Tuesday 2 october 2 02 /10 /Okt. 09:26

Die SPD und die Grünen habe ich nie als Parteien betrachtet, die für die Interessen der "kleinen Leute" eintreten. Aber wenn mir etwas die SPD und die Grünen geradezu verhasst gemacht hat, dann ist das die "Agenda 2010" der Schröder-Regierung. Die Bande sprach von "Flexibilisierung des Arbeitsmarkts". Was sie hinter den Propagandavokabeln versteckte, war eine Politik des massiven Lohnabbaus, die am "unteren Ende" - und zwar kaltblütig gewollt - zu wirklicher Armut führt, zu Löhnen, von denen man nicht mehr menschenwürdig leben kann und zu einem entsprechenden - "Hartz IV" genannten - Sozialhilfesatz für die Menschen, die aus dem Arbeitsmarkt herausgefallen sind.

 

Hier wird die skandalöse Verteilung der Lebenschancen deutlich, die unter kapitalistischen Verhältnissen ohnehin immer besteht, aber von der SPD-Grünen-Regierung noch einmal vorangebracht worden ist und natürlich von der Merkel-Regierung weiter vorangebracht wird:

 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/armut-und-reichtum-geht-es-bei-uns-gerecht-zu-11908598.html

 

In den zu "Jobcentern" umgewandelten ehemaligen Arbeitsvermittlungsstellen des Arbeitsamts und der Hartz IV-Verwaltung werden die auf diese Einichtungen angewiesenen Menschen zynisch "Kunden" genannt. In Wirklichkeit werden sie nicht als "Kunden" - ohnehin einsaublöder  Ausdruck - behandelt, sondern als Menschen, die unter einer Art Sonderrecht - oder vielmehr: Unrecht - stehen.  Die Atmosphäre ist kalt und oft feindselig. Die Leute werden gedemütigt und dabei noch verhöhnt, indem man sie in "Förderungsmassnahmen" steckt, die in Wirklichkeit Schikanen sind. Der Formular-Dschungel, durch den sich die Leute beständig kämpfen müssen, ist allein schon durch seinen Umfang darauf angelegt, dass Fehler gemacht werden. Jeder Fehler wird mit "Sanktionen" bestraft, sprich Abzügen von einem Sozialhilfesatz, der eh schon nicht zum Leben reicht. Während die Spitzen der Armutsverwaltungs-Bürokratie Jahresgehälter von mehreren hundertausend Euro einstecken, wird den Kunden jeder Euro weggekürzt, den man irgendwie wegkürzen kann.

 

Wie das läuft, wird hier sehr anschaulich und zutreffend geschildert:

 

http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=28640&tx_ttnews[backPid]=91&cHash=1fab54463a

 

Die Beschäftigten der Armutsverwaltung sind nicht aus eigenem Antrieb "nicht nett" zu ihren "Kunden". Sie sind scharf gemacht wie deutsche Schäferhunde. Sie sollen den "Kunden" das Leben so schwer wie möglich machen. Und sie stehen oft selbst unter Druck. Viele haben nur Zeitverträge und können binnen kurzem selbst als "Kunden" auf der anderen Seite des Schreibtischs sitzen. Wer den "scharfen Hund" macht, entgeht diesem Schicksal vielleicht. Also machen viele den"scharfen Hund". So ist das von oben gewollt und erzwungen - von den Säcken, die in edlen Büros im Verwaltungs-Protzbau hocken, die Dienstlimousine mit Fahrer vor der Tür. Hier ein Artikel, der zeigt, dass angesichts der damit geschaffenen Atmosphäre selbst Leuten mulmig wird, die selber von der neuen Armut profitieren: link .

 

Die mitleidlose Gemeinheit der Armutsverwaltung führt unweigerlich zu Verzweiflungstaten. Manche - erstaunlich wenige - Menschen halten die Demütigungen an irgendeiner Stelle nicht mehr aus und "rasten aus". Dann kippt einmal ein Schreibtisch um oder kriegt ein "Kundenberater" einen Aktenordner an den Kopf geschmissen, und die privaten "Securities", die die "Kundschaft" in den "Jobcentern" im Zaum halten, räumen den "Durchgedrehten" ab.Jetzt gab es zwei Tote. Eine Frau, der Hartz IV komplett gestrichen wurde, ist verhungert. Ein Mann ist "durchgedreht" und hat  eine Angestellte erstochen. Mit buchstäblich tödlicher Sicherheit wird es nicht bei diesen beiden Toten bleiben. Ausser mehr "Sicherheitsvorkehrungen", die aber Verzweifungstaten nicht verhindern werden, geschieht nichts. Ein wenig Betroffenheitsgelalle, weil die Sachen peinlich sind - das ist alles. Es bleibt so:

 

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/toedliche-messerattacke-in-neuss-entwarnung-9001132.php

 

Das sind so Gründe, aus denen mir SPD und Grüne - von den Schwarzen und Gelben gar nicht zu reden - verhasst sind. Fischer grinst feist aus der Glotze. Schröder wälzt sich in Reichtum - und das ist, was "der Genosse der Bosse" und sein Kumpan hinterlassen haben. Nicht wenige der Leute, die sie in Armut gebracht haben, haben diese Burschen gewählt. Es wird verdammt Zeit, dass wenigstens ihre Nachfolger, die Steinbrücks und Trittins, nicht mehr gewählt werden. Wer diesen Leuten auch nur ein Wort glaubt, macht sich selber zum Betrogenen, der die Betrüger auch noch mit einem Wahlkreuzchen unterstützt. Man muss wirlkich nicht jede Gülle, die einem als SPD-Grüne-Bionade hingehalten wird, auch noch trinken.

 

 

 

 

 

 

von Sepp Aigner - veröffentlicht in: EU - Community: Kritische Massen
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