Krise: Deutschland sahnt ab

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

In der Propaganda wird Deutschland als Opfer dargestellt, dass in die notleidenden Volkswirtschaften der schwächeren Euro- und EU-Mitgliedsstaaten ungezählte Milliarden stopft. Von einem "Fass ohne Boden" ist oft die Rede. Das Euro-Abenteuer ist tatsächlich ein riskantes Unternehmen. Scheitert es, wird dies auch die deutschen Steuerzahler, d.h. hauptsächlich die "kleinen Leute", eine Menge Geld kosten. Aber so lange es funktioniert, ist Deutschland nicht Opfer, sondern Krisengewinner; genauer: der deutsche Staat, die Bundesbank, deutsche Grossbanken und Konzerne.

 

In einer Krise wie der gegenwärtigen werden die Über- und Unterordnungsverhältnisse zwischen den Staaten neu austariert. In diesem Konkurrenzkampf ist Deutschland bisher der eindeutige Sieger innerhalb der EU und der Euro-Zone. Es hat sich zur unbestrittenen Führungsmacht aufgeschwungen und auch den jahrzehntelangen Konkurrenten auf Augenhöhe und "partner in leadership" Frankreich in die zweite Reihe verwiesen. Deutsche Banken saugen sich mit den hohen Zinsen in den schwächeren EU-Staaten voll, der deutsche Staat profitiert von der sich immer weiter spreizenden Zinsdifferenz zwischen den deutschen  Staatsanleihen und den Anleihen anderer Staaten. Die Verzinsung deutscher Staatspapiere befindet sich auf einem historisch niedrigen Niveau - bis hinunter auf 1,3 %, während die Verzinsung der Papiere der schwächsten EU-"Partner"staaten auf historische Höchststände geklettert ist und sich Staaten wie Italien mit eher 6 %, andere mit über 7 % refinanzieren müssen; selbst im Vergleich zu Frankreich strebt die Zinsdifferenz auf 1 % zu. Das sind gewaltige Beträge, die die einen zahlen müssen und die sich der deutsche Staat spart, weil die deutschen Staatspapiere als "sichere Anlage" riesige Kapitalmengen an sich zieht.

 

Hermanus Pfeiffer hat sich das in einem Artikel bei Hintergrund genauer angesehen. Hier sein Text:

 

http://www.hintergrund.de/201205312085/wirtschaft/finanzwelt/sieger-der-eurokrise.html

 

 

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