Lustiges im Internet: "Ich schreibe wie ..."

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Gewöhnlich erzähle ich in meinem Blog ja nichts über mich. Heute mache ich eine Ausnahme. Das ergibt sich so:

 

Meine obligatorische tägliche FAZ-Lektüre - man muss seine Feinde kennen, wenn man sie bekämpfen will -  war heute ausnahmsweise ein Highlight des Tages - also, wenigstens einer von mehreren Artikeln. Thema: Der Autor ist im Internet auf eine Site gestossen, auf der die Analyse eigener Texte angeboten und in der Form ausgewertet wird, dass sie die nächste Ähnlichkeit mir bekannten Autoren feststellt. - "Ich schreibe wie ..." Der Autor hat es selbst ausprobiert und war von den Ergebnissen überrascht bis pikiert. Na, dachte ich, das versuch ich auch mal.

 

Also diese Site  http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx angeklickt, eine erste Textprobe eingegeben, auf "Analysieren" geklickt. Laut aufzulachen gehört zu meinen selteneren Verhaltensweisen. Diesmal musste ich: "Ich schreibe wie ... Karl Marx". Pech für Marx, aber eine sehr ordentliche Analysemaschine !!! Zweiter Versuch mit einem anderen Text: "Ich schreibe wie ... Karl Marx." Beim dritten Mal traf es den armen Sigmund Freud.

 

Das waren drei Texte aus meinem Blog gewesen. Jetzt wurde ich mutiger. Ich kramte in meinen literarischen Erzeugnissen, mit denen ich die Öffentlichkeit gewöhnlich  nicht belästige. Erstes Ergebnis: "Ich schreibe wie ... eine gewisse Friedericke Mayröcker. Von der Dame hatteich ich noch nie gehört. (Eine Rezension eines ihrer Werke fängt so an:  "Diese wunderbaren nächtlichen Geschöpfe: In ihren neuen Gedichten tritt Friederike Mayröcker in ein intimes Zwiegespräch mit Friedrich Hölderlin und beschwört zugleich idyllische Momente mit Ernst Jandl.") Dann schrieb ich wie Melinda Nadj Abonji, von der ich gehört, aber nichts gelesen habe (Dasselbe passierte auch dem FAZ-Autor.). In weiteren Texten schrieb ich wie Friedrich Nietsche oder Peter Handke (Bei letzterem hatte der FAZ-Autor ebenfalls einen Treffer.).

 

Dann kam die Katze durchs geöffnete Fenster, eine Amsel im Maul, und hielt schnurstracks auf meinen Schreibtisch zu; wieder einmal eins der allfälligen Freundschaftsgeschenke. Ich klickte "Ich schreibe wie ..." weg und bedankte mich artig bei der Katze. Jedes Spässchen muss nun einmal auch ein Ende haben. Nachdem ich Katze plus toten Vogel in den Garten befördert hatte, war wieder Alltag. Klick auf NZZ: "Beichten unter freiem Himmel. Mehr als eine Million Gläubige am Weltjugendtag in Madrid erwartet" - Schon gut, ich weiss ja, dass es in der Welt absonderlich zugeht und dass es sich dabei gewöhnlich nicht um Spässchen handelt.

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Merkwuerdiges

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S
<br /> <br /> Ich schreibe wie Fjodor Dostojewski :)<br /> <br /> <br /> http://ich-schreibe-wie.de/uen<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Gratuliere, blass vor Neid.<br /> <br /> <br /> <br />
K
<br /> <br /> Ich hab's auch gleich ausprobiert. 2x kam ich auf Sigmund Freud, 1x auf die mir unbekannte Melinda Nadj sowieso.<br /> <br /> <br /> Ein Spaß, leider allzu begrenzt.<br /> <br /> <br /> Doch sicher gibt es eine Profi-Version, und was Profis mit solcher Version anstellen können, geht vermutlich über bloßen Spaß hinaus.<br /> <br /> <br /> <br />
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