Kriegsnobelpreis für die EU

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Obama hat ihn ja schon, als Repräsentant des Imperiums, das seit dem II. Weltkrieg ununterbrochen irgendwo Krieg führt. Nach der nach oben offenen Zynismusskala hat die EU sich ihn auch verdient. Zu merken ist nur: Krieg ist Frieden. So einfach ist das. Hier eine Aufzählung der Verdienste heutiger EU-Mitgliedsstaaten:

 

Friedensnobelpreis an das EUropa der Konzerne und Generäle

 

 

Nach der Idee seines Stifters soll der Friedensnobelpreis "an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat" gehen.

Dass das EUropa der Konzerne und Generäle gerade jetzt den Friedensnobelpreis "für über sechs Jahrzehnte, die zur Entwicklung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beitrugen", bekommt, kann nur als Farce bezeichnet werden. Dieser letzte Streich des Friedensnobelpreiskomitees, welcher sogar die Ehrung der Kriegsverbrecher Henry Kissinger und Barack Obama in den Schatten stellt, zeugt von Hybris und Chuzpe der Herrschenden. So drückt sich in diesem schlechten Scherz die maßlose Verachtung des gesunden Menschenverstandes des Löwenanteils der Weltbevölkerung aus.

Gleichzeitig dürfe es sich bei dieser Selbstbeweihräucherung von Teilen der das imperialistische Projekt EUropa konzipiert habenden Eliten, um den verzweifelten Versuch handeln, bei sich selbst, ihrer gedungenen Journaillen-Meute und einfältigen Mitläufern ein EU-nationalistisches Wir-Gefühl zu erzeugen. Ein Wir-Gefühl, das den Mächtigen um so notwendiger scheint, je mehr der Konsens zwischen Herrschenden und Beherrschten durch unverminderte Zunahme des Klassenkrieges von oben an den sich verschärfenden ökonomischen und sozialen Bedingungen in EUropa auf der einen Seite, die Harmonie und der Frieden zwischen den nationalen Kapitalfraktionen innerhalb des EU-Zweckbundes auf der anderen Seite zu zerbrechen droht.


Siehe auch: Orwell`scher Friedensnobelpreis


Werfen wir einen Blick auf die "sechs Jahrzehnte, die zur Entwicklung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beitrugen":

Direkte und aktive Beteiligung der EU-Staaten an kriegerischen Handlungen seit 1945 (in Auswahl)

1946–1949 Griechischer Bürgerkrieg (Großbritannien)

1946–1954 Französischer Indochinakrieg

1947–1949 Erster Indisch-Pakistanischer Krieg (Erster Kaschmir-Krieg, geschürt von den Briten)

seit 1948 Bewaffnete Konflikte in Myanmar (geschürt von den Briten)

1950–1953 Koreakrieg (direkte Beteiligung an Kampfhandlungen: Belgien, Luxemburg, Frankreich, Griechenland, Niederlande, Vereinigtes Königreich; Sanitätskorps von: Dänemark, Italien, Norwegen, Schweden)

1954–1962 Algerienkrieg (Frankreich)

1955–1959 Zypriotischer Unabhängigkeitskrieg (Großbritannien)

1956 Suezkrise (Großbritannien und Frankreich)

1957–1958 Spanisch-Marokkanischer Konflikt

1957–1962 Niederländisch-Indonesischer Krieg um West-Neuguinea

1960–1989 Namibischer Befreiungskampf (indirekte Einmischung Deutschlands und Großbritanniens über das südafrikanische Apartheidregime)

1961–1991 Eritreischer Unabhängigkeitskrieg (Schürung des Krieges und Einmischung Italiens, weil Eritrea eine Kolonie des faschistischen Mussolini-Staates war)

1961–1963 UN-Katanga-Krieg (Belgien)

1961–1974 Portugiesischer Kolonialkrieg

1964–1975 Vietnamkrieg (direkte Unterstützung der USA durch Spanien unter Franco, indirekt auch durch Frankreich, Großbritannien und andere NATO-Staaten)

seit 1966 Bürgerkrieg im Tschad (indirekte Beteiligung Frankreichs)

1967–1970 Biafra-Krieg (Nigeria. In diesem Sezessionskrieg unterstützte Großbritannien Nigeria, allerdings in großmütiger Kolonialherrenmanier, während Frankreich in einer denkwürdigen Allianz mit dem faschistischen Portugal und an der Seite der Rassistenstaaten Südafrika und Rhodesien sowie Israels und des Vatikan die Sezessionisten unterstützte)

1968–1979 Bürgerkrieg im Baskenland (Spanien)

1969–1997 Nordirischer Bürgerkrieg (Großbritannien)

1971–1972 Erster Uganda-Tansania-Krieg (Großbritannien)

1977–1978 Shaba-Invasion (Kongo/Angola; Belgien und Frankreich)

1978-1987 Libysch-Tschadischer Grenzkrieg (Frankreich)

1980–1988 Erster Golfkrieg (Iran-Irak; Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien belieferten den Irak mit Waffen, Großbritannien beide Seiten)

1981–1990 Contra-Krieg (Bürgerkrieg in Nicaragua unter Beteiligung der USA; Waffen an die Contras wurden auch von Polen geliefert)

1982 Falkland-Krieg (Malvinas-Krieg; Großbritannien gegen Argentinien)

1983–2005 Sezessionskrieg im Südsudan (Großbritannien)

1983 US-Invasion in Grenada (Operation Urgent Fury. Die Invasion wurde während eines NATO-Manövers unter Beteiligung der europäischen NATO-Staaten geprobt.)

seit 1988/1991 Somalischer Bürgerkrieg (Deutschland)

1990–1991 Zweiter Golfkrieg (Irak; Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Belgien, Niederlande, Tschechoslowakei, Polen)

1991–1994 Bürgerkrieg in Dschibuti (Frankreich)

1991–2001 Kriege zur Auslöschung Jugoslawiens (insbesondere Italien, Großbritannien, Deutschland...)

1991–2002 Bürgerkrieg in Sierra Leone (Großbritannien)

1996–1997 Erster Kongokrieg (Frankreich)

1998–2000 Eritrea-Äthiopien-Krieg (Italien)

seit 2001 Krieg gegen Afghanistan (Großbritannien, Deutschland und alle anderen Länder der EU)

2002–2007 Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste (Frankreich)

2003–2011 Krieg gegen den Irak (Großbritannien, Italien, Polen, Niederlande, Rumänien, Bulgarien, Dänemark, Tschechien, Ungarn, Lettland, Litauen, Portugal, Slowakei, Estland)

2011 Krieg gegen Libyen (Frankreich, Italien, Großbritannien, Dänemark, Spanien, Belgien, Niederlande, Norwegen, Griechenland, Schweden, Bulgarien)

 

Quelle: http://www.kominform.at/article.php/20121012163717403

Veröffentlicht in Vom Besten im Westen

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Marcel 12/11/2012 11:15


Gemessen an den bisherigen Kandidaten für den Friedensnobelpreis kann man diese "Auszeichnung" nur als lächerlich einstufen.

Sepp Aigner 12/11/2012 13:43



"Ist der Ruf erst ruiniert - lebt sich´s ganz ungeniert."