Nachhaltige Entwicklung ? Ein Beispiel aus Kuba.

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Eine beliebte Modevokabel ist "nachhaltige Entwicklung". Mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich das Wort höre oder lese. Die kapitalistischen Zentren quellen über von Ramschprodukten, die kein Mensch wirklich braucht und die mit aller aufbietbaren Rafinesse dennoch ans Publikum gebracht werden. Jedes Jahr eine neue Handy-Generation. Immer noch gefinkelterer Firlefanz. Die allgegenwärtigen Plastikverpackungen der Supermarkt-Waren sind oft aufwändiger als das Produkt selbst. "Nachhaltige Entwicklung" im Kapitalismus - lächerlich. Das Zentralmotiv kapitalistischen Wirtschaftens, aus Geld mehr Geld zu machen, macht jede "Umweltpolitik" zur Karikatur und diese selbst noch einmal zu einen Geschäft. Nachhaltige Entwicklung geht nur, wenn die vernünftigen Bedürfnisse der Menschen - ja, die vernünftigen, die unvernünftigen nicht ! - die Produktion bestimmen und die naturwüchsig entstandene Wechselbeziehung Mensch - Natur angesichts ihres ungeheuer gewachsenen Umfangs endlch einer vernünftigen Planung unterworfen wird. Und eben gesamtgesellschaftliche Planung geht im Kapitalismus nicht. Das geht nur im Sozialismus. Dort muss es auch erst gelernt werden und gibt es auch keine Ideallösungen von heute auf morgen. Aber die Grundbedingung für die Realsierung ist vorhanden: das gemeinschaftliche Eigentum, das Planung im gesamtgesellschaftlichen Massstab überhaupt erst möglich macht.

 

Hier ein kleines Beispiel aus Kuba, - undenkbar in den umliegenden lateinamerikanischen Staaten, in denen noch das Chaos der unbeschränkten Freiheit der Märkte herrscht.

 

Der Text stammt aus derGranma: http://www.granma.cu/aleman/kuba/8jul-bosque.html 

 

Über ein Viertel der Fläche Kubas ist mit Wald bedeckt

Lino Luben Pérez

 

 

Über ein Viertel der Fläche Kubas ist mit Wald bedecktDank der auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Landespolitik nehmen Waldflächen 26,2 % der Fläche Kubas ein, informierte die Präsidentin der Umweltagentur, Gisela Alonso Domínguez.

 

Fast die Hälfte der Waldflächen sind Naturschutzgebiete, 31 % dienen hauptsächlich der Holzproduktion und 21,7 % der Erhaltung, erklärte die Spezialistin auf der internationalen Konvention über Umwelt und Entwicklung.

 

Das schrittweise Anwachsen der Bewaldung der Insel sei im Wesentlichen auf die Anwendung eines Landesprogramms der Aufforstung und des rationalen Gebrauchs der Landflächen zurückzuführen, äußerte sie.

 

Als 1959 die Revolution siegte, betrug der Waldanteil nur 14 % der Fläche Kubas, es herrschte die extensive Landwirtschaftsproduktion vor; die Gewässer, das Relief und die Vegetation zeichneten sich durch ihre Degradierung aus und Abfallstoffe wurden nicht aufbereitet, wie aus den Statistiken hervorgeht. (AIN)

Veröffentlicht in Kultur und Gesellschaft

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gunther 07/24/2011 20:44



Allgemeines: Ich habe hier unter dem Artikel Nachhaltigkeit und Kuba ein wirtschaftliches Thema angeschnitten und verwies bewusst auf den Fleiß. Kuba ist ein Entwicklungsland und kann nur
unzureichend Maschinen in Dollar einkaufen, was sich mit den Einnahmen aus dem Erdölgeschäft ändern wird. Wenn aber die Maschinen fehlen, dann bleibt eben nichts weiter als den Fleiß und die
Motivation zu erhöhen, damit die Löhne steigen können. Das war eigentlich nicht so schwer zu verstehen, dass hier kein allgemeiner Abriss einer ökonomischen Lehre vertreten wurde.


 


Jeder kann sich selbst fragen warum ausgerechnet der deutsche Maschinenbau, der weltweit beste ist. Neben den selbstverständlichen Fähigkeiten der Ingenieure und Konstrukteure, die es überall auf
der Welt gibt, muss es also neben die konventionellen Ressourcen wie Kapital und Rohstoffe noch andere Voraussetzungen geben. Nämlich Fleiß, Ordnung, Sauberkeit und Akrebie... Soll das Zufall
sein? Jedes noch so kleine Teil und Schräubchen ist absolut bewusst platziert und konstruiert, und das schaffen nur die Deutschen.


 


 


Zum Thema: Ich glaube nicht, dass die Nation siegt, die über die besten (Fertigungs-)Technologie und Arbeitsproduktivität verfügt, das ist klassischer Marxismus. Es sieht vllt. auf dem ersten
Blick so aus, dennoch war auch M. nur Mensch seiner Zeit. Die Geschichte wird sich wohl in den nächsten Jahrzehnten radikal verändern, das liegt auch an der Begrenztheit der Rohstoffe. Eine neue
Technologie zur Energieerzeugung gibt es nicht, sollte diese dennoch entwickelt werden, werden wohl wieder nur die entwickelten Staaten davon profitieren, aber wohl kaum die gesamte Gesellschaft.
Und für die Entwicklungs- und Schwellenländer sieht es ungleich schwerer aus. Ich denke, Sieger wird das System sein, dass sich auf sich selbst beschränken kann, indem die Menschen dennoch
glücklich sind. Nachhaltigkeit aller Systeme sind hier besonders wichtig, natürlich die volle Verfügbarkeit demokratischer Beschlüsse eingeschlossen.


 


Ich bewerte den Sozialismus des 20. Jh etwas anders, natürlich kann das nicht mit diesem "blutrünstigen und verrückten Monster
heutiger Imperialismus" verglichen werden. Ich bin aber auch weit davon entfernt die DDR der BRD vorzuziehen, weil man es auch nicht
vergleichen kann. So was absurdes macht Herr Krenz, was niemanden verwundert. Ich habe keine "Diskussion einer Alternative heutiger Kapitalismus - untergegangener Sozialismus" geführt! Ich
behauptete nur, dass die Menschen damals anders entschieden und einfach besser leben wollten, was sich so manch einem Ideologen eben entzieht. Hier wurde daraufhin mit dem Klassenstandpunkt
argumentiert, was bei mir auf Unverständnis und die alte Leier des Dogmatismus stieß. Und völlig zurecht, denn dann soll mir mal jemand die Propagierung des besseren Kapitalismus zeigen!


 


Was am jetzigen Kapitalismus falsch läuft ist ja klar zu sehen, nur dem Mainstream gefällt eben auch dieses ausschweifende Konsumleben, das ist der Punkt. Hier geht es nicht um Menschenrechte,
die fallen schnell hinten durch. Auch die Kriege sind weit weg und werden wegen der Menschenrechte geführt und viele im Westen glauben auch daran. Selbst wenn es Zweifel gerade an Irak und
Afghanistan gibt, sind all diese Kriege früher für den Mainstream völlig zu Recht gegen den Kommunismus geführt worden. Das im Krieg nie die Menschenrechte gewinnen können ist eigentlich klar,
aber auch ich kenne leider solche Leute. 


 


Bei dieser einseitigen Wahrnehmung, die des Konsumentzugs, Inflation usw. muss man sich nicht über der Wahlerfolg der Rechten auch in Schweden
wundern. Selbst wenn der Zusammenhang ein anderer wäre, würden nicht die Linken gewinnen, höchstens die Sozialdemokratie. Da der Sozialismus für viele keine Alternative ist, weil man damit
den Sozialismus des 20. Jh's versteht wird es schwierig. Umso wichtiger, dass es in Kuba wichtige Veränderungen zur Gesundung der Wirtschaft geben muss, denn welches Land soll auf der Welt
der Beweis antreten? Und auf welchem Entwicklungsniveau ist auch nicht so wichtig, wenn nur die grundlegenden Bedürfnisse befriedigt werden können, aber dafür vom Volk getragen wird. Und
natürlich auch beschlossen und umgesetzt werden kann, in einer Volksdemokratie. In der sich Fleiß, Engagement und Solidarität lohnen. Erst dann ist der Sozialismus nicht mehr zerstörbar, solang
eine Nomenklatura die Macht hat, ist es auch nur ein Abklatsch eines bürgerlichen System, das sich wohl eher selbst vertritt, als Volkes Willen und Kraft.



gunther 07/21/2011 22:10



5-5


 


Eine Kommunistin, die sich auch ohne Gewissensbisse so nennen kann ist für mich Mariella Castro, die Chefin von CENESEX. Die Organisation tritt gegen die Diskriminierung von Homosexuellen auf.
Das ist authentischer und lebendiger Marxismus, Kucaf. Sie kommt selten über die Ideologie zum Sozialismus, sondern über den Verstand und Vernunft. Vllt. eine Abweichlerin in Ihren Augen?
"Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle
Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenen, ein verächtliches Wesen ist." Hört sich schwülstig an, ist aber gut.


 


http://www.yohandry.com/index.php/component/content/article/44-cuba/383-mariela-castro-cuba-seguira-cambiando


 


Wo ist denn Ihr Swing? 


 


http://www.youtube.com/watch?v=6yx8AyZa-fk&feature=related


 


Für Leninisten sind Anarchokommunisten ja auch nur Abweichler, stehen in ihrem Bewusstsein nicht hoch genug, sind nicht organisiert und entwickelt genug um den Anforderungen der Dialektik zu
entsprechen, den Anforderungen von Bolchewisten. Sie wollen aber auch nicht, das gibt Probleme! Ich bin übrigens nur ein Linker, als Sammelbegriff... Die Dialektik reicht oft nur bis zum Rand
selbst vorformulierten Modelle, weiter kommen die Trotzkisten, Rätekommunisten, Anarchokommunisten, Kommunisten (ML, M, Maoisten, Stalinisten) usw. nicht. Amen.


 


Und natürlich kann ich mich auch über die zutreffende Imperialismustheorie Lenins unterhalten, Finanzmarktkapitalismus, Ideologietheorie, Freihandel, Neoliberalismus. Sicher nicht um Ihnen etwas
zu beweisen... Ich habe in meinen Postings keinerlei Absicht einer Analyse von gesell. Verhältnissen anfertigen wollen, dazu müsste man wohl das Medium eines akademischen Abschlusses nutzen. Nur
zu! Ich bin nicht eitel und habe es nicht nötig mich in einem Blog selbstverliebt zu reproduzieren.


 


Übrigens: Und als ich selbst, damals nach Norm gearbeitet hatte, aber jeden Tag mindestens 1.50h früher fertig war, fand ich das gut. Ich habe
mich nicht aufgeopfert, andere ebenso wenig, da ist nichts mit revolutionären Pathos gewesen. Andere wollten dafür auch noch volle Regale, für mich war das der Preis, den ich gern bereit war zu
zahlen. Ich war faul, ein ganz normaler Mensch.



Sepp Aigner 07/22/2011 09:08



Es ist schon eine Tatsache, dass der Sozialismus bisher allenfalls in Nischen eine höhere Arbeitsproduktivität hervorgebracht hat und der Kapitalismus, mit der Angst im Nacken der Werktätigen vor
Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg, das "besser kann". Und die "Problemstellung" ist ja tatsächlich, dass auf Dauer sich die Gesellschaftsordnung mit der überlegenen Produktivität durchsetzt.
Dagegen hilft auf Dauer keine Moral.


Der Arbeitsfleiss, sei er moralisch "hergestellt" oder erzwungen, ist dabei nicht das Hauptproblem. Die Produktivität entscheidet sich heute nicht am Schweissfluss der Proleten, sondern an der
Technik. Die muss zwar auch erstmal hergestellt werden, aber die wissenschaftliche Findigkeit spielt die entscheidende Rolle. Das Selbe gilt für die Produktionsorganisation (Die Werkzeugmaschinen
der SU/DDR sind ein gutes Beispiel.)


Ich halte die Diskussion insofern für ein wenig müssig, weil die Problemstellung für eine szialistische Ordnung  in den entwickeltsten kapitalistischen Regionen heute ganz andere wäre als in
den sozialistischen Staaten des 20. Jahrhunderts: und auch insofern, als sie in den wenig entwickelten Ländern die Probleme denen des 20. Jahrhunderts wiederum sehr ähnlich wären (sind) und dem
auch nicht mit irgendeinem Wundermittel zu entkommen wäre (ist).


Interessanter fände ich eine Diskussion über die Gebrechen des HEUTIGEN KAPITALISMUS und IN DEM ZUSAMMENHANG Überlegungen, wie wir es das nächste Mal anders machen müssen - aber auf der Grundlage
der HEUTIGEN Verhältnisse, nicht als Diskussion einer Alternative heutiger Kapitalismus - untergegangener Sozialismus, die ja von vornherein FIKTIV ist, weil die sehr anders gewordenen
Verhältniss natürlich auch einen sehr anderen Sozialismus hervorbringen würden.


Ich gehe keinen Millimeter davon ab, den Sozialismus im 20. Jahrhundert gegen eine Kritik zu verteidigen, die sich ausgerechnet dieses blutrünstige und verrückte Monster heutiger Imperialismus
zum Ausgangspunkt nimmt. Die Idioten sind gerade dabei, den Planeten unbewohnbar zu machen, da hilft alles Glitzern nichts, das ohnehin gerade ziemlich stumpf wird. Auch finde ich, dass aus
dem untergegangenen Sozialismus viel gelernt werden kann - und zwar sowohl in dem Sinn, wie man es machen kann, als auch in dem Sinn, was man nach Möglichkeit vermeiden sollte. Aber die
Hauptsache ist, auf die Zukunft gerichtet zu denken und vor allem zu handeln.



gunther 07/21/2011 22:08



4-5


 


Den gedeckten Markt in Deutschland samt seiner selbstausbeuterischen und prekären Tendenzen mit einem noch offenen Markt in Kuba zu vergleichen ist schon sehr verfehlt. Das Unternehmertum steckt
in Kuba in den Kinderschuhen, denn der Mittelstand soll ja durch die Tätigkeiten auf eigene Rechnung wiederentstehen. Und deshalb gehen die Guten oder die Willigen, nennen Sie sie wie Sie wollen,
gern in die Selbstständigkeit. Das kubanische Fernsehen dokumentiert sogar einhellig genau diese Erfolgsgeschichten! Sie fordern zu mehr Initiative auf, auf Privatinitiative! Es gibt in Kuba sehr
viele Angestellte, ob in Unternehmen oder beim Staat, die nur zum Zahltag zur Arbeit kommen, das ist eine Tatsache. Arbeitsbummelaten usw., dafür erhalten die einen Lohn. Und das sind nicht die
Fleißigen, aus welchen Gründen auch immer. Ihre weiteren Interpretationen und Implikationen hätten Sie sich sparen können, dennoch finde ich es amüsant: "Wer seinem
Herrn gut dient, wird gelobt, wird er nicht mehr gebraucht, fällt er ohne Umwege in die Gruppe der Bösen und Faulen, die Grenzen sind fließend und da die Menschen in der DDR in der Regel keinem
kapitalistischen Herrn dienten, müssen sie eben Faul gewesen sein! Ja Gunther, die von ihnen verbreitet und auf Kuba angewandte Logik, Fleißig sind nur jene, welche dem Kapital dienen und wer
etwas auf sich hält, stellt seinen Fleiß den Privaten zu Verfügung, alle anderen sind Verdammt und gelten weiterhin als Faul. Das nenne ich Klassenstandpunkt, zwar keinen proletarischen, aber
immerhin ein praktizierter." Ich habe nur eine Frage gestellt, es ist Ihr Problem, wenn Sie sich provoziert fühlen. ... "Somit lassen sich die hier
bezeichneten Guten und Fleißigen auf die unterordnungswilligsten und angepasstesten zurückführen." Das sind immerhin klare Regeln, stattdessen lagern die Werktätigen in den kub. Betrieben
sozialistisch um, Diebstahl ist dort eine Freizeitbeschäftigung. Das steht natürlich nicht in der "jungen Welt", aber dafür in den Lateinamerikanachrichten.


 


Früher brachten Kommunisten Andersdenkende, die für kap. Systeme eintraten notfalls in den Knast, damit sie später, weil sie zu dogmatisch sind oder waren, der Arbeiterklasse nicht vertrauen,
andere systemkonforme Lösungen nicht gefunden wurden, den Kapitalismus selbst ins Land. Sind MLer Kapitalismusfreaks? Dann wird wieder von den fehlenden Bedingungen geredet (China) und alles mit
dem hdM begründet, aber das erteilte Leid kann man damit sicher nicht rückgängig machen. Das ist schon zynisch und makaber, oder einfach vulgärmarxistisch. Aber die KPen dürfen das, sie sind die
alleinigen Herrscher zu Land, zur Luft und auf der See.


 


Ich trete für einen freiheitlichen und partizipatorischen Sozialismus auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens ein, weil dieser nicht im Politbüro von oben beschlossen und durchgeführt
werden kann. Man kann von oben nachschieben, kann die Geschichte beeinflussen, aber die arbeitenden Menschen müssen immer die Kontrolle behalten. Betriebe müssen von Ökonomen und den Werktätigen
geleitet werden, der leninistische Führungsanspruch ist hier inakzeptabel. Nicht rein zufällig wurde in den Staaten LA's auf den Leninismus als politische Säule verzichtet. Ihr Sozialismus soll
von unten generiert werden, soll eine authentische Bewegung sein, in gesellschaftlicher Einheit. Soll ein kommunaler Staat aufgebaut werden, in dem sich die Menschen auch wieder finden können und
sehen können wie sich ihr konkretes Umfeld durch Fleiß und Spaß an der Arbeit verändert. Das schafft Identifikation mit der Arbeit, auch Teil eines gemeinsamen Projektes zu sein. Aber das ist ja
mit dem Leninismus nicht vereinbar, vllt. sollten Sie sich bei den Menschen dort beschweren und alle auf Ihre Parteilinie bringen. Halten Sie denen doch einen Vortrag über den hdM als Lösung
praktischer Probleme. Leninisten mit steifen Modellen, das Leben ist mannigfaltig und dynamisch...


 


Man muss nur Kommunist (Bolchewist) sein um anderen jegliches Recht abzusprechen ein Linker sein zu dürfen oder sich als solchen zu bezeichnen. Selbst die Eier auf andere werfen, obwohl man
selbst auf Eiern läuft, weil man auf die drängenden Fragen der Ermangelung der Arbeitsproduktivität keine systemkonformen Antworten findet, ist bezeichnet für Kommunisten. Dann doch lieber
Kapitalismus einführen, auch wenn es "kein proletarischer Klassenstandpunkt ist, aber immerhin ein praktizierter!"  Und so verwundert es kaum, dass MLer in der Theorie stark sind, aber ihnen
praktische Lösungen nicht so leicht von der Feder gehen, das wäre ja auch zu vulgär um wahr zu sein. 



gunther 07/21/2011 22:07



3-5


 


Da der Mensch, das menschliche Wesen, wie jede Erscheinung in der Gesellschaft paradox auftritt, also im stetigen Widerstreit, sich im Widerspruch befindet, mit sich selbst, so auch in und mit
den Anforderungen und Veränderungen mit und in der Gesellschaft, ist es schwer, eigentlich unmöglich über die Moral einen anspornenden Pathos einzufordern. Denn der Mensch kann Pionier und Neurer
sein, er kann aber auch schlicht ein gewöhnlicher Mensch sein, der, warum auch nicht, eben einfach nur selbstgenügsam und gemütlich ist. Oder faul. Aber den Protagonisten des Zentralismus aller
Gewalten, den Verkündern der einzigen Wahrheit (Bolchewisten), ist eben nicht beizukommen. So können auch Hochmut, Intolleranz, Arroganz und Selbstverliebtheit Attribute des Menschen sein, aber
auch von Kommunisten.


 


Wenn auch ein anderer Aspekt, also nicht der Mensch das Problem ist, sondern die Verhältnisse, in denen er lebt, die ihn behindern, wie soll eine Entwicklung auf einem so unproduktiven Niveau wie
in Kuba stattfinden? Und wie soll sich freies und diszipliniertes Handeln auf den verschiedenen Ebenen politischen Handels entwickeln, wenn die Partei genau aufpasst, darauf, was der Arbeiter
denn nun macht, mit der Macht. Wenn ein Staat am Anfang der Wertschöpfungskette steht und kaum über ein Mehrprodukt verfügen kann? Und wenn nicht Geld die Motivation zur Wertschöpfung ist,
sondern sogar eine Bremse darstellt (?), für was soll der revolutionäre Arbeiter denn dann arbeiten? Ihr Verweis auf die freie und bewusste Disziplin ist nicht nur in einem Entwicklungsland sehr
idealistisch und utopisch. Aber was machen Sie, wenn der Mensch eben anders ist? Soll dann das soz. Experiment abgebrochen werden? Und warum fällt es so schwer in Etappen vorzugehen, um ein
strategisches Ziel zu formulieren, um Formen der Kommunikation, Organisation und Identifikation mit der Arbeit zu erzeugen? Denn Systeme kommen ja bekanntlich von der Ökonomie und deren
Organisation her.


 


Und wenn sich die Fachleute um Robert Kurz und Harry Nick nicht mal über die Grundbegriffe bzw. Grundlagen sozialistischer Ökonomie einigen können, im 21. Jahr nach der Wiedervereinigung, dann
kann ich auch in Stakkato-Schritten faul sein und es genauso benennen, ...ihr Fachleute...


 


Wie ist also die AP in Kuba wesentlich zu erhöhen ohne das man dabei vor Frust der Propaganda des hdM eine Gänsehaut bekommt? Nicht durch Fleiß, wenn die PM schon fehlen und keine Kohle da ist?
Durch die Beschwörung der Revolution? Haben die Kommunisten bis zum religiösem Übereifer und Überhöhung betrieben. An Disziplin und Standhaftigkeit allein zu appellieren wird von Theoretikern
gern vertreten, so verwundert es auch nicht, dass Kommunisten utopisch einen "Neuen Menschen" fordern. Selbst vor medizinischen Experimenten der 20ger wurde nicht zurückgeschreckt. Die
"Software", damit ist der Mensch gemeint, ist nicht veränderbar, die Ideologie, Gesetze und das Menschenbild müssen so gestaltet werden, dass ein Sozialismus möglich ist. Auch wenn sich zumindest
das System einer Utopie nicht berauben sollte, wollen Menschen im Heute positive Veränderungen sehen und keine hilflosen Appelle, Durchhalteparolen, politisch korrekte Agitation und Propaganda,
denn davon wird kein Mensch satt, das schafft kein Essen her. Das ist Inflation!


 


Der produktive Bereich der Wirtschaft ist auch in Kuba vernachlässigt worden, mehr als 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR. Woran liegt es? Am demokratischen Zentralismus, der immer zu einem
bürokratischen Zentralismus mutierte? Ist diese Konstruktion nicht deshalb falsch, weil sie eben mit diesen Menschen nicht funktioniert? Muss also wieder am Mensch laboriert werden, oder sollte
nicht die Matrix an den Menschen angepasst werden?


 


Kuba vergleicht sich deshalb mit anderen Ländern Europas, weil sie mehr wollen und auch mehr können. Allein die Wirtschaftsstrategie fehlt in Kuba, bisher. Und natürlich ist vielen Menschen und
der Regierung völlig klar, dass das nur innerhalb der Revolution verwirklicht werden kann. Welche Bezüge nun in LA zu suchen sind ist mir nicht klar, weil diese Staaten unter den Fittichen des
Neoliberalismus zu leiden haben oder hatten. Auch wenn die wirtschaftliche Prosperität in ARG oder BRA ganz anders ist, kann eine Kopie schwerlich erfolgen. 



gunther 07/21/2011 22:07



2-5


 


Und wenn nun die Methode des hdM so komplex und bedeutend ist, die einzig wahre Methode ist, um die Entwicklungsgesetze von Gesellschaften nicht nur beschreiben zu können, sondern zu verändern,
dann muss auch die Frage gestellt werden dürfen warum nicht die Arbeiterklasse das politische Subjekt, die Triebkraft dieser sozialistischen Gesellschaft, war? Obwohl hier anderes behauptet
wurde.


 


"Die Marxdarstellung richtet sich in diesem Kapitel gegen das zentrale Vorurteil, das jede marxistische Analyse unserer Verhältnisse blockiert und die permanente psychologische Entwertung der für
den Fortschritt notwendigen sozialistischen Ideale sanktioniert: weil wir von Marx kommen, hält alle Welt unsere Länder für sozialistisch, gar kommunistisch, obwohl sie es prinzipiell noch nicht
sind. Es ist nicht einmal gerechtfertigt, sie – in Analogie zu der ersten Phase der kapitalistischen Ära – als "frühsozialistisch" zu bezeichnen. Im Frühkapitalismus sind bereits die
grundlegenden Bestimmungen des späteren vollentwickelten kapitalistischen Formationscharakters gegeben, während bei uns die Vergesellschaftung als entscheidendes Formationsmerkmal des Sozialismus
noch vollständig etatistisch verlarvt ist. Am genauesten ist ihre Charakterisierung als protosozialistisch, d. h. wir haben Sozialismus im Larvenstadium. Wenn ich statt dieses ungewohnten
Fremdworts meist den eingebürgenten Ausdruck "real existierender Sozialismus" gebrauche und dabei auf die lästigen Anführungszeichen verzichte, so bleibt stete diese Bedeutung mitgedacht. Auf
eine solche Distanz zur unkritischen Anwendung des Sozialismusbegriffs müssen gerade diejenigen den größten Wert legen, die von der Realität einer wirklich sozialistisch-kommunistischen
Perspektive im Marxschen Sinn überzeugt sind.


 


Rudolf Bahro, Die Alternative, Zur Kritik des real existierenden Sozialismus"


 


In Erinnerung an die früheren Ausführungen über den Bürokratismus, gesellschaftliches Eigentum (nach bolchewistischer Lesart) und die alleinige Herrschaft der Partei des Leninismus
(Bolchewismus), bereiten mir diese Verweise, aber auch Ihre wieder ein Schmunzeln, Kucaf.


 


Es geht nicht um einen Abriss historisch-ökonomischer Prozesse durch den hdM eines allgemeinen weltgeschichtlichen Phänomens, sondern um praktische Lösungen von gesellschaftlichen Fragen im
Sozialismus. Typisch für Kommunisten, die sich damit sehr schwer tun, weil es die klassische Schwäche des Marxismus wiederspiegelt. Es gibt eben keine Blaupause für den Aufbau des Sozialismus und
deshalb läuft der Autor des Kommentars auch auf Eiern. Zudem ist es eine Schwäche, wenn Kritik total gewertet wird, die für Mler nicht politisch korrekt geäußert wurde. Für Leninisten ist das
Urteil längst gefällt, alles Abweichler. So argumentieren Parteikader.


 


Könnten reale ökonomische Probleme von Kommunisten als solche benannt werden, könnten diese im gleichen Medium verwirklicht werden, statt dessen muss man sich einen Vortrag über den historischen
dialektischen Materialismus und Marxscher Arbeitswertlehre anhören. Zum Teil auch nachvollziehbar. Wenn Kommunisten endlich mal verstehen könnten, konzeptionell aus dem klassischen Sozialismus
kommend, außer den Marxismus zum politischen Katechismus hochzustilisieren, sondern tatsächlich Anwendungen und Lösungen anzubieten, könnten wundersame Dinge geschehen. Denn eine ähnliche oder
größere Bedeutung haben technologische Errungenschaften, die die Gesellschaft weiter nach vorn bringen könnten. Klassisch marxistisch wird sich in den Ausführungen umfangreich auf kapitalistische
Staaten bezogen, vllt. sollten gleiche Maßstäbe auf Kuba angewendet werden. Nur hat Marx dazu keine Blaupause hinterlassen, Wiederholungen. Dennoch für mich eine Farce; Bäume wachsen von allein.
So denkt wahrscheinlich jeder Mensch, auch in Kuba. 


 


Wenn diese Bedingungen der "freien und bewussten Disziplin nicht nur einen entsprechenden Entwicklungsstand des Bewusstseins voraussetzt, (natürlich einer höher
gestellten sozialistischen Persönlichkeit, samt eines höher gestellten Systems) sondern auch entsprechende gesellschaftliche Verhältnisse erfordert, die im Kapitalismus gegeben sind", sind
sie dann in einem sozialistischen Entwicklungsland auch gegeben? Also einem Land wie Kuba, indem es keine industrielle Revolution mit einhergehender demokratischer Entwicklung des politischen
Systems gab? Wenn also der Zwang durch die Unterdrückung und Ausbeutung durch die Kapitalisten überwunden wurde, treibt diese "freie und bewusste Disziplin" den Menschen als Produktivkraft
bezeichnet allein nach vorn? Und wenn ja, wo? Und sind nicht die ewigen moralischen Appelle von Fidel fehl am Platze, weil doch jede Erscheinung in der Gesellschaft konkret paradox in Erscheinung
tritt, also im Widerstreit des Wiederspruchs? Deshalb trete ich für die Veränderung des Arbeitsgesetzes ein, das durch Modifikation zur mehr Leistung und Ehrgeiz anstiften soll, ohne Ausbeutung
und Angstmacherei, aber mit klaren Verbindlichkeiten und Regeln. Wer die in Arbeitsverträgen vereinbarten Verbindlichkeiten nicht einhält, muss entlassen werden können, dennoch ist das Recht auf
Seiten der Arbeiter. Das soll den nötigen Druck und Zwang herstellen, den der normale Mensch eben braucht. Natürlich eine von vielen möglichen Lösungen. Mler wollen bekanntlich an diese
Errungenschaft nicht ran, dafür wurden in der Vergangenheit notfalls Arbeitslager zur Erziehung ihrer Werktätigen aufgebaut. Die freie Assoziation von Menschen kann man nur aufbauen, wenn das
Getriebe in Gang kommt und der Motor läuft, nicht wenn man von außen über staatliche Repression nachhelfen will. Und wenn es denn sein soll muss freiwilliger Zwang hergestellt werden, Gesetze
sind revidierbar. Repression nicht. Unrecht ist Unrecht.