Lettland: Denkmal für SS-Division

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die lettische SS-Division, eine besonders blutrünstige Einheit der Nazi-Armee, wird in Lettland mit einem Denkmal "geehrt". Im benachbarten Weissrussland gibt es dagegen Protest:

 

http://belarusfreundschaft.blogspot.de/2012/09/belarus-emport-uber-ss-legion-denkmal.html

 

Nachdem die grüne Menschenrechtskämpferin Beck an der Beaufsichtigung der Wahlen in Weissrussland gehindert wird ( link ), hätte sie vielleicht Zeit, sich darum zu kümmern ? Die demokratische lettische Regierung würde es sicher begrüssen, wenn sie an der Einweihungsfeier teilnähme, in alter und ungebrochener Freundschaft.

 

 

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retmarut 09/22/2012 18:03


In Lettland (aber auch in Litauen und Estland) stellt der Antikommunismus das Bindeglied zwischen der 1. Republik und der Phase ab 1991 dar, um eine Kontinuität des bürgerlichen Nationalismus zu
konstruieren. Die baltischen Einheiten der Waffen-SS und die sonstigen Kollaborateure mit dem deutschen Faschismus sowie die reaktionären antikommunistischen Freischärler (sog. "Waldbrüder"),
welche meistenteils aus diesen faschistischen Strukturen hervorgegangen sind und bis in die 1950er durch Terroranschläge und Sabotage in Erscheinung traten, wurden mit dem Ausscheiden der drei
Republiken aus der SU zu Nationalhelden hochstilisiert. Neben besagten SS-Treffen (wobei die stolz ihre alten Uniformen zur Schau tragen und sich von jungen Faschisten und Nationalisten
beklatschen lassen) gibt es in den drei Staaten auch etliche schaurige Museen und Denkmäler, die die Mär von den "zwei Okkupationen" verbreiten. Dazu kommen noch die antikommunistischen Gesetze,
die z.B. das Tragen von Hammer-und-Sichel-Emblemen etc. verbieten, sowie das Schleifen sowjetischer Gedenkorte für die Toten der Roten Armee im Großen Vaterländischen Krieg.


Bezeichnen finde ich übrigens, dass die jeweiligen faschistischen Regime ab Mitte der 1930er in diesen drei Ländern in deren offiziellen Geschichtsschreibung nirgends auftauchen bzw. unter der
Rubrik "1. Republik" firmieren.


Die drei Staaten sind als Cordon sanitaire gegenüber der SU 1918 entstanden und selbige Funktion haben sie ab 1991 auch wieder gegenüber Russland. Insb. für die russischsprachige Minderheit in
diesen Staaten (und die sind regional teils sogar keine Minderheit, sondern Mehrheit) bleibt ein dauerhafter Zustand der Diskriminierung.

almabu 09/22/2012 17:11


Das verstehst Du nicht, Sepp! Die Einen sind doch unsere Guten und die Anderen sind die Bösen! Wenn unsere Guten etwas böses tun, dann ist das allerhöchstens nur halb so schlimm, wie wenn die
Bösen die Frechheit besitzen darauf hinzuweisen!


Das ist die NATO-Logik des Westens.

Sepp Aigner 09/22/2012 17:42



Diese Logik werde ich nie verstehen.