es immer Unterschiede gibt,
sind zum Beispiel die Abgrenzung zur inneren Sicherheit, Rüstungsanteile bei zivil-militärischen Projekten und Forschung (z.B. Flugzeug- und Weltraumtechnik), Militärhilfe ans Ausland (z.B. Kosten
für private Militärberater des "helfenden" Landes) und Wirtschaftshilfe ans Ausland (z.B. anstelle einer Mietzahlung für Militärbasen). Für die USA sah das Budget 2013 etwa folgendes vor: Military
defense: $701.8 billion, Veterans: $140.1 billion, Foreign military aid: $14.1 billion, Foreign economic aid: $45.4 billion, Total defense: $901.4 billion Quelle:
http://www.usgovernmentspending.com/us_defense_spending_30.html Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden davon inzwischen rund 50 Mrd gekürzt, so dass Bloomberg auf $640.7 für Military defense
in inflationsbereinigten 2012 Dollar kommt. Ebenso wie die USA hat aber auch China Posten wie zivilmilitärische Forschung, die man teilweise auch zu versteckten Militärausgaben rechnen kann, wenn
man möchte. SIPRI versucht die Militärausgaben deshalb zu Recht zu standardisieren und Pensionen herauszurechnen, und kommt für 2012 auf folgende Zahlen: USA: $711.0 billion China: $143.0 billion
Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_military_expenditures Man kann herzlich darüber streiten, wer bei dem Standardisierungsprozess von SIPRI zu gut und wer zu schlecht
wegkommt. Insgesamt wird aber die Größenordnung der Ausgaben klar. Wichtiger beim Zahlenvergleich dürfte es eher sein, das Preis- und Lohnniveau des Landes zu berücksichtigen, was sich insbesondere
beim Sold der Soldaten und zivilen Angestellten des Militärs niederschlägt. Da dürfte man für China im Vergleich mit den USA vermutlich noch einen kräftigen Zuschlag einrechnen, einfach, weil das
Lohnniveau in China geringer als in den USA ist. Da lassen sich dann die chineischen Militärausgaben nach SIPRI zu 228 Mrd USD in Kaufkraftparität umrechnen. Das ist allerings eine Übertreibung,
weil das Preisniveau auf die Preise von Waffen und Technik kaum einen Einfluss hat und auf die Anschaffung von Rohstoffen wie Erdöl überhaupt keinen Einfluss hat. Lange Rede, kurzer Sinn: China
gibt gegenwärtig rund 20% dessen, was die USA ausgibt, für Militär aus.

Sepp Aigner 03/29/2013 22:50



Klingt plausibel. Danke.



Bandolero 03/29/2013 14:18

Die Zeiten, in denen das chinesische Verteidigungsbudget nur ein Zehntel des US-amerikanischen Militärbudgets betrug, sind glücklicherweise vorbei. Etwas mehr ist es inzwischen schon. Allerdings
sagt die Quantität nicht sehr viel über die Schlagkraft aus, weder beim Geld noch bei Waffen - wie zum Beispiel Schiffen. Worauf es in erster Linie ankommt, ist bezogen auf die jeweilige
Konfliktsituation überlegene Waffen und Technik zu haben. Eine Batterie nicht zu stoppender ballistischer Anti-Schiffsraketen könnte z.B. bei einem Seekonflikt nützlicher als ein Dutzend kompletter
Trägergruppen sein. Gegen U-Boote helfen sie jedoch nicht. Da braucht es Trägergruppen mit U-Boot-Jägern. Ein Anti-Raketenschirm könnte hingegen Anti-Schiffsraketen nutzlos machen. Und so weiter
und so fort. Es ist ein bisschen so wie beim Spiel Stein - Schere - Papier.

Sepp Aigner 03/29/2013 17:02



Vergleich China - USA: Die AG Friedensforschung gibta an: "Absolute Spitze waren die USA mit 574 Milliarden US-Dollar. Weiter folgten mit großem Abstand China (70 Milliarden Dollar), ..." Danach
geht das Verhältnis in Richtung 20 %. Ich denke aber, dass diese Zahlen die wirklichen Ausgaben nicht wiedergeben. Was die USA betrifft, wird häufig 1 Billion USD genannt, die verdeckten Ausgaben
eingerechnet. Ich nehme an, dass es auch in China verdeckte Ausgaben gibt. Sollten die prozentual etwa so hoch ausfallen wie die wahrscheinlichen verdeckten US-Angaben, wäre das ein Betrag von um
die 120 Mia - also gut ein Zehntel der USA.


Aber es ist schon klar, über die Qualität ist damit noch nicht so viel gesagt. Unter diesem Gesichtspunkt verschiebt sich allerdings das militärische Kräfteverhältnis noch einmal zu
Ungunsten Chinas.