Massenverhaftungen in Chile

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Mit Gewalt versucht die chilenische Regierung die Massenproteste der Studierenden niederzuschlagen. TeleSur berichtet von annähernd 900 Verhaftungen. Die Polizei geht brutal vor. Eine Anzahl Demonstranten wurde krankenhausreif geschlagen.

 

Die Proteste richten sich gegen die Privatiserung des Erziehungswesens und die Unterwerfung der Hochschulen unter die Anforderungen der Wirtschaft. Gefordert wird ein staatliches und für alle kostenloses Bildungssystem. Aus dem Bildungssektor Geschäft zu schlagen und auf die Bedürfnisse der Unternehmen zurechterzogene Schmalspurabsolventen zu erhalten, ist aber ein zentrales Anliegen der Kapitalisten. Die Interessen stossen umso unversöhnlicher aufeinander, als Hochschulabsolventen heute nicht mehr ein finnanziell sorgenloses Leben mit gut dotierten Posten bevorsteht, sondern ein Lebensstandard, der nicht weit über dem der etwas besser bezahlten übrigen Lohnabhängigen steht - oder Jobben als Taxifahrer oder Restaurantbedienung, weil es zu wenig Arbeit für Akademiker gibt.

 

TeleSur berichtet von Umfragen, nach denen die Zustimmung der Bevölkerung zur Regierung auf 26 % gefallen ist. - Aber was interessieren in der bürgerlichen Demokratie schon Mehrheitsmeinungen. Gewählt ist gewählt, Danach wird eben notfalls mit dem Gummiknüppel und Tränengas regiert. 

Veröffentlicht in Lateinamerika

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