Mord und Totschlag mit Hartz IV

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die SPD und die Grünen habe ich nie als Parteien betrachtet, die für die Interessen der "kleinen Leute" eintreten. Aber wenn mir etwas die SPD und die Grünen geradezu verhasst gemacht hat, dann ist das die "Agenda 2010" der Schröder-Regierung. Die Bande sprach von "Flexibilisierung des Arbeitsmarkts". Was sie hinter den Propagandavokabeln versteckte, war eine Politik des massiven Lohnabbaus, die am "unteren Ende" - und zwar kaltblütig gewollt - zu wirklicher Armut führt, zu Löhnen, von denen man nicht mehr menschenwürdig leben kann und zu einem entsprechenden - "Hartz IV" genannten - Sozialhilfesatz für die Menschen, die aus dem Arbeitsmarkt herausgefallen sind.

 

Hier wird die skandalöse Verteilung der Lebenschancen deutlich, die unter kapitalistischen Verhältnissen ohnehin immer besteht, aber von der SPD-Grünen-Regierung noch einmal vorangebracht worden ist und natürlich von der Merkel-Regierung weiter vorangebracht wird:

 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/armut-und-reichtum-geht-es-bei-uns-gerecht-zu-11908598.html

 

In den zu "Jobcentern" umgewandelten ehemaligen Arbeitsvermittlungsstellen des Arbeitsamts und der Hartz IV-Verwaltung werden die auf diese Einichtungen angewiesenen Menschen zynisch "Kunden" genannt. In Wirklichkeit werden sie nicht als "Kunden" - ohnehin einsaublöder  Ausdruck - behandelt, sondern als Menschen, die unter einer Art Sonderrecht - oder vielmehr: Unrecht - stehen.  Die Atmosphäre ist kalt und oft feindselig. Die Leute werden gedemütigt und dabei noch verhöhnt, indem man sie in "Förderungsmassnahmen" steckt, die in Wirklichkeit Schikanen sind. Der Formular-Dschungel, durch den sich die Leute beständig kämpfen müssen, ist allein schon durch seinen Umfang darauf angelegt, dass Fehler gemacht werden. Jeder Fehler wird mit "Sanktionen" bestraft, sprich Abzügen von einem Sozialhilfesatz, der eh schon nicht zum Leben reicht. Während die Spitzen der Armutsverwaltungs-Bürokratie Jahresgehälter von mehreren hundertausend Euro einstecken, wird den Kunden jeder Euro weggekürzt, den man irgendwie wegkürzen kann.

 

Wie das läuft, wird hier sehr anschaulich und zutreffend geschildert:

 

http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=28640&tx_ttnews[backPid]=91&cHash=1fab54463a

 

Die Beschäftigten der Armutsverwaltung sind nicht aus eigenem Antrieb "nicht nett" zu ihren "Kunden". Sie sind scharf gemacht wie deutsche Schäferhunde. Sie sollen den "Kunden" das Leben so schwer wie möglich machen. Und sie stehen oft selbst unter Druck. Viele haben nur Zeitverträge und können binnen kurzem selbst als "Kunden" auf der anderen Seite des Schreibtischs sitzen. Wer den "scharfen Hund" macht, entgeht diesem Schicksal vielleicht. Also machen viele den"scharfen Hund". So ist das von oben gewollt und erzwungen - von den Säcken, die in edlen Büros im Verwaltungs-Protzbau hocken, die Dienstlimousine mit Fahrer vor der Tür. Hier ein Artikel, der zeigt, dass angesichts der damit geschaffenen Atmosphäre selbst Leuten mulmig wird, die selber von der neuen Armut profitieren: link .

 

Die mitleidlose Gemeinheit der Armutsverwaltung führt unweigerlich zu Verzweiflungstaten. Manche - erstaunlich wenige - Menschen halten die Demütigungen an irgendeiner Stelle nicht mehr aus und "rasten aus". Dann kippt einmal ein Schreibtisch um oder kriegt ein "Kundenberater" einen Aktenordner an den Kopf geschmissen, und die privaten "Securities", die die "Kundschaft" in den "Jobcentern" im Zaum halten, räumen den "Durchgedrehten" ab.Jetzt gab es zwei Tote. Eine Frau, der Hartz IV komplett gestrichen wurde, ist verhungert. Ein Mann ist "durchgedreht" und hat  eine Angestellte erstochen. Mit buchstäblich tödlicher Sicherheit wird es nicht bei diesen beiden Toten bleiben. Ausser mehr "Sicherheitsvorkehrungen", die aber Verzweifungstaten nicht verhindern werden, geschieht nichts. Ein wenig Betroffenheitsgelalle, weil die Sachen peinlich sind - das ist alles. Es bleibt so:

 

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/toedliche-messerattacke-in-neuss-entwarnung-9001132.php

 

Das sind so Gründe, aus denen mir SPD und Grüne - von den Schwarzen und Gelben gar nicht zu reden - verhasst sind. Fischer grinst feist aus der Glotze. Schröder wälzt sich in Reichtum - und das ist, was "der Genosse der Bosse" und sein Kumpan hinterlassen haben. Nicht wenige der Leute, die sie in Armut gebracht haben, haben diese Burschen gewählt. Es wird verdammt Zeit, dass wenigstens ihre Nachfolger, die Steinbrücks und Trittins, nicht mehr gewählt werden. Wer diesen Leuten auch nur ein Wort glaubt, macht sich selber zum Betrogenen, der die Betrüger auch noch mit einem Wahlkreuzchen unterstützt. Man muss wirlkich nicht jede Gülle, die einem als SPD-Grüne-Bionade hingehalten wird, auch noch trinken.

 

 

 

 

 

 

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Günther Wassenaar 05/10/2012


Ich kann diesem Bericht nur zustimmen, obwohl auch hier noch ein Passus fehlt. Es wird zwar darauf verwiesen, dass die Arbeitslosen als Kunden bezeichnet werden, aber das ist erst ein Teil der
Perversität. Wer in die Tiefe geht, muß feststellen, dass die Agenturen für Armut, letztlich nicht vordringlich aus Steuermitteln, sondern aus den Beiträgen der Arbeiter und Angestellten
finanziert werden. Es handelt sich also um eine Versicherungsleistung, die von den Mitarbeitern der AA lediglich treuhänderisch verwaltet und im Sinne der einzahlenden
Versicherten, der Arbeiter und Angestellten verteilt wird - oder sagen wir besser verteilt werden sollte.


Allein die Tatsache, dass da Sicherheitsdienst installiert werden müssen, zeigt doch, dass die Versicherungsleistungen der Versicherten nicht in ihrem Sinne, sondern als Druckmittel und im Sinne
der Bosse, gegen die Versicherten eingesetzt und verteilt werden. Wie können also Versicherungsleistungen gegen den Versicherten treuhänderisch eingesetzt werden - doch nur, wenn der Versicherte
sich seiner Rechte und seines eigentlichen Besitzes nicht bewußt ist - absichtlich verdummt und nieder gehalten wird. Nicht die Arbeitslosen sind die Kunden - die Mitarbeiter
dieser Zwangsbehörde sind die Angestellten der Gesamtheit der Versicherten, also der Arbeiter und Angestellten. Es wird Zeit, dass sich die Arbeiter ihrer Möglichkeiten und ihrer
Kraft bewußt werden. Da nutzt es nicht aus reiner Verzweiflung den Einen oder Anderen zu töten - das ändert an diesem System nichts. Da hilft nur klarer und massiver Kampf - Klassenkampf - und
nichts anderes


Günther Wassenaar


wassenaar@web.de