Nach Libyen jetzt Syrien

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Schritt für Schritt versuchen die USA, Syrien ins Chaos zu treiben. Es nutzt der syrischen Regierung nichts, Forderungen welcher Art auch immer nachzukommen. Die USA haben beschlossen, die syrische Regierung zu Fall zu bringen - mit diplomatischen Mitteln, Wirtschaftssanktionen, der Finanzierung und Organisierung bewaffneter Banden, die die Bevölkerung terrorisieren und die Staatsmacht provozieren, um so viele Opfer wie möglich herbeizuführen. - Der nächste "Regime Change" steht an. Unübersehbar steht im Hintergrund die Drohung: Wenn alle anderen Mittel nicht zum Ziel führen, kommen die NATO-Bomber.

 

Yasser Huria, ein führender Politiker der syrischen Regierungspartei, hat der russischen Novosti ein Interview gegeben. Darin geht es um die Perspektive der Unruhen, ihren Zweck und darum, was die Regierung ihnen entgegensetzt.

 

Einige Kernaussagen:

 

"Am Anfang gab es in Syrien Kundgebungen, bei denen Forderungen in Bezug auf das Alltagsleben gestellt wurden. Wir haben sofort eingesehen, dass diese Forderungen gerechtfertigt sind, und die Bereitschaft gezeigt, entgegenzukommen.

Die frühere und jetzige Regierung hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Forderungen vieler Menschen zu erfüllen. Aber allmählich bemerkten wir, dass sie immer mehr Forderungen stellten und schließlich zu einem Machtsturz aufriefen. Außerdem nahmen an den Aktionen mehr und mehr Bewaffnete teil. Sie mischten sich unter die Menschenmengen, schossen dabei auf die Demonstranten und machten dafür die Sicherheitskräfte und Polizei verantwortlich. ...

Es kam schließlich dazu, dass diese Bewaffneten einzelne Bezirke oder gar ganze Städte unter Kontrolle nahmen. Sie bauten Barrikaden auf und kontrollierten ihre Mitbürger, verlangten von ihnen Geld und zwangen sogar manche von ihnen, ihre Läden zu schließen und Forderungen zu unterstützen, die sie ursprünglich ablehnten. Darüber hinaus sahen sich diese Menschen gezwungen, an diesen Demonstrationen teilzunehmen - andernfalls könnten ihre Läden in Brand gesteckt und sie selbst getötet werden."

 

"Diese Bewaffneten sind hauptsächlich muslimische Extremisten, die ihren eigenen Angaben nach muslimische Emirate bilden und den jetzigen zivilen Staat abschaffen wollen."

 

"Natürlich traten gegen diese Bewaffneten unsere Polizei-Sondereinheiten auf. Aber die Extremisten sind sehr gut ausgebildet und ausgerüstet. Sie scheuen sich nicht, Geiseln zu nehmen, Polizeiwachen und Gerichtsgebäude zu überfallen, öffentliche Gebäude in Brand zu setzen, Universitäten und Banken auszurauben.

Ich denke nicht, dass es in der Welt einen Staat gibt, der sich solche bewaffneten Aktionen gefallen lassen würde, bei denen immer neue Städte und letztendlich das ganze Land unter die Kontrolle der Extremisten geraten." 

 

" Es gibt Geldgeber, die diese Aktionen finanzieren. Viele Kundgebungen dauerten nur 15 bis 30 Minuten. Mit Mobiltelefonen wurden Videos für das Internet aufgenommen, damit internationale Medien darüber berichten."

 

" In Wirklichkeit haben wir es seit Krisenbeginn mit einem erbitterten Informationskrieg gegen Syrien zu tun. Diesen Krieg führten einige bekannte Fernsehsender. Wir haben gefälschte Berichte über Ereignisse gesehen, die es in Syrien nie gab. Höchstwahrscheinlich fanden sie in Jemen statt. Das alles wurde irgendwo anders gedreht. Man behauptete, das hätte sich in Syrien ereignet. ...

Welches Ziel hat dieser Informationskrieg? Einige Nachrichtenagenturen, die auf diese oder jene Weise mit der westlichen Politik verbunden sind, haben ein gemeinsames Ziel: die jetzige Regierung in Syrien zu stürzen. Sie wollen Syrien erobern."

 

"In Hamburg soll es eine Gruppe von Menschen geben, die Filme über die Volksaufstände in Syrien erstellt. Auch in Libanon gibt es solche Menschen."

 

"Die Amerikaner haben ihr eigenes Programm, das sich von dem Programm der Demonstranten unterscheidet. Sie provozieren und finanzieren die Unruhen.

Sie wissen bestimmt, dass die Zeitung "Washington Post" berichtete, die US-Behörden hätten der syrischen Opposition sechs Millionen Dollar gegeben, damit sie ihre Ziele erreicht: den großen Nahen Osten zu spalten, wobei die Widersprüche zwischen verschiedenen Konfessionen ausgenutzt werden sollten. ...

Washington will Streitigkeiten in unserer Region provozieren, damit sich Syrien und Libanon sowie andere Länder der Region spalten und geschwächt werden. Damit Israel zum stärksten Land in der Region wird und Ruhe hat."

 

"Dieser Plan wird unbedingt scheitern. Ich kann nicht behaupten, das würde in einer oder zwei Wochen, oder in einem oder zwei Monaten passieren. Ich kann nur sagen, dass der Staat entschlossen ist, als Einheit weiterzubestehen und seinen Ruf zu verteidigen. Niemand darf die Autorität des syrischen Staates infrage stellen und einen bewaffneten Aufstand in Syrien provozieren. Es wurde beschlossen, diesen Personen Widerstand zu leisten, wobei alle Möglichkeiten zum Einsatz kommen sollten." 

 

(Hervorhebungen nicht im Original)

 

Der ganze Text steht hier:

 

http://de.rian.ru/opinion/20110823/260235355.html

Veröffentlicht in Naher-Mittlerer Osten

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<br /> <br /> Diese CIA-gesteuerten "Spontanerhebungen" rund ums südliche Mittelmeer branden wie ein Demokratie-Tsunami von West nach Ost. Es wird spannend zu erleben, ob die Bollwerke des Westens Israel und<br /> die Türkei unbeschadet durch dies politische Naturereignis kommen, oder ob sie sich gar selbst "an die Köpfe kriegen" werden? Machen wir uns nichts vor: Diese Kolonialkriege können durchaus zum<br /> Beginn eines Weltkrieges werden. Die USA werden nicht sang- und klanglos in die Kiste springen, wenn sie pleite sind, sie werden vielmehr um alles oder nichts spielen, das liegt ihnen, besonders<br /> dann, wenn die Risiken ungleich verteilt sind...<br /> <br /> <br /> <br />
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