Libyen: Kollateralschaden Frauenrechte

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

"Für die Menschenrechte" haben die NATO-Terrroristen Lybien zerbombt und eine Marionettenregierung installiert. Die Hälfte der Menschheit sind bekanntlich Frauen. Sie genossen im Libyen Gaddafis Rechte, von denen die Frauen in vielen anderen Ländern nur träumen können, in denen die patriarchalischen Strukturen,  für deren ideologische Absicherung der Islam in ähnlicher Weise benutzt wird wie die christliche Religion bis vor noch nicht langer Zeit z. B. auch in Europa, noch stark sind. Damit ist es vorbei.

 

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ImageFrauenrechte in Libyen. Wie sich die Lage der Frauen in Libyen nun entwickeln wird ist fraglich. Wurden die bisher errungenen Frauenrechte von NATO und EU, auf dem Weg zur Sicherung ihrer Interessen an den Öl und Gasvorkommen in Libyen, gleich mit weggebombt?

 

1969 wurden in Libyen Frauen und Männer vor dem Gesetz gleichgestellt. 1972 wurden Zwangsehen verboten. Heiraten dürfen Frauen und Männer ab 20 Jahre, was die Ausbildungschancen für Frauen stärkt (vgl. andere islamische Länder z.T. 9 Jahre). Nach strengem libyschem Recht darf keine Person ohne Ausnahme eine libysche Frau zwingen, irgendeinen Mann aus welchen Gründen auch immer zu heiraten. Sie kann sich scheiden lassen und erhält meist das Sorgerecht für die Kinder. Nur gerichtliche Scheidungen werden offiziell anerkannt; ein Mann kann seine Frau nicht mündlich verstoßen.

Frauen brauchen keine Genehmigung des Mannes, um eine Arbeit anzunehmen. Libyerinnen arbeiten u.a. als Wissenschaftlerinnen, Universitätsprofessorinnen, Anwältinnen, Ärztinnen, Regierungsangestellte, Journalistinnen und Geschäftsfrauen zu arbeiten (Frauen in hervorgehobenen Positionen sind freilich auch in Libyen eine Minderheit).

Diese frauenpolitischen Errungenschaften könnten nun bald der Vergangenheit angehören. Nur wenige Tage nach der Übernahme Libyens durch den mit Hilfe der NATO an die Macht gebombten Übergangsrat verkündete dessen Vorsitzender Mustafa Abdul Dschalil, am 23.10.2011: "Ein Gesetz, das dem islamischen Recht widerspricht, ist null und nichtig“. Dschalil: “Das Gesetz über Scheidung und Heirat widerspricht der Scharia und wird für ungültig erklärt”. Polygamie bis zu vier Frauen sei daher ohne Einschränkungen erlaubt. Ehescheidung solle für die Frau nur noch bei Krankheit oder Unfruchtbarkeit des Partners möglich sein oder wenn dieser sie nicht versorgen kann. Der Mann dagegen soll sich nach Gutdünken scheiden lassen können und muss seinen Wunsch nur dreimal aussprechen. Bisher konnten Männer eine zweite Frau nur heiraten, wenn die erste ihr Plazet gab. Das Scheidungsrecht erkannte eine Vielzahl von Gründen an, wonach sich auch die Frau scheiden lassen konnte. Aber "beides verstößt gegen die Scharia", sagte Dschalil.

Auf dem Weg zur Sicherung ihrer Interessen an den Öl und Gasvorkommen in Libyen, bombten NATO und EU auch gleich die Frauenrechte zurück ins Mittelalter. Ein Kollateralschaden quasi.

 

Quelle: http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_content&task=view&id=537&Itemid=42

Veröffentlicht in Afrika

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antagonistica 84 12/14/2011 13:10


Entwicklung?Ein Rückfall in Atavismen,erfolgreich zurückgebombt in die Steinzeit wie


annodunnemals Vietnam.Le dernier cri à la Sarkozy et compagnions,Frau trägt jetzt


wieder Kette in Libyen,diesmal nicht von Bulgari.Matthias