Artikel teilen! Nachhaltige Entwicklung ? Ein Beispiel aus Kuba.: Eine beliebte Modevokabel ist "nachhaltige Entwicklung". Mir sträuben sich die Nackenhaare, we ...
Eine beliebte Modevokabel ist "nachhaltige Entwicklung". Mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich das Wort höre oder lese. Die kapitalistischen Zentren quellen über von Ramschprodukten, die kein Mensch wirklich braucht und die mit aller aufbietbaren Rafinesse dennoch ans Publikum gebracht werden. Jedes Jahr eine neue Handy-Generation. Immer noch gefinkelterer Firlefanz. Die allgegenwärtigen Plastikverpackungen der Supermarkt-Waren sind oft aufwändiger als das Produkt selbst. "Nachhaltige Entwicklung" im Kapitalismus - lächerlich. Das Zentralmotiv kapitalistischen Wirtschaftens, aus Geld mehr Geld zu machen, macht jede "Umweltpolitik" zur Karikatur und diese selbst noch einmal zu einen Geschäft. Nachhaltige Entwicklung geht nur, wenn die vernünftigen Bedürfnisse der Menschen - ja, die vernünftigen, die unvernünftigen nicht ! - die Produktion bestimmen und die naturwüchsig entstandene Wechselbeziehung Mensch - Natur angesichts ihres ungeheuer gewachsenen Umfangs endlch einer vernünftigen Planung unterworfen wird. Und eben gesamtgesellschaftliche Planung geht im Kapitalismus nicht. Das geht nur im Sozialismus. Dort muss es auch erst gelernt werden und gibt es auch keine Ideallösungen von heute auf morgen. Aber die Grundbedingung für die Realsierung ist vorhanden: das gemeinschaftliche Eigentum, das Planung im gesamtgesellschaftlichen Massstab überhaupt erst möglich macht.
Hier ein kleines Beispiel aus Kuba, - undenkbar in den umliegenden lateinamerikanischen Staaten, in denen noch das Chaos der unbeschränkten Freiheit der Märkte herrscht.
Der Text stammt aus derGranma: http://www.granma.cu/aleman/kuba/8jul-bosque.html
Über ein Viertel der Fläche Kubas ist mit Wald bedeckt
Lino Luben Pérez
Dank der auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Landespolitik nehmen Waldflächen 26,2 % der Fläche Kubas ein, informierte die Präsidentin der Umweltagentur, Gisela Alonso
Domínguez.
Fast die Hälfte der Waldflächen sind Naturschutzgebiete, 31 % dienen hauptsächlich der Holzproduktion und 21,7 % der Erhaltung, erklärte die Spezialistin auf der internationalen Konvention über Umwelt und Entwicklung.
Das schrittweise Anwachsen der Bewaldung der Insel sei im Wesentlichen auf die Anwendung eines Landesprogramms der Aufforstung und des rationalen Gebrauchs der Landflächen zurückzuführen, äußerte sie.
Als 1959 die Revolution siegte, betrug der Waldanteil nur 14 % der Fläche Kubas, es herrschte die extensive Landwirtschaftsproduktion vor; die Gewässer, das Relief und die Vegetation zeichneten sich durch ihre Degradierung aus und Abfallstoffe wurden nicht aufbereitet, wie aus den Statistiken hervorgeht. (AIN)
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Dennoch wird Kuba mit Geldern aus Canada schnellwachsende Baumplantagen anpflanzen, denn sie brauchen Holz in enormen Mengen, und das seit 50 Jahren. Es wird eingeführt, aber es reicht nicht für den Häuserbau bzw. Rekonstruktion, Buchdruck...
"Dennoch" ?
Kuba braucht größere Waldflächen, die nachhaltig sind. Was sind da 30%? Die Baumplantagen scheinen eine Art Notlösung zu sein und haben mit Nachhaltigkeit nichts zu tun, um endlich mal genügend Holz zu haben. Aber das verwundert auch keinen, entweder kein Geld, kein Ansinnen wegen zu großer Bürokratie oder eben einfach zu faul
zu arbeiten. Sie müssen ja nicht arbeiten, kenne ich doch aus der DDR.
Hallo Gunther,
ich weiß ja nicht, aber innerhalb von 50 Jahren den Anteil der Waldfläche von 14% auf 26,2% zu erhöhen, ist keine unerhebliche Leistung, mit Faulheit hat das nichts zu tun. Wie die Wälder gestaltet sind ist zwar eine andere Frage, aber auch da gibt es sicher Unterschiede. Diese gibt es übrigens auch hierzulande, so finden sich zum Beispiel im Ostharz zum großenteils Mischwälder, im Westharz hingegen Monokulturen Nadelwald. Nicht das es diese im Osten nicht gibt, denn so ein Baum braucht seine Zeit um entsprechendes Nutzholz zu produzieren, aber es sollte nicht vergessen werden. Und die Holzproduktion geht bei Nadelhölzern hierzulande eben schneller als bei Laubbäumen.
Auch ist die Unterstellung von Faulheit völlig fehl am Platz, das sind die Menschen in Kuba sicher genauso wenig, wie es die Menschen in der DDR gewesen sind. Dabei kann wohl kaum ein ehemaliger DDR-Bürger behaupten, dass es in der BRD weniger bürokratisch zugeht als in der DDR, eher ist das Gegenteil der Fall, genauso sieht es mit dem Geldmangel aus. Dieser ist im Allgemeinen heute wesentlich größer als in der DDR, jedenfalls in der Bevölkerung und für deren Interessen. Das dabei eine ständig wachsende Zahl von Menschen der Arbeit ferngehalten wird, hat übrigens auch nicht mit Faulheit zu tun, aber sehr wohl mit dem System des Kapitals, welches den Menschen nur als Verwertungsgegenstand braucht, nicht aber als aktives Subjekt gesellschaftlichen Seins.
Aber wie schon geschrieben, die Aufholzungsanstrengungen in Kuba sind beachtenswert, dass dieses in seiner Bedeutung herunter gespielt wird, ist zwar nicht angebracht, aber verständlich, wenn das System des Sozialismus diskreditiert werden soll. Das dabei die Rahmenbedingungen außer acht gelassen werden, unter denen auch solche Erfolge erzielt werden, ist nicht ungewöhnlich. Das Kuba seit Jahrzehnten unter US-amerikanischen Sanktionen zu leiden hat und sich die Wirkungen dieser Sanktionen nach Zusammenbruch des sozialistischen Lagers verschärften, spielt in solchen Beurteilungen keine Rolle. Wird dieses in der Betrachtung aber berücksichtig, so kann erst ermessen werden mit welchen Anstrengungen es verbunden sein muss, die Waldfläche des Landes in dieser Zeit fast zu verdoppeln. Dabei sind die Ursachen der geringen Bewaldung Kubas im US-amerikanisch dominierten System vor der kubanischen Revolution zu sehen, wo es hauptsächlich um den Anbau von Monokulturen für den US-amerikanischen Markt ging. Es war kein einfaches Erbe was die Kubaner übernommen haben und es ist bewundernswert was dieses Volk unter diesen Bedingungen erreicht hat.
Und um auf unser eigenes Land zurückzukommen, von den sozialen Standards, welche wir in der DDR hatten, können wir heute nur noch träumen!
Übrigens wenn von Nachhaltigkeit geschrieben wird, so sind weniger die Flächen selbst gemeint, sondern die Bewirtschaftung und wenn der Waltbestand zunimmt, so ist das von der Sache her an sich schon nachhaltig. Nachhaltigkeit ist immer der Tat des Menschen geschuldet!
Hallo,
warum denn eine so lange Antwort, wegen ein paar Bäume?
Faulheit ist eine Tatsache, und das die Arbeitsproduktivität in Kuba sehr schlecht ist, ist bekannt. Auch wenn es schmerzt, muss es gesagt werden dürfen. Du/Sie können mit dem Klassenstandpunkt argumentieren, dass in Deutschland die "Menschen nur als Verwertungsgegenstand braucht, nicht aber als aktives Subjekt gesellschaftlichen Seins." Die Menschen scheinen immer noch damit zufrieden zu sein, oder? Und wenn Kritik immer noch die Kritik des Klassenfeindes ist, dann hat Stalin den Raum immer noch nicht verlassen. Zitat: "Aber wie schon geschrieben, die Aufholzungsanstrengungen in Kuba sind beachtenswert, dass dieses in seiner Bedeutung herunter gespielt wird, ist zwar nicht angebracht, aber verständlich, wenn das System des Sozialismus diskreditiert werden soll." Dafür konnte man in der DDR als Abweichler in den Knast kommen, nur mal so am Rande. Waren ja nur 2 an der Zahl...
Sie können mir unterstellen was Du/Sie wollen, aber mit den äußeren Bedingungen sind immer alle Missstände begründet worden, heute wie seit Jahrzehnten steht Kuba kurz vor dem Kollaps. Erst seit Raul soll Kuba von einer Verteilungsgesellschaft zu einer Produktionsgesellschaft umgebaut werden, und so werden in Kuba Werkzeuge für die Landwirtschaft hergestellt. In nationalen Pesos verkauft, endlich, nach 50 Jahren Revolution.
Die Flächen, die vom Klimawandel im Besonderen betroffen sind, werden zu Wüsten. Da gibt es in Kuba noch sehr viel zu tun, mal ohne Klassenstandpunkt gesprochen.
Übrigens: Ich habe gehört, dass es in Berlin großes Interesse an Marx gibt, ich hoffe auf die studentische Jugend, auf einen lebendigen Marxismus!
Warum keine so lange Antwort? Und da ich nicht genau weiß wir viele Zeichen hier eine Antwort haben darf und gelegentlich schon Teile einer Antwort verschwanden, werde ich meine Antwort Teilen.
Hier Teil I.
Nun Gunther,
ist Arbeitsproduktivität alles und hat Faulheit damit etwas zu tun? Sicher nicht und entscheidend ist dabei auch wie sie bewertet, gewertet, gemessen wird. Das hat auch weniger mit einem Klassenstandpunkt zu tun, als vielmehr mit gesellschaftlicher Realität, mit wirtschaftlicher Entwicklung, mit technologischem Fortschritt. Wobei ein Klassenstandpunkt durchaus wünschenswert ist, er ist sogar Realität, nur nicht all zu oft bei den Ausgebeuteten, diese lassen sich all zu oft vom gegensätzlichen Standpunkt vereinnahmen.
Das hat sicher Ursachen, doch hatte ich nicht mit einem Klassenstandpunkt argumentiert, höchstens ausgehend von einem solchen.
Und um noch einmal auf Faulheit zurückzukommen, so sind die Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft fauler, als jene in einer sich entwickelnden sozialistischen, sei hier einmal als These in den Raum gestellt. Hat etwas mit der Motivation zum Handeln zu tun, letztlich braucht der Sozialismus die freie und bewusste Disziplin, das ist eine ganz andere qualitative Entwicklungsstufe, als in allen vorherigen Gesellschaftsformationen, außer der Uhrgesellschaft. Heute regiert die Disziplin des Geldes, mittel Geld werden Menschen diszipliniert, belohnt, bestraft, gelenkt, geleitet, auch gegen ihren eigenen Willen. Das ist aber eine andere Geschichte, nur sollte Mensch nicht versäumen zu fragen, warum er unter Umständen das eine macht und das andere sein läst, obwohl es seinem Interesse eher entsprechen würde.
Die Macht des Geldes wird durch die Eigentumsverhältnisse bestimmt und in dieser Gesellschaft noch durch die verschiedenen Klitsches begleitet, darunter eben auch das von Faul und Fleißig. Und überlegen wir einmal, unter welchen Gesichtspunkten werden Menschen in Faule und Fleißige geschieden?
Auch wird die Arbeitsproduktivität gern mit hinzugezogen, was oberflächlich betrachtet auch funktionieren kann, aber eigentlich nichts mit faul oder fleißig zu tun hat. Es sind die objektiven Zwänge kapitalistischen Wirtschaftens, welche Menschen diese Attribute zuordnen. In der Regel gelten jenen als Fleißig, welche über ein Einkommen verfügen, also es geschafft haben ihre Arbeitskraft zu verkaufen, sie waren erfolgreich am Arbeitsmarkt. Desto besser, desto Fleißiger und am Fleißigsten sind die, welchen es gelingt ohne eigenes dazutun Reich zu sein.
Das Attribut der Faulheit wird hingegen jenen angehängt, welchen der Verkauf der Arbeitskraft nicht gelingt und welche somit auf die Unterstützung der Gesellschaft angewiesen sind und das unabhängig von ihren Fähig- und Fertigkeiten. Wer sich dann noch besonders ins Zeug legt, sich anpasst, unterordnet und am besten seine Arbeitskraft verschenkt, wird besonders gelobt, aber nur solange er gebraucht wird, seine Arbeitskraft etwas verwertbares ist. Wenn dieses nicht mehr der Fall ist, wird auch dem Träger dieser Arbeitskraft das Attribut Faul angeheftet.
Was aber gesellschaftliche Realität ist, muss auch als gesellschaftliche Realität der Ursache und Wirkung nach erkannt werden, gegenwärtig werden gerade solche Zusammenhänge noch gut verdeckt. Und ob die Menschen damit zufrieden sind, nun ja, zufrieden sind immer weniger, Alternativen sind hingegen kaum am Horizont sichtbar, aber es wird immer intensiver nach diesen gesucht. Blind auch jene, welche wachsende Unzufriedenheit nicht erkennen, diese wird übrigens von den verschiedensten Seiten attestiert, die Ursachen hingegen verschieden benannt und interpretiert. Aber selbst von der Erkenntnis zur Lösung ist es oft ein weiter Weg. Dabei sind die Menschen auf der Suche nach solchen Wegen, die meisten innerhalb des kapitalistischen Systems und einige auch außerhalb dieses Systems, manche zurück- und manche nach vorn gewand. Dass in diesem Zusammenhang in die verschiedensten Richtungen gedacht wird, verwundert nicht, es entspricht dem Bewusstseins- und Erkenntnisstand der alternativ Denkenden.
Nun gehöre ich einer Klasse an und habe einen Klassenstandpunkt, welchen ich zumindest versuche mittels des dialektischen und historischen Materialismus zu vertreten.
Da ein Klassenstandpunkt im System des Kapitals aber nicht gewollt ist, fördert er doch eine Bewusstseinsentwicklung welche taugt bestehende Gefüge ins wanken zu bringen, wird er zum Argument gegen sich selbst erhoben, wie andere Begrifflichkeiten auch. Er wird als Keule geschwungen, - Klassenstandpunkt, nun ja, verpönt, gibt ja keine Klassen mehr, stammt aus der Vergangenheit und hat sich in der Gegenwart überholt, wir sitzen alle im selben Boot usw. usf. - Und wenn wir schon mal dabei sind, dann darf natürlich Stalin auch nicht fehlen, ein weiteres Argument welches Ablehnung zeugen soll, am besten Widerstand gegen die eigenen objektiven Interessen, im Interesse des Kapitals. Aber dem nicht genug, sind Menschen für solche Äußerungen „in der DDR als Abweichler in den Knast“ gekommen -. Nun ist der Sozialismus auf deutschen Boden Geschichte, aus dem Knast ist er aber nicht hinweggefegt worden. Allein aus diesem Grund taugt dieses Bild schon nicht, wird aber nichts desto trotz immer noch gebraucht, was sollte auch sonst gegen die DDR in Stellung gebracht werden, ihr Bildungssystem, ein verfassungsmäßig verbrieftes Recht auf Arbeit, ein kostenfreies Gesundheitssystem, gesetzliche Mindestrenten und noch einiges mehr. - Nein, in der DDR ging es in den Knast wenn die Meinung nicht konform war, ein Staat voller Gefängnisse, nein, der ganze Staat war ein Gefängnis und die Menschen wollten nur Freigang! - Nun haben sie diesen und können aus den verschiedensten Gründen doch nicht gehen, maximal der Arbeit hinterher. Nun ja, zugegebener Maßen ist die DDR nicht ohne Grund Geschichte und es ist Wert die Ursachen zu ergründen, auch war es nicht immer unbedingt förderlich, wenn Meinung nicht übereinstimmte, die persönliche Existenz war trotzdem gesichert. Aber was soll es, heute leben wir im Reich der Freiheit, demokratisch organisiert und verfügen über der Weißheit letzten Schluss.
Teil II.
Da dem so ist werden Kriege geführt, immerhin müssen Andersgläubige und -lebende mit westlichen Errungenschaften beglückt werden. Egal ob sie anderer Meinung sind, historisch gesellschaftlich andere Wege gegangen, oder nicht! Apropos Meinungsfreiheit, im Grundgesetz ist sie zwar verankert, in der Realität aber alles andere als Verwirklicht. Eine Meinung kann nämlich nur frei sein, wenn sie sich der Konsequenzen bewusst geäußert werden kann, das ist nun wirklich nicht der Fall. Dabei können Menschen sich der Konsequenzen nicht bewusst sein, oder verzichten auf ihre eigene Meinung, im Bewusstsein das Konsequenzen für sie nicht tragbar sind. In diesem Zusammenhang werden wir sicher auch verschiedene Vorstellungen von Freiheit haben.
Aber weiter im Text, letztlich sind es natürlich nicht nur die äußeren Bedingungen, nur sind diese in ihrer Rolle nicht zu unterschätzen (gerade in einer Welt, welche den Kampfbegriff der Globalisierung von den verschiedensten Seiten ausgiebig nutzt,) und es wird wohl kaum zu bestreiten sein, dass wirtschaftliche Entwicklung unter Boykot- und Blockadebedingungen nicht gerade optimal verlaufen kann. Und wenn Kuba nun schon „seit Jahrzehnten kurz vor dem Kollaps“ steht, so ist nicht nur die Frage zu stellen, warum das so ist, sondern auch warum das Land noch nicht kollabiert ist, was es ja nach westlichen Vorstellungen schon lange geschafft haben müsste? Liegen die Einschätzungen doch etwas daneben, werden gar falsche, dem gesellschaftlichem System nicht entsprechende Maßstäbe angesetzt? Wird mit einem Maß gemessen, welche dem Gegenstand der Betrachtung nicht gerecht wird, solle sich da etwa etwas entwickeln, welches mit den Maßstäben einer bürgerlichen Gesellschaft nicht zu messen ist? Wird sich gar etwas vorgemacht, ohne das historische Umfeld zu berücksichtigen, die Ausgangslage Kubas nach der Revolution, welche ja nicht aus Spaß an der Freud geführt wurde, sondern um die Lebensverhältnisse der Menschen zu verbessern! Und womit werden die Verhältnisse in Kuba vergleichen, mit den Lebensverhältnissen hierzulande, oder mit den in anderen lateinamerikanischen Ländern, z. B. mit dem Nachtbarland Haiti? Geht es den Menschen in Haiti ohne erfolgreiche Revolution besser, als den Menschen in Kuba? Als im Januar 2010 ein Erdbeben Haiti erschütterte, waren Kubanische Ärzte schon vor Ort und weiter Hilfe wurde dem Nachtbarland gewährt, ohne es vereinnahmen zu wollen, wie es zum Beispiel die USA praktizierten, nicht nur in dem sie Militär aufmarschieren ließ.
Nun kann ich nicht sagen wie die Entwicklung in Kuba weiter geht, fest steht aber, dass Kuba in den letzten Jahren eine schwere Entwicklung durchgemacht hat, nach dem die Unterstützung der sozialistischen Länder weggefallen ist und somit auch eine Möglichkeit internationaler Arbeitsteilung verschwand. Diese Situation verschärfte sich nicht unerheblich nach dem Sanktionen verschärft wurden und dem Land so mancher Zugang zum Weltmarkt verschlossen wurde, welcher für wirtschaftliche Entwicklung heute notwendig ist.
Um nun auf die Ergebnisse der Aufforstung zurückzukommen, wie im ersten Kommentar schon geschrieben, der geringe Waldbestand war ein Folge vorrevolutionären Wirtschaftens, also kapitalistischen, eine Folge sozialistischen Wirtschaftens ist die Aufforstung. Das bis jetzt erreichte gilt es sicher auszubauen, nur die vollbrachte Leistung in einem negativen Licht erscheinen zu lassen, ist reichlich daneben und negiert die damit verbundenen Anstrengungen. Ja, ein sozialistisch orientiertes Land kann eben keine Erfolge vorweisen, dass würde dem allgemeinem Segen, wie er über die kapitalistische Gesellschaft schwebt, zumindest in Frage stellen, wenn nicht gar einen alternativen Weg weisen.
Dabei können sie sicher eine Menge hören und auch lesen und wenn es in Berlin ein großes Interesse an Marx gibt, so wird dieses nicht umsonst so sein, nur ist Interesse gerade einmal der erste Schritt sich gesellschaftlichen Problemen aus einer anderen Richtung zu nähern. Lobenswert, aber Hoffen allein genügt nicht, denn erst wen die Hoffnung tot ist, dann beginnt das Leben!
Hallo Kucaf,
warum nur diese Bemühungen ... und Vergleiche mit dem Westen? Ich möchte auf vieles nicht eingehen, weil es den Rahmen sprengt.
"Hat etwas mit der Motivation zum Handeln zu tun, letztlich braucht der Sozialismus die freie und bewusste Disziplin, das ist eine ganz andere qualitative Entwicklungsstufe, als in allen vorherigen Gesellschaftsformationen, außer der Uhrgesellschaft." Welch wunderbarer Satz, Problem sind nur die Menschen, die durch ihr "freies und diszipliniertes Handeln" die nächste Stufe eben nicht erklommen haben. Das finde ich dramatisch, deshalb macht es auch keinen Sinn daran pauschal festzuhalten. In einer Frühphase des Sozialismus muss wohl eher ein gewisser Zwang hergestellt werden, sonst "verrottet die Gesellschaft", um mit den Worten des Blogautors zu sprechen. Wie viele Wessis haben damals gesagt: "Wir müssen erstmal sehen ob ihr arbeiten könnt." Und es stimmte auch, die Arbeitszeit ist oft nicht ausgelastet worden. Soll das etwas wieder geschehen? Soll das die Alternative sein? Immer nur zu hoffen, zu appellieren? Das ist gescheitert.
Historisch gesehen ist das Problem mit dem Fleiß im Sozialismus tatsächlich ein Problem, dass im Stalinismus der SU, China, Nordkorea und Vietnam mit erzieherischen Maßnahmen durchgeführt wurde, es hieß Arbeitslager. Heute ist man weiter, wegen der mangelnden Identifikation mit der Arbeit in Kuba wird eben wieder teils Kapitalismus hergestellt, der eben klare Regel aufzeigt. Die Guten und Fleißigen gehen zum Privaten, weil sich dort Leistung lohnt. Da ist der Klassenstandpunkt völlig bedeutungslos, die Menschen machen das einfach. Was ist dann wohl mit dem Rest? Zuerst kommt der Fleiß, die Arbeit, dann die Investitionen in bessere Maschinen um die AP weiter zu steigern, der Ausgangspunkt ist aber jeder Kubaner erstmal selbst und dann die von außen aufgezwungenen Verhältnisse. Niemand hat Kuba verboten eigene Spaten herzustellen, das hat der bürokratische Staat geleistet bzw. 50 Jahre verwehrt.
Die Kubaner vergleichen sich selbst mit den entwickelten Staaten Europas, sie wollen mehr und können auch viel mehr.
"Das bis jetzt erreichte gilt es sicher auszubauen, nur die vollbrachte Leistung in einem negativen Licht erscheinen zu lassen, ist reichlich daneben und negiert die damit verbundenen Anstrengungen." Ein Kommentar ist ein Kommentar, ist ein Kommentar... der nicht unbedingt den Inhalt des Artikels wiederholen muss, deshalb ist der Verweis auf Einseitigkeit irrelevant.
Meine Antwort, wieder in zwei Teilen:
Teil I.
Hallo Gunther,
nun soll sich nicht bemüht werden, warum nicht und wieso keine Vergleiche mit dem Westen? Und das Viele, auf welches nicht eingegangen wird, weil es den Rahmen sprengen würde, wäre vielleicht sogar ganz interessant. Wobei … welchen Rahmen? Im Regelfall kommt das Argument des Rahmensprengens immer dann, wenn es an Argumenten fehlt, also ein Rahmen nicht einmal gefüllt werden könnte. Nun möchte ich nicht unterstellen dass dem so ist, einen Rahmen hingegen gibt es nicht, wenn er nicht im Voraus gezeichnet wurde. Oder Sepp?
Und es gelingt mir sogar mal einen „wunderbaren Satz“ zu formulieren (danke für die Blumen), wobei in der Gesellschaft immer die Menschen das Problem sind, ein anders Problem hat eine Gesellschaft kaum, wenn es denn ein Problem ist. Die Motivationen zum Handeln hingegen können durchaus sehr unterschiedlich sein, wobei es immer eine gesellschaftlich dominierende gibt.
Frei und bewusste Disziplin setzt nicht nur einen entsprechenden Entwicklungsstand des Bewusstseins voraus, sondern erfordert auch entsprechende gesellschaftliche Verhältnisse, welche begünstigend auf die allseitige Entwicklung der Menschen wirkt. Die Voraussetzungen dafür sind zwar in der kapitalistischen Gesellschaftsformation heute schon gegeben, allein ihre Umsetzung scheitert an den dominierenden gesellschaftlichen Verhältnissen selbst. Somit ist weniger der Mensch das Problem, sondern die Verhältnisse in welchen er lebt!
Was „freies und diszipliniertes Handeln“ anbelangt, so sind dafür also Voraussetzungen zu erfüllen. Andererseits sollte das gegenwärtige Element zur Disziplinierung nicht unterschlagen werden und dieses ist in der kapitalistischen Gesellschaft eben Geld! Wenn dieses Instrument an Wirkung nachlässt, da immer weniger Menschen Zugang zum Geld haben, wird auch zu anderen Mitteln gegriffen, in jedem Fall wird mir den Ängsten der Menschen gearbeitet. Nicht nur in diesem Zusammenhang ist Bildung eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Veränderungen, Bildung also, welche bewusst einem Grossteil der Bevölkerung vorenthalten wird. Somit kann auch nicht erwartet werden, dass Menschen freie und bewusste Disziplin an den Tag legen, wenn sie in einer Welt der Disziplinierung leben, in diese hineingeboren wurden, ihr entstammen. Es ist da Neue aber auch Notwendige was schwer zu machen ist!
Nun ist gesellschaftliches Sein den verschiedensten Einflüssen geschuldet, verschiedene Interessen spielen eine Rolle und es wirken die verschiedensten Widersprüche. Wie sich die Machtverhältnisse in einer Gesellschaft auch immer darstellen, so werden die an der Macht beteiligten bemüht sein ihre Macht zu erhalten und ihren Gegenspieler zu beherrschen. In diesem Zusammenhang kam es in der Vergangenheit durchaus vor, dass bei gleich starken Gegenspielern die Macht geteilt wurde. Dieses ist zum Beispiel der Ursprung der Gewalltenteilung, welche heute gern hochgehalten und als bürgerliche Errungenschaft gepriesen wird, aber praktisch ohne Wirkung ist. Dabei entsprach sie ursprünglich einer gesellschaftlichen Notwendigkeit, mit welcher keine beteiligte Seite so recht zu frieden war. Später wurde ein Element der Herrschaft daraus, was vordergründig der Verschleierung der eigentlichen Machtverhältnisse diente. Ein Beispiel für Gewalltenteilung findet sich nach der bürgerlichen Revolution in England, das Bürgertum ging zwar siegreich aus den Auseinandersetzungen hervor, konnte sich aber nicht endgültig gegen den Adel durchsetzen und so wurde die Macht geteilt. In der französischen Revolution sah es schon anders aus, dort errang das Bürgertum die Macht und konnte den Adel gänzlich in seiner Bedeutung zurückdrängen. In Deutschland hat es nie eine erfolgreiche bürgerliche Revolution gegeben, das Kapital hat die Macht nach und nach übernommen, in dem es sich mit dem Adel leierte.
Wo es aber Macht gibt, wo es Gewallt gibt, selbst wenn diese geteilt wird, hat sie doch einen Adressaten. Die Gewalltenteilung sorgt in einer Pattsituation für einen Interessenausgleich unter den Gewallt teilenden, aber nicht zwischen diesen und der ausgebeuteten Masse.
Dabei muss auch in der „Frühphase des Sozialismus“ sicher kein „gewisser Zwang hergestellt werden“, da „sonst … die Gesellschaft“ verrottet, sondern um die Machtverhältnisse zu gestallten.
Wie im gegenständlichen Kommentar wird gern ein klischeehaftes Bild vom Sozialismus gezeigt, wirkliche wirtschaftliche Entwicklung spielt keine Rolle, dass die DDR zehntgrößte Industrienation war wird ignoriert und die Verhältnisse in der DDR mit westlichen Maßstäben gemessen.
Die Menschen im Osten konnten schon arbeiten und das gut und qualifiziert, aber es sollte auch keiner annehmen, dass das verfassungsmäßig verankerte Recht auf Arbeit zum Nulltarif zu haben gewesen wäre. Da die DDR als Industrienation im internationalen Wirtschaftsgefüge eingebunden war, hatten auch die Gesetzmäßigkeiten des kapitalistischen Wirtschaftens Einfluss auf die wirtschaftlichen Entwicklungen, daraus ergaben sich durchaus Widersprüche für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Das aber nicht allein, denn es sei auch an Embargos erinnert, welche es zumindest erschwerten moderne Technologien im Rahmen internationaler Arbeitsteilung zu erwerben. Auch wurde über Jahre hinweg zu wenig in die produktive Akkumulation investiert und mehr in die nichtproduktive Akkumulation, dass wurde zwar erkannt, letztlich aber zu spät!
Teil II.
Natürlich spielt in solchen Betrachtungen auch die Arbeitsproduktivität eine Rolle und da diese niedriger war als in der BRD lässt sich mit vulgärem ökonomischem Verständnis darauf schließen, dass die Menschen fauler waren als in der BRD. Die Ursachen für niedrigere Arbeitsproduktivität spielen in solchen Betrachtungen in der Regel genauso wenig eine Rolle, wie die Ermittlung derselben. So gab es in der DDR viele Betriebe welche unter kapitalistischen Bedingungen geschlossen wären, nur um dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf Arbeit gewährleisten zu können. Diese Betriebe waren in der Regel technologisch überaltert, was aber sicher nicht auf Faulheit der Beschäftigten schließen lässt, sondern ganz im Gegenteil! Grundsätzlich war die Politik in der DDR am allgemeinem Wohl der Menschen orientiert, in der BRD hingegen den Kapitalinteressen geschuldet. Letztlich wurde der gemeinsam erwirtschaftete Reichtum anders verteilt, er kam allen Menschen zugute. Und wenn schon die Frage gestellt wird, „soll das die Alternative sein? Immer nur zu hoffen, zu appellieren?“ so kann ich nur sagen, in der DDR waren die Lebensgrundlagen der Menschen, und das bei allen Mängeln die das System durchaus hatte, gesichert. In neudeutschen Zeiten, nach der Wende, da brach die Zeit des Hoffens und Appellierens an! Das System des Kapitals lebt sogar von der Hoffnung und Appellen, wobei am besten von enttäuschten Hoffnungen und ungehörten Appellen! Und genau betrachtet, sind die Menschen im kapitalistischen System wirklich fleißiger, weil sie modernere Technologien nutzen, und damit über eine höhere Arbeitsproduktivität verfügen, aber Millionen auf der Straße sitzen, hoffend und flehend nach Arbeit ringen, welche ein Leben über die bloße Existenz hinaus ermöglicht?
Und wenn schon das Attribut historisch verwandt wird, dann doch Bitte unter Berücksichtigung konkret historischer Gesichtspunkte. Dabei spielen die gesellschaftlichen Verhältnisse, zuvorderst die Produktionsverhältnisse eine entscheidende Rolle und zwar die vorgefundenen. Wie stellte sich die Situation in der SU, in China, Nordkorea und Vietnam nach der Revolution, aber auch vor dieser da? In der Regel befanden sich diese Staaten auf feudalem Entwicklungsstand, kapitalistische Verhältnisse waren unter Umständen im Keim vorhanden, aber auch das koloniale Erbe mit seinen Folgen war erdrückend. Auch das hat nichts mit Faul und Fleißig zu tun, sondern mit dem Vermögen sich technologischen Erfordernissen anzupassen.
Und machen wir uns nichts vor, über Jahrtausende hat die Natur das Leben der Menschen bestimmt, die Arbeit folgte dem Wetter, der Tag gab den Rhythmus an. Mit der Entwicklung des Kapitalismus ändert sich dieses für die Masse der Bevölkerung und die Technologie im Produktionsprozess begann den Tagesablauf des Menschen zu bestimmen. Der Mensch wird des gewohnten entwöhnt und muss für technologische Abläufe diszipliniert werden. Das war im Mutterland des Kapitals nicht anderes, wobei dieser Prozess nicht von heut auf morgen verläuft und durchaus ein bis zwei Generationen ins Land gehen können. Nebenbei sei hier auch an die englischen Arbeitshäuser erinnert, wo selbst Kinder an den Webstühlen 8 -18 Stunden schuften mussten. Der relativ schnelle Aufholprozess der deutschen Wirtschaft in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts ist übrigens auch dem Umstand geschuldet, dass die deutschen Männer durch den Militärdienst schon gut diszipliniert waren. Der preußische Militarismus hatte so eine Vorarbeit für die schnelle Wirtschaftsentwicklung im Land geleistet. Ohne aber die konkrethistorischen Ursachen zu betrachten, ohne die vorgefundenen Verhältnisse zu berücksichtigen, kann leicht geurteilt und verurteilt werden. Und gerade die kapitalistische Entwicklung zeigt sehr gut, wie Menschen den technologischen Erfordernissen angepasst wurden und werden, dabei hat sich die technologische Entwicklung heute so weit vollzogen, das der Mensch in die Lage versetzt wird, die technologische Entwicklung seinen allgemeinen Bedürfnissen anzupassen. Auch wenn von „mangelnder Identifikation mit der Arbeit“ geschrieben wird, so ist es gerade ein Zeichen des Kapitals den Menschen seiner Arbeit zu entfremden. Die Arbeitskraft ist eine Ware, diese wird verkauft, diese wird gekauft, diese wird gehandelt und letztlich konsumiert. Das Produkt ist dem Menschen fremd, es befriedigt nicht seine Bedürfnisse, ganz im Gegenteil, einzig der Erlös aus dem Verkauf seiner Arbeitskraft ist ein Mittel zur Befriedigung seiner Bedürfnisse. Diese Bedürfnisbefriedigung erfolgt in der Regel auch mittels Warenaustausch, dabei sind nicht nur Produkte Waren, sondern auch Dienstleistungen bis dahin soziale Verhältnisse in ein Wahrenverhältnis zu pressen. Im Sozialismus hingegen schwindet der Wahrencharakter, nicht nur das Produkte und Dienstleistungen unentgeltlich zur Verfügung stehen oder subventioniert werden, sie werden auch unabhängig von Person, Status, Einkommen etc. gewährt. Als ein Beispiel sei hier das kostenfreie Gesundheitssystem der DDR genannt, welche sicher nicht umsonst war.
Aber um zum Thema zurück zu kommen, es ist eine Illusion anzunehmen, das sich bei einem Privaten Leistung lohnt, allein die wachsende Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse lässt eine solche Argumentation ins leere laufen. Und sicher kann nicht behauptet werden, dass es keine Privaten wären, die solch miserablen Löhne zahlen, das die Beschäftigten davon ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können, sonder auf staatlich Zuschüsse angewiesen sind. Somit lassen sich die hier bezeichneten Guten und Fleißigen auf die unterordnungswilligsten und angepasstesten zurückführen. Wer seinem Herrn gut dient, wird gelobt, wird er nicht mehr gebrauch, fällt er ohne Umwege in die Gruppe der Bösen und Faulen, die grenzen sind fließend und da die Menschen in der DDR in der Regel keinem kapitalistischen Herrn dienten, müssen sie eben Faul gewesen sein! Ja Gunther, die von ihnen verbreitet und auf Kuba angewandte Logik, Fleißig sind nur jene, welche dem Kapital dienen und wer etwas auf sich hält, stellt seinen Fleiß den Privaten zu Verfügung, alle anderen sind Verdammt und gelten weiterhin als Faul. Das nenne ich Klassenstandpunkt, zwar keinen proletarischen, aber immerhin ein praktizierter.
Und noch eins, ich kann nicht sagen ob in Kuba Spaten hergestellt werde oder nicht, aber auch eine jede Bürokratie, wenn es denn eine ist, kann nur mit den Mitteln agieren, welche ihr zur Verfügung stehen. Dabei kann der Staat noch soviel investieren, noch so hervorragende produktive Leistungen zeugen, wenn diese Güter sich nicht als Waren am Warenmarkt verwirklichen können, da sie unter ein Embargo fallen, sind sie wertlos. Embargos sind keine Einbandstraße, in der Regel wird dem betroffenen Land der Zugang zu modernen Technologien, bestimmten Waren etc. verwert, aber auch der Warenhandel in die andere Richtung unterbunden. Töricht ist es auch eine Volkswirtschaft losgelöst zu betrachten, den Stand der internationalen Arbeitsteilung zu vernachlässigen und den sich fortsetzenden Konzentrations- und Zentralisationsprozess der Wirtschaft zu negieren.
Auch kann ich nicht sagen mit welchen Ländern sich Kubaner vergleichen, wobei durchaus davon auszugehen ist, dass im Allgemeinem realistische Bezüge gewählt werden, welche in erster Linie in Lateinamerika zu finden sind. Den einen oder anderen Vergleich mit Europa möge es aber auch geben, nur was soll damit bezweckt werden, das es ohne Revolution den Menschen dort so gehen würde, wie den Menschen in Europa? Einmal davon abgesehen ob das wirklich so gut wäre, könnten für Kuba ohne Revolution eher Verhältnisse wie in Haiti möglich sein. In me
Hallo Thomas.
Du musst einen dritten Teil machen. Overblog hat den Rest angeschnitten.
Traurig aber nicht von der Hand zu weisen, es hat den Anschein das ich unpraktisch geteilt habe und der letzte Absatz zum Teil verloren gegangen ist. Der Vollständigkeit halber hier die letzte zwei Absäte:
Auch kann ich nicht sagen mit welchen Ländern sich Kubaner vergleichen, wobei durchaus davon auszugehen ist, dass im Allgemeinem realistische Bezüge gewählt werden, welche in erster Linie in Lateinamerika zu finden sind. Den einen oder anderen Vergleich mit Europa möge es aber auch geben, nur was soll damit bezweckt werden, das es ohne Revolution den Menschen dort so gehen würde, wie den Menschen in Europa? Einmal davon abgesehen ob das wirklich so gut wäre, könnten für Kuba ohne Revolution eher Verhältnisse wie in Haiti möglich sein. In meinen vorigen Kommentar hatte ich auf einige diesbezügliche Unterschiede aufmerksam gemacht.
Letztlich ist ein Kommentar ein Kommentar, was auch sonst, nur werden mit Kommentaren Ziele verfolg, er hat einen Zweck, welcher nicht immer gleich offen zu Tage tritt. So hat auch mein Kommentar sicher einen Zweck, selbst wenn dieser darin bestehen sollte, die Einseitigkeit eines anderen Kommentars aufzuzeigen. Aber so hat jeder seinen Standpunkt, Klassenstandpunkt vielleicht, welcher sich gegebenenfalls aus dem Kommentar ersehen lässt. Und sicher muss ein Kommentar nicht den Inhalt des Artikels wiedergeben, aber ein Kommentar ist auch mit Wertungen verbunden, gerade auch bei Ihnen Gunther!
Hallo Sepp,
den Kommentar Nr. 11, wie auch diesen kannst Du getrost löschen, hat sich gedoppelt.
Gruß
Hallo Thomas.
Ist gemacht. (Ich hatte die Kommenatre nur freigeschaltet, aber noch nicht gelesen.)
1-5
Natürlich enthalten Kommentare Wertungen und auch einen Zweck, dennoch können Kurzkommentare keine gesellschaftlichen Vorgänge und Bewegungen beschreiben, zumal dies auch nicht beabsichtigt war. Nur scheint sich mir in Anspielung des Klassenstandpunktes die Geschichte politischer Verfolgung zu wiederholen, wenn man sich die Statements mal so durchliest. Der Verweis auf "vulgäres ökonomisches Verständnis" kann nur köstlich amüsieren. Es ist auch nicht einzusehen warum nun Abhandlungen des hdM oder Marxscher Arbeitswertlehre fortwährend gebracht oder wiederholt werden sollen nur um die Neugier anderer Blogteilnehmer zu bedienen oder zu stillen. Sich den Eindruck der Überlegenheit des Sozialismus in den fortschrittlichen Staaten nicht entziehen zu können, die Vorzüge der sozialistischen Produktionsweise in Form der Propaganda getätigt zu haben, aber dennoch reflektierend nur ein vulgäres sozialistisches Warenangebot generiert zu haben, können solche einseitigen Vorstellungen zu Monologen mutieren, die ohne praktischen Bezug anstehende Probleme nicht lösen, und so nur ein Schmunzeln auf mein Gesicht zaubern. Das deshalb diese große Sache, die des Sozialismus, für den Kommentator logischerweise eine schwere und komplizierte Aufgabe ist, soll nicht unerwähnt bleiben.
Den Menschen in der DDR waren diese einseitigen Bekundungen mit sich stets wiederholenden Attributen der Selbstüberschätzung und Beweihräucherung (Personenkult) aber auch der einseitigen ideologischen Konditionierung (Parteiideologie), militärischen Mobilmachung, politischer Gesinnungsjustiz, politischer und ideologischer Appelle und Kampfdemonstrationen ein Dorn im Auge. Schon damals erlag die SED einem "fatalen Irrtum", die Wirtschaftspolitik nicht in Realpolitik umgesetzt zu haben. Ein Systemfehler? Einfach nur immer und immer wieder zu spät kommend, zu spät erahnend?
Aber in der Führungselite war sich jeder selbst der Nächste, man hat fleißig in Wandlitz die Waren vom Klassenfeind konsumiert. Ein Hoch auf die Ausbeutung und Unterdrückung der Werktätigen im Westen! Ein Hoch auf die Solidarität! Gleichzeitig und immer die alten ideologischen Kampfformeln fürs Volk tröten, wie: Mein Arbeitsplatz ist mein Kampfplatz für den Frieden!" Vulgärmarxisten.
Aber jetzt mal zum Thema, zum Anfang seien mir einige Fragen erlaubt, die beantwortet werden können.
DDR: Welche Widersprüche außer den von Ihnen erwähnten Problemen in der DDR innerhalb des internationalen Wirtschaftsgefüge und dem Embargo gab es denn noch?
"Diese Betriebe waren in der Regel technologisch überaltert, was aber sicher nicht auf Faulheit der Beschäftigten schließen lässt, sondern ganz im Gegenteil! Das versteht man nicht, was soll das eigentlich heißen?
"Grundsätzlich war die Politik in der DDR am allgemeinem Wohl der Menschen orientiert, in der BRD hingegen den Kapitalinteressen geschuldet." Dennoch haben die Menschen in der BRD besser gelebt, wenn auch nicht alle. Verteilung in der DDR auf niedrigem Niveau, ich denke Kommunismus ist eine Überflussgesellschaft, in der die Werktätigen vor allem entfesselt und befreit arbeiten. Wo? Sind das nicht alles schöne Worte, Sonntagsreden, die auch der Bundespräsident gesagt haben könnte? Die Arbeitslosigkeit ist ein großes Problem in jedem kap. Staat. Komisch schon, dass der überlegene Sozialismus kaum High Tech zu Stande gebracht hat. Woran lag es? An der schlechten Bezahlung? Gleichmacherei? Wer hat die RGW-Staaten eigentlich dazu gezwungen keinen Technologie- und Entwicklungsfond zu gründen, in dem jedes Land Ressourcen einspeist, um dann die besten Maschinen zu konstruieren? Da hat jedes Land eigene Maschinen entwickelt, die wild herum exportiert wurden. SU-Drehmaschinen standen in DDR-Betrieben, während die besseren DDR-Maschinen in der SU standen. Und keine von denen konnte am Weltmarkt bestehen. Hauptsache Appelle an den proletarischen Internationalismus! Erstmal muss man seine eignen Fahigkeiten durch Fleiß abrufen, aber das stößt nicht auf Gegenliebe.
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Und wenn nun die Methode des hdM so komplex und bedeutend ist, die einzig wahre Methode ist, um die Entwicklungsgesetze von Gesellschaften nicht nur beschreiben zu können, sondern zu verändern, dann muss auch die Frage gestellt werden dürfen warum nicht die Arbeiterklasse das politische Subjekt, die Triebkraft dieser sozialistischen Gesellschaft, war? Obwohl hier anderes behauptet wurde.
"Die Marxdarstellung richtet sich in diesem Kapitel gegen das zentrale Vorurteil, das jede marxistische Analyse unserer Verhältnisse blockiert und die permanente psychologische Entwertung der für den Fortschritt notwendigen sozialistischen Ideale sanktioniert: weil wir von Marx kommen, hält alle Welt unsere Länder für sozialistisch, gar kommunistisch, obwohl sie es prinzipiell noch nicht sind. Es ist nicht einmal gerechtfertigt, sie – in Analogie zu der ersten Phase der kapitalistischen Ära – als "frühsozialistisch" zu bezeichnen. Im Frühkapitalismus sind bereits die grundlegenden Bestimmungen des späteren vollentwickelten kapitalistischen Formationscharakters gegeben, während bei uns die Vergesellschaftung als entscheidendes Formationsmerkmal des Sozialismus noch vollständig etatistisch verlarvt ist. Am genauesten ist ihre Charakterisierung als protosozialistisch, d. h. wir haben Sozialismus im Larvenstadium. Wenn ich statt dieses ungewohnten Fremdworts meist den eingebürgenten Ausdruck "real existierender Sozialismus" gebrauche und dabei auf die lästigen Anführungszeichen verzichte, so bleibt stete diese Bedeutung mitgedacht. Auf eine solche Distanz zur unkritischen Anwendung des Sozialismusbegriffs müssen gerade diejenigen den größten Wert legen, die von der Realität einer wirklich sozialistisch-kommunistischen Perspektive im Marxschen Sinn überzeugt sind.
Rudolf Bahro, Die Alternative, Zur Kritik des real existierenden Sozialismus"
In Erinnerung an die früheren Ausführungen über den Bürokratismus, gesellschaftliches Eigentum (nach bolchewistischer Lesart) und die alleinige Herrschaft der Partei des Leninismus (Bolchewismus), bereiten mir diese Verweise, aber auch Ihre wieder ein Schmunzeln, Kucaf.
Es geht nicht um einen Abriss historisch-ökonomischer Prozesse durch den hdM eines allgemeinen weltgeschichtlichen Phänomens, sondern um praktische Lösungen von gesellschaftlichen Fragen im Sozialismus. Typisch für Kommunisten, die sich damit sehr schwer tun, weil es die klassische Schwäche des Marxismus wiederspiegelt. Es gibt eben keine Blaupause für den Aufbau des Sozialismus und deshalb läuft der Autor des Kommentars auch auf Eiern. Zudem ist es eine Schwäche, wenn Kritik total gewertet wird, die für Mler nicht politisch korrekt geäußert wurde. Für Leninisten ist das Urteil längst gefällt, alles Abweichler. So argumentieren Parteikader.
Könnten reale ökonomische Probleme von Kommunisten als solche benannt werden, könnten diese im gleichen Medium verwirklicht werden, statt dessen muss man sich einen Vortrag über den historischen dialektischen Materialismus und Marxscher Arbeitswertlehre anhören. Zum Teil auch nachvollziehbar. Wenn Kommunisten endlich mal verstehen könnten, konzeptionell aus dem klassischen Sozialismus kommend, außer den Marxismus zum politischen Katechismus hochzustilisieren, sondern tatsächlich Anwendungen und Lösungen anzubieten, könnten wundersame Dinge geschehen. Denn eine ähnliche oder größere Bedeutung haben technologische Errungenschaften, die die Gesellschaft weiter nach vorn bringen könnten. Klassisch marxistisch wird sich in den Ausführungen umfangreich auf kapitalistische Staaten bezogen, vllt. sollten gleiche Maßstäbe auf Kuba angewendet werden. Nur hat Marx dazu keine Blaupause hinterlassen, Wiederholungen. Dennoch für mich eine Farce; Bäume wachsen von allein. So denkt wahrscheinlich jeder Mensch, auch in Kuba.
Wenn diese Bedingungen der "freien und bewussten Disziplin nicht nur einen entsprechenden Entwicklungsstand des Bewusstseins voraussetzt, (natürlich einer höher gestellten sozialistischen Persönlichkeit, samt eines höher gestellten Systems) sondern auch entsprechende gesellschaftliche Verhältnisse erfordert, die im Kapitalismus gegeben sind", sind sie dann in einem sozialistischen Entwicklungsland auch gegeben? Also einem Land wie Kuba, indem es keine industrielle Revolution mit einhergehender demokratischer Entwicklung des politischen Systems gab? Wenn also der Zwang durch die Unterdrückung und Ausbeutung durch die Kapitalisten überwunden wurde, treibt diese "freie und bewusste Disziplin" den Menschen als Produktivkraft bezeichnet allein nach vorn? Und wenn ja, wo? Und sind nicht die ewigen moralischen Appelle von Fidel fehl am Platze, weil doch jede Erscheinung in der Gesellschaft konkret paradox in Erscheinung tritt, also im Widerstreit des Wiederspruchs? Deshalb trete ich für die Veränderung des Arbeitsgesetzes ein, das durch Modifikation zur mehr Leistung und Ehrgeiz anstiften soll, ohne Ausbeutung und Angstmacherei, aber mit klaren Verbindlichkeiten und Regeln. Wer die in Arbeitsverträgen vereinbarten Verbindlichkeiten nicht einhält, muss entlassen werden können, dennoch ist das Recht auf Seiten der Arbeiter. Das soll den nötigen Druck und Zwang herstellen, den der normale Mensch eben braucht. Natürlich eine von vielen möglichen Lösungen. Mler wollen bekanntlich an diese Errungenschaft nicht ran, dafür wurden in der Vergangenheit notfalls Arbeitslager zur Erziehung ihrer Werktätigen aufgebaut. Die freie Assoziation von Menschen kann man nur aufbauen, wenn das Getriebe in Gang kommt und der Motor läuft, nicht wenn man von außen über staatliche Repression nachhelfen will. Und wenn es denn sein soll muss freiwilliger Zwang hergestellt werden, Gesetze sind revidierbar. Repression nicht. Unrecht ist Unrecht.
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Da der Mensch, das menschliche Wesen, wie jede Erscheinung in der Gesellschaft paradox auftritt, also im stetigen Widerstreit, sich im Widerspruch befindet, mit sich selbst, so auch in und mit den Anforderungen und Veränderungen mit und in der Gesellschaft, ist es schwer, eigentlich unmöglich über die Moral einen anspornenden Pathos einzufordern. Denn der Mensch kann Pionier und Neurer sein, er kann aber auch schlicht ein gewöhnlicher Mensch sein, der, warum auch nicht, eben einfach nur selbstgenügsam und gemütlich ist. Oder faul. Aber den Protagonisten des Zentralismus aller Gewalten, den Verkündern der einzigen Wahrheit (Bolchewisten), ist eben nicht beizukommen. So können auch Hochmut, Intolleranz, Arroganz und Selbstverliebtheit Attribute des Menschen sein, aber auch von Kommunisten.
Wenn auch ein anderer Aspekt, also nicht der Mensch das Problem ist, sondern die Verhältnisse, in denen er lebt, die ihn behindern, wie soll eine Entwicklung auf einem so unproduktiven Niveau wie in Kuba stattfinden? Und wie soll sich freies und diszipliniertes Handeln auf den verschiedenen Ebenen politischen Handels entwickeln, wenn die Partei genau aufpasst, darauf, was der Arbeiter denn nun macht, mit der Macht. Wenn ein Staat am Anfang der Wertschöpfungskette steht und kaum über ein Mehrprodukt verfügen kann? Und wenn nicht Geld die Motivation zur Wertschöpfung ist, sondern sogar eine Bremse darstellt (?), für was soll der revolutionäre Arbeiter denn dann arbeiten? Ihr Verweis auf die freie und bewusste Disziplin ist nicht nur in einem Entwicklungsland sehr idealistisch und utopisch. Aber was machen Sie, wenn der Mensch eben anders ist? Soll dann das soz. Experiment abgebrochen werden? Und warum fällt es so schwer in Etappen vorzugehen, um ein strategisches Ziel zu formulieren, um Formen der Kommunikation, Organisation und Identifikation mit der Arbeit zu erzeugen? Denn Systeme kommen ja bekanntlich von der Ökonomie und deren Organisation her.
Und wenn sich die Fachleute um Robert Kurz und Harry Nick nicht mal über die Grundbegriffe bzw. Grundlagen sozialistischer Ökonomie einigen können, im 21. Jahr nach der Wiedervereinigung, dann kann ich auch in Stakkato-Schritten faul sein und es genauso benennen, ...ihr Fachleute...
Wie ist also die AP in Kuba wesentlich zu erhöhen ohne das man dabei vor Frust der Propaganda des hdM eine Gänsehaut bekommt? Nicht durch Fleiß, wenn die PM schon fehlen und keine Kohle da ist? Durch die Beschwörung der Revolution? Haben die Kommunisten bis zum religiösem Übereifer und Überhöhung betrieben. An Disziplin und Standhaftigkeit allein zu appellieren wird von Theoretikern gern vertreten, so verwundert es auch nicht, dass Kommunisten utopisch einen "Neuen Menschen" fordern. Selbst vor medizinischen Experimenten der 20ger wurde nicht zurückgeschreckt. Die "Software", damit ist der Mensch gemeint, ist nicht veränderbar, die Ideologie, Gesetze und das Menschenbild müssen so gestaltet werden, dass ein Sozialismus möglich ist. Auch wenn sich zumindest das System einer Utopie nicht berauben sollte, wollen Menschen im Heute positive Veränderungen sehen und keine hilflosen Appelle, Durchhalteparolen, politisch korrekte Agitation und Propaganda, denn davon wird kein Mensch satt, das schafft kein Essen her. Das ist Inflation!
Der produktive Bereich der Wirtschaft ist auch in Kuba vernachlässigt worden, mehr als 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR. Woran liegt es? Am demokratischen Zentralismus, der immer zu einem bürokratischen Zentralismus mutierte? Ist diese Konstruktion nicht deshalb falsch, weil sie eben mit diesen Menschen nicht funktioniert? Muss also wieder am Mensch laboriert werden, oder sollte nicht die Matrix an den Menschen angepasst werden?
Kuba vergleicht sich deshalb mit anderen Ländern Europas, weil sie mehr wollen und auch mehr können. Allein die Wirtschaftsstrategie fehlt in Kuba, bisher. Und natürlich ist vielen Menschen und der Regierung völlig klar, dass das nur innerhalb der Revolution verwirklicht werden kann. Welche Bezüge nun in LA zu suchen sind ist mir nicht klar, weil diese Staaten unter den Fittichen des Neoliberalismus zu leiden haben oder hatten. Auch wenn die wirtschaftliche Prosperität in ARG oder BRA ganz anders ist, kann eine Kopie schwerlich erfolgen.
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Den gedeckten Markt in Deutschland samt seiner selbstausbeuterischen und prekären Tendenzen mit einem noch offenen Markt in Kuba zu vergleichen ist schon sehr verfehlt. Das Unternehmertum steckt in Kuba in den Kinderschuhen, denn der Mittelstand soll ja durch die Tätigkeiten auf eigene Rechnung wiederentstehen. Und deshalb gehen die Guten oder die Willigen, nennen Sie sie wie Sie wollen, gern in die Selbstständigkeit. Das kubanische Fernsehen dokumentiert sogar einhellig genau diese Erfolgsgeschichten! Sie fordern zu mehr Initiative auf, auf Privatinitiative! Es gibt in Kuba sehr viele Angestellte, ob in Unternehmen oder beim Staat, die nur zum Zahltag zur Arbeit kommen, das ist eine Tatsache. Arbeitsbummelaten usw., dafür erhalten die einen Lohn. Und das sind nicht die Fleißigen, aus welchen Gründen auch immer. Ihre weiteren Interpretationen und Implikationen hätten Sie sich sparen können, dennoch finde ich es amüsant: "Wer seinem Herrn gut dient, wird gelobt, wird er nicht mehr gebraucht, fällt er ohne Umwege in die Gruppe der Bösen und Faulen, die Grenzen sind fließend und da die Menschen in der DDR in der Regel keinem kapitalistischen Herrn dienten, müssen sie eben Faul gewesen sein! Ja Gunther, die von ihnen verbreitet und auf Kuba angewandte Logik, Fleißig sind nur jene, welche dem Kapital dienen und wer etwas auf sich hält, stellt seinen Fleiß den Privaten zu Verfügung, alle anderen sind Verdammt und gelten weiterhin als Faul. Das nenne ich Klassenstandpunkt, zwar keinen proletarischen, aber immerhin ein praktizierter." Ich habe nur eine Frage gestellt, es ist Ihr Problem, wenn Sie sich provoziert fühlen. ... "Somit lassen sich die hier bezeichneten Guten und Fleißigen auf die unterordnungswilligsten und angepasstesten zurückführen." Das sind immerhin klare Regeln, stattdessen lagern die Werktätigen in den kub. Betrieben sozialistisch um, Diebstahl ist dort eine Freizeitbeschäftigung. Das steht natürlich nicht in der "jungen Welt", aber dafür in den Lateinamerikanachrichten.
Früher brachten Kommunisten Andersdenkende, die für kap. Systeme eintraten notfalls in den Knast, damit sie später, weil sie zu dogmatisch sind oder waren, der Arbeiterklasse nicht vertrauen, andere systemkonforme Lösungen nicht gefunden wurden, den Kapitalismus selbst ins Land. Sind MLer Kapitalismusfreaks? Dann wird wieder von den fehlenden Bedingungen geredet (China) und alles mit dem hdM begründet, aber das erteilte Leid kann man damit sicher nicht rückgängig machen. Das ist schon zynisch und makaber, oder einfach vulgärmarxistisch. Aber die KPen dürfen das, sie sind die alleinigen Herrscher zu Land, zur Luft und auf der See.
Ich trete für einen freiheitlichen und partizipatorischen Sozialismus auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens ein, weil dieser nicht im Politbüro von oben beschlossen und durchgeführt werden kann. Man kann von oben nachschieben, kann die Geschichte beeinflussen, aber die arbeitenden Menschen müssen immer die Kontrolle behalten. Betriebe müssen von Ökonomen und den Werktätigen geleitet werden, der leninistische Führungsanspruch ist hier inakzeptabel. Nicht rein zufällig wurde in den Staaten LA's auf den Leninismus als politische Säule verzichtet. Ihr Sozialismus soll von unten generiert werden, soll eine authentische Bewegung sein, in gesellschaftlicher Einheit. Soll ein kommunaler Staat aufgebaut werden, in dem sich die Menschen auch wieder finden können und sehen können wie sich ihr konkretes Umfeld durch Fleiß und Spaß an der Arbeit verändert. Das schafft Identifikation mit der Arbeit, auch Teil eines gemeinsamen Projektes zu sein. Aber das ist ja mit dem Leninismus nicht vereinbar, vllt. sollten Sie sich bei den Menschen dort beschweren und alle auf Ihre Parteilinie bringen. Halten Sie denen doch einen Vortrag über den hdM als Lösung praktischer Probleme. Leninisten mit steifen Modellen, das Leben ist mannigfaltig und dynamisch...
Man muss nur Kommunist (Bolchewist) sein um anderen jegliches Recht abzusprechen ein Linker sein zu dürfen oder sich als solchen zu bezeichnen. Selbst die Eier auf andere werfen, obwohl man selbst auf Eiern läuft, weil man auf die drängenden Fragen der Ermangelung der Arbeitsproduktivität keine systemkonformen Antworten findet, ist bezeichnet für Kommunisten. Dann doch lieber Kapitalismus einführen, auch wenn es "kein proletarischer Klassenstandpunkt ist, aber immerhin ein praktizierter!" Und so verwundert es kaum, dass MLer in der Theorie stark sind, aber ihnen praktische Lösungen nicht so leicht von der Feder gehen, das wäre ja auch zu vulgär um wahr zu sein.
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Eine Kommunistin, die sich auch ohne Gewissensbisse so nennen kann ist für mich Mariella Castro, die Chefin von CENESEX. Die Organisation tritt gegen die Diskriminierung von Homosexuellen auf. Das ist authentischer und lebendiger Marxismus, Kucaf. Sie kommt selten über die Ideologie zum Sozialismus, sondern über den Verstand und Vernunft. Vllt. eine Abweichlerin in Ihren Augen? "Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenen, ein verächtliches Wesen ist." Hört sich schwülstig an, ist aber gut.
http://www.yohandry.com/index.php/component/content/article/44-cuba/383-mariela-castro-cuba-seguira-cambiando
Wo ist denn Ihr Swing?
http://www.youtube.com/watch?v=6yx8AyZa-fk&feature=related
Für Leninisten sind Anarchokommunisten ja auch nur Abweichler, stehen in ihrem Bewusstsein nicht hoch genug, sind nicht organisiert und entwickelt genug um den Anforderungen der Dialektik zu entsprechen, den Anforderungen von Bolchewisten. Sie wollen aber auch nicht, das gibt Probleme! Ich bin übrigens nur ein Linker, als Sammelbegriff... Die Dialektik reicht oft nur bis zum Rand selbst vorformulierten Modelle, weiter kommen die Trotzkisten, Rätekommunisten, Anarchokommunisten, Kommunisten (ML, M, Maoisten, Stalinisten) usw. nicht. Amen.
Und natürlich kann ich mich auch über die zutreffende Imperialismustheorie Lenins unterhalten, Finanzmarktkapitalismus, Ideologietheorie, Freihandel, Neoliberalismus. Sicher nicht um Ihnen etwas zu beweisen... Ich habe in meinen Postings keinerlei Absicht einer Analyse von gesell. Verhältnissen anfertigen wollen, dazu müsste man wohl das Medium eines akademischen Abschlusses nutzen. Nur zu! Ich bin nicht eitel und habe es nicht nötig mich in einem Blog selbstverliebt zu reproduzieren.
Übrigens: Und als ich selbst, damals nach Norm gearbeitet hatte, aber jeden Tag mindestens 1.50h früher fertig war, fand ich das gut. Ich habe mich nicht aufgeopfert, andere ebenso wenig, da ist nichts mit revolutionären Pathos gewesen. Andere wollten dafür auch noch volle Regale, für mich war das der Preis, den ich gern bereit war zu zahlen. Ich war faul, ein ganz normaler Mensch.




Es ist schon eine Tatsache, dass der Sozialismus bisher allenfalls in Nischen eine höhere Arbeitsproduktivität hervorgebracht hat und der Kapitalismus, mit der Angst im Nacken der Werktätigen vor Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg, das "besser kann". Und die "Problemstellung" ist ja tatsächlich, dass auf Dauer sich die Gesellschaftsordnung mit der überlegenen Produktivität durchsetzt. Dagegen hilft auf Dauer keine Moral.
Der Arbeitsfleiss, sei er moralisch "hergestellt" oder erzwungen, ist dabei nicht das Hauptproblem. Die Produktivität entscheidet sich heute nicht am Schweissfluss der Proleten, sondern an der Technik. Die muss zwar auch erstmal hergestellt werden, aber die wissenschaftliche Findigkeit spielt die entscheidende Rolle. Das Selbe gilt für die Produktionsorganisation (Die Werkzeugmaschinen der SU/DDR sind ein gutes Beispiel.)
Ich halte die Diskussion insofern für ein wenig müssig, weil die Problemstellung für eine szialistische Ordnung in den entwickeltsten kapitalistischen Regionen heute ganz andere wäre als in den sozialistischen Staaten des 20. Jahrhunderts: und auch insofern, als sie in den wenig entwickelten Ländern die Probleme denen des 20. Jahrhunderts wiederum sehr ähnlich wären (sind) und dem auch nicht mit irgendeinem Wundermittel zu entkommen wäre (ist).
Interessanter fände ich eine Diskussion über die Gebrechen des HEUTIGEN KAPITALISMUS und IN DEM ZUSAMMENHANG Überlegungen, wie wir es das nächste Mal anders machen müssen - aber auf der Grundlage der HEUTIGEN Verhältnisse, nicht als Diskussion einer Alternative heutiger Kapitalismus - untergegangener Sozialismus, die ja von vornherein FIKTIV ist, weil die sehr anders gewordenen Verhältniss natürlich auch einen sehr anderen Sozialismus hervorbringen würden.
Ich gehe keinen Millimeter davon ab, den Sozialismus im 20. Jahrhundert gegen eine Kritik zu verteidigen, die sich ausgerechnet dieses blutrünstige und verrückte Monster heutiger Imperialismus zum Ausgangspunkt nimmt. Die Idioten sind gerade dabei, den Planeten unbewohnbar zu machen, da hilft alles Glitzern nichts, das ohnehin gerade ziemlich stumpf wird. Auch finde ich, dass aus dem untergegangenen Sozialismus viel gelernt werden kann - und zwar sowohl in dem Sinn, wie man es machen kann, als auch in dem Sinn, was man nach Möglichkeit vermeiden sollte. Aber die Hauptsache ist, auf die Zukunft gerichtet zu denken und vor allem zu handeln.
Allgemeines: Ich habe hier unter dem Artikel Nachhaltigkeit und Kuba ein wirtschaftliches Thema angeschnitten und verwies bewusst auf den Fleiß. Kuba ist ein Entwicklungsland und kann nur unzureichend Maschinen in Dollar einkaufen, was sich mit den Einnahmen aus dem Erdölgeschäft ändern wird. Wenn aber die Maschinen fehlen, dann bleibt eben nichts weiter als den Fleiß und die Motivation zu erhöhen, damit die Löhne steigen können. Das war eigentlich nicht so schwer zu verstehen, dass hier kein allgemeiner Abriss einer ökonomischen Lehre vertreten wurde.
Jeder kann sich selbst fragen warum ausgerechnet der deutsche Maschinenbau, der weltweit beste ist. Neben den selbstverständlichen Fähigkeiten der Ingenieure und Konstrukteure, die es überall auf der Welt gibt, muss es also neben die konventionellen Ressourcen wie Kapital und Rohstoffe noch andere Voraussetzungen geben. Nämlich Fleiß, Ordnung, Sauberkeit und Akrebie... Soll das Zufall sein? Jedes noch so kleine Teil und Schräubchen ist absolut bewusst platziert und konstruiert, und das schaffen nur die Deutschen.
Zum Thema: Ich glaube nicht, dass die Nation siegt, die über die besten (Fertigungs-)Technologie und Arbeitsproduktivität verfügt, das ist klassischer Marxismus. Es sieht vllt. auf dem ersten Blick so aus, dennoch war auch M. nur Mensch seiner Zeit. Die Geschichte wird sich wohl in den nächsten Jahrzehnten radikal verändern, das liegt auch an der Begrenztheit der Rohstoffe. Eine neue Technologie zur Energieerzeugung gibt es nicht, sollte diese dennoch entwickelt werden, werden wohl wieder nur die entwickelten Staaten davon profitieren, aber wohl kaum die gesamte Gesellschaft. Und für die Entwicklungs- und Schwellenländer sieht es ungleich schwerer aus. Ich denke, Sieger wird das System sein, dass sich auf sich selbst beschränken kann, indem die Menschen dennoch glücklich sind. Nachhaltigkeit aller Systeme sind hier besonders wichtig, natürlich die volle Verfügbarkeit demokratischer Beschlüsse eingeschlossen.
Ich bewerte den Sozialismus des 20. Jh etwas anders, natürlich kann das nicht mit diesem "blutrünstigen und verrückten Monster heutiger Imperialismus" verglichen werden. Ich bin aber auch weit davon entfernt die DDR der BRD vorzuziehen, weil man es auch nicht vergleichen kann. So was absurdes macht Herr Krenz, was niemanden verwundert. Ich habe keine "Diskussion einer Alternative heutiger Kapitalismus - untergegangener Sozialismus" geführt! Ich behauptete nur, dass die Menschen damals anders entschieden und einfach besser leben wollten, was sich so manch einem Ideologen eben entzieht. Hier wurde daraufhin mit dem Klassenstandpunkt argumentiert, was bei mir auf Unverständnis und die alte Leier des Dogmatismus stieß. Und völlig zurecht, denn dann soll mir mal jemand die Propagierung des besseren Kapitalismus zeigen!
Was am jetzigen Kapitalismus falsch läuft ist ja klar zu sehen, nur dem Mainstream gefällt eben auch dieses ausschweifende Konsumleben, das ist der Punkt. Hier geht es nicht um Menschenrechte, die fallen schnell hinten durch. Auch die Kriege sind weit weg und werden wegen der Menschenrechte geführt und viele im Westen glauben auch daran. Selbst wenn es Zweifel gerade an Irak und Afghanistan gibt, sind all diese Kriege früher für den Mainstream völlig zu Recht gegen den Kommunismus geführt worden. Das im Krieg nie die Menschenrechte gewinnen können ist eigentlich klar, aber auch ich kenne leider solche Leute.
Bei dieser einseitigen Wahrnehmung, die des Konsumentzugs, Inflation usw. muss man sich nicht über der Wahlerfolg der Rechten auch in Schweden wundern. Selbst wenn der Zusammenhang ein anderer wäre, würden nicht die Linken gewinnen, höchstens die Sozialdemokratie. Da der Sozialismus für viele keine Alternative ist, weil man damit den Sozialismus des 20. Jh's versteht wird es schwierig. Umso wichtiger, dass es in Kuba wichtige Veränderungen zur Gesundung der Wirtschaft geben muss, denn welches Land soll auf der Welt der Beweis antreten? Und auf welchem Entwicklungsniveau ist auch nicht so wichtig, wenn nur die grundlegenden Bedürfnisse befriedigt werden können, aber dafür vom Volk getragen wird. Und natürlich auch beschlossen und umgesetzt werden kann, in einer Volksdemokratie. In der sich Fleiß, Engagement und Solidarität lohnen. Erst dann ist der Sozialismus nicht mehr zerstörbar, solang eine Nomenklatura die Macht hat, ist es auch nur ein Abklatsch eines bürgerlichen System, das sich wohl eher selbst vertritt, als Volkes Willen und Kraft.