Milliardäre erwünscht, Bettler verboten

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In Österreich ist ein Gesetz in Vorbereitung, mit dem das Betteln verboten werden soll; - nein, nicht das Betteln der Banken um Übernahme ihrer Schulden durch die Steuerzahler. Das wäre ja auch verfehlt. Die betteln nicht, sondern fordern. Selbst Fordern ist noch ein verharmlosender Ausdruck - sie schaffen an, was ihre politischen/staatlichen Sachwalter zu tun haben. Nicht die sind gemeint, sondern arme Leute, die vor Kirchen oder in Geschäftsvierteln mit dem Hut in der Hand anzutreffen sind, und für die die nächste Mahlzeit davon abhängt, dass ihnen Glücklichere ein paar Cent hinwerfen.

 

Es gab einige Jahrzehnte in den reichsten Ländern Westeuropas, in denen man kaum Bettler sah. Jetzt gibt es sie wieder in einer Zahl, dass sie auffallen, von Barcelona über Paris und London, Berlin oder Rom. Wenn es eine "Mentalitätsfrage" ist, dass Menschen betteln, wenn sie bloss zu "faul" sind zu arbeiten - warum gab es sie dann eine Zeitlang nicht und jetzt wieder vermehrt ? Grassiert ein Faulheitsvirus ? Oder sind die Verhältnisse so geworden, dass wieder Armut um sich greift und an deren unterstem Ende diejenigen, die durch alle Maschen des zerfledderten "sozialen Netzes" gefallen sind, buchstäblich auf dem Strassenpflaster landen ?

 

In Österreich sind nicht alle Menschen damit einverstanden, dass die Stiefellecker der Milliardäre, der wirklichen Faulpelze und Nichtsnutze, im Parlament ausgerechnet die Allerärmsten um ihr letztes Subsistenzmittel bringen wollen. Die Vinzenz-Gemeinschaft hat eine Petition verfasst, der sich die anständigen Leute anschliessen können. Hier der Text:

 

http://vinzi.at/petition.php

 

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via http://www.kominform.at/article.php/20110221112432588 - danke.

 

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update:

 

s. dazu auch: http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=2730:bettelverbot-armut-beseitigen-nicht-die-armen&catid=35:europa&Itemid=67

 

 

 

Veröffentlicht in Vom Besten im Westen

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